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U.S. Ambassador to Israel David Friedman, second from right, accompanied by President Donald Trump, right, U.S. special envoy for Iran Brian Hook, left, and Avraham Berkowitz, Assistant to the President and Special Representative for International Negotiations, second from left, speaks in the Oval Office at the White House, Wednesday, Aug. 12, 2020, in Washington. Trump said on Thursday that the United Arab Emirates and Israel have agreed to establish full diplomatic ties as part of a deal to halt the annexation of occupied land sought by the Palestinians for their future state. (AP Photo/Andrew Harnik)
Donald Trump,David Friedman,Brian Hook,Avraham Berkowitz

Der US-Diplomat in Israel, David Friedman (zweiter von rechts), steht neben US-Präsident Donald Trump bei der Verkündigung, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel eine diplomatische Beziehung anstreben. Bild: keystone

Historisches Abkommen: «Trump wird als grosser Friedensstifter in die Geschichte eingehen»



In einem historischen Schritt haben sich Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate überraschend auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen verständigt. In einer von US-Präsident Donald Trump veröffentlichten Erklärung der drei Länder hiess es, dieser «diplomatische Durchbruch» werde den Friedensprozess im Nahen Osten voranbringen.

Im Gegenzug setzt Israel demnach seine Annexionspläne im besetzten Westjordanland aus. Trump zufolge wird die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen in den kommenden Wochen im Weissen Haus in Washington schriftlich fixiert.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrieb am Donnerstag auf Twitter von einem «historischen Tag». Der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Said Al Nahjan, bestätigte die Verständigung. Nach Ansicht des Golfstaats soll das Abkommen einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt dienen.

Mohammed bin Said erklärte, in einem Telefonat mit Trump und Netanjahu sei die Einigung erzielt worden, die weitere israelische Annexion palästinensischer Gebiete zu stoppen. Die VAE und Israel hätten eine Kooperation und einen Fahrplan für bilateralen Beziehungen vereinbart.

Israel unterhielt bis anhin keine diplomatischen Beziehungen zu den Golfstaaten. Das Land pflegt aber bereits diplomatische Beziehungen zu seinen Nachbarn Jordanien und Ägypten, deren Bevölkerung ebenfalls mehrheitlich muslimischen Glaubens ist.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi begrüsste die Annäherung via Twitter. Er schätze die Bemühungen der Beteiligten, die für Frieden sorgen und «Wohlstand und Stabilität» in die Region bringen wollten.

Die Bündnisse verschieben sich

Die Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten hatten sich in den vergangenen Jahren schrittweise verbessert. Offiziell unterhalten die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen.

Wie entstand der Konflikt im
Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch

Berichten zufolge haben die Emirate aber längst heimlich Kontakte mit Israel geknüpft. In den beiden Emiraten Abu Dhabi und Dubai leben schätzungsweise 3000 Menschen jüdischen Glaubens.

Der Mitteilung der drei Staaten zufolge wird Israel sich nach dem Aussetzen seiner Annexionspläne nun darauf konzentrieren, seine Beziehungen zur muslimischen Welt auszubauen. Delegationen aus Israel und den Emiraten werden sich demnach bereits in den kommenden Wochen treffen, um bilaterale Abkommen etwa in den Bereichen Tourismus, Sicherheit, Technologie, Energie und Gesundheit zu unterzeichnen.

Nach Jahrzehnten des Konflikts mit den Palästinensern ist der Staat Israel in vielen Ländern des arabischen Raums weiterhin unbeliebt oder verhasst. Vor allem die Golf-Monarchien, darunter Saudi-Arabien und die Emirate, sehen den Iran inzwischen aber als grösste Bedrohung für die Region an.

Israel wird in Abu Dhabi und Riad deshalb auch als möglicher Partner beim Versuch gesehen, den Einfluss des Irans im Nahen Osten zurückzudrängen.

Für Trump ein günstiger Zeitpunk

Trump bezeichnete die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit, Wohlstand und Frieden im Nahen Osten. «Jetzt, wo das Eis gebrochen ist», hoffe er, dass weitere arabische und mehrheitlich muslimische Staaten bald dem Beispiel der Emirate folgen.

Trump sagte im Weissen Haus im Beisein von Vertretern der beteiligten Staaten, das Abkommen solle nach «Abraham» benannt werden, da dieser für die Verbindung der Weltreligionen stehe. Die Verhandlungen hätten zuletzt in guter Atmosphäre stattgefunden. «Es fühlte sich an, wie verliebt sein», sagte Trump. «Dies ist ein wahrhaft historischer Moment.»

Für Trump kommt das Abkommen zu einem günstigen Zeitpunkt: Der Republikaner bewirbt sich in gut zwei Monaten um eine Wiederwahl als US-Präsident, und die Sicherheit Israels ist bei US-Wahlen immer ein wichtiges Thema. Jüngsten Umfragen zufolge liegt Trump deutlich hinter Joe Biden, dem designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten.

«Ich denke, der Präsident wird in die Geschichte als ein grosser Friedensstifter eingehen.»

Robert O'Brien

Trumps bisherige aussenpolitische Initiativen (von der nuklearen Entwaffnung Nordkoreas, seinem harten Kurs gegenüber dem Iran bis hin zu einem erhofften Regimewechsel in Venezuela) haben eher wenig Erfolg gehabt. Umso mehr dürfte er sich mit Hilfe des Abkommens nun als grosser Staatsmann darstellen.

Trump sagte am Donnerstag im Weissen Haus im Scherz, er habe vorgeschlagen, den Deal das «Donald J. Trump-Abkommen» zu nennen. Das sei aber nicht so gut angekommen, weswegen man es nun als Zeichen der Verbundenheit der Weltreligionen das «Abraham-Abkommen» nennt.

Der US-Präsident sollte nach Ansicht seines Sicherheitsberaters den Friedensnobelpreis für ausgehandelte Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekommen. «Ich denke, der Präsident wird in die Geschichte als ein grosser Friedensstifter eingehen», sagte Trumps Berater für Nationale Sicherheit, Robert O'Brien, am Donnerstag in Washington. Zuvor hatten Israel und die Emirate in einem historischen Schritt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen angekündigt. (sda/dpa)

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