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President Donald Trump throws face masks into the crowd during a campaign rally at John Murtha Johnstown-Cambria County Airport, Tuesday, Oct. 13, 2020, in Johnstown, Pa. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump

Keine Spur von Corona: Trump am Dienstag bei einer Wahlkampf-Veranstaltung. Bild: keystone

Trumps Partei hat Feuer unter dem Dach – Republikaner geben offen Fehler zu

Das Bild der geeinten Republikanischen Partei bröckelt wenige Tage vor der US-Wahl. Zwei prominente Vertreter wagten sich mit scharfer Kritik an Trumps Corona-Politik.



Bei den Republikanern ist Feuer unter dem Dach: Gleich zwei prominente Parteivertreter trauten sich diese Woche, US-Präsident Donald Trump wegen seiner Corona-Politik mit scharfer Kritik einzudecken. Unter ihnen war auch Nebraskas Senator Ben Sasse. In einem Telefongespräch mit seinen Wählenden beschuldigte er Trump, dass dieser die Pandemie mit seiner Politik vermasselt habe um sich bei «Diktatoren und weissen Rassisten» einschmeicheln zu wollen.

Sasse fiel zwar schon früher mit direkter Kritik an Trump auf. 2016, noch vor der historischen Präsidentschaftswahl, zeigte sich Sasse über Trumps Nomination «frustriert und bedrückt». Er warf Trump damals schon vor, dass mit ihm Amerika noch weiter entzweit werde.

Der Senator bleibt auch vier Jahre später bei seiner kritischen Haltung. Sasse bezeichnete Trumps Pandemie-Politik als «PR-Krise», die alles andere als «vernünftig, verantwortungsbewusst oder richtig» sei. Auch machte er keinen Hehl daraus, was er von Trumps Aussenpolitik hält.

Republikanern drohe ein «Blutbad»

Sen. Ben Sasse, R-Neb., talks during the confirmation hearing for Supreme Court nominee Amy Coney Barrett before the Senate Judiciary Committee, Tuesday, Oct. 13, 2020, on Capitol Hill in Washington. (AP Photo/Patrick Semansky, Pool)
Ben Sasse

Ben Sasse wird unter den Republikanern respektiert. Bild: keystone

Er wirft seinem Parteikollegen vor, «Diktatoren den Hintern» zu küssen und erinnert an die Menschenrechtsverletzungen in China: «Er ignorierte die Uiguren in den Konzentrationslagern in Xinjiang.» Auch habe sich Trump nie von Rechtsextremen distanziert. «Trump hat mit weissen Rassisten geflirtet», wirft Sasse stattdessen dem amtierenden Präsidenten vor.

Er glaube deshalb nicht, dass Trump die Wiederwahl in knapp drei Wochen schaffen werde. Sasse befürchtet, dass das auch seine Partei treffen wird, die Trump die letzten vier Jahre lang unterstützt hatte. Er vermutet gar, dass den Republikanern ein «Blutbad im Senat» drohe.

Der zweite Trump-Kritiker, der sich diese Woche san die Öffentlichkeit richtete, war der Republikaner Chris Christie. Der ehemalige Gouverneur von New Jersey steckte sich im Weissen Haus mit dem Coronavirus an und erkrankte schwer. Er gab gegenüber der «New York Times» Fehler im Umgang mit dem Virus zu.

Christie gibt sich geläutert

Während seiner sieben Tage auf der Intensivstation habe er Zeit zum Nachdenken gehabt, erklärte Christie am Donnerstag gegenüber der «New York Times». Es sei ein Fehler gewesen, unter anderem bei einer Veranstaltung im Weissen Haus Ende September keine Maske getragen zu haben. Er habe angenommen, sich dort in einer «sicheren Zone» zu befinden. «Ich lag falsch.»

Christies Infektion war nach der von US-Präsident Donald Trump Anfang Oktober bekannt geworden. Er hatte Trump zuvor auch bei Vorbereitungen der TV-Debatte gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden geholfen. Nach der Debatte und der Veranstaltung im Weissen Haus waren mehrere Personen im Umfeld des Präsidenten positiv getestet worden.

Christie warnte davor, das Virus auf die leichte Schulter zu nehmen. «Es ist etwas, das man sehr ernst nehmen muss», erklärte er und rief Menschen mit öffentlichen Ämtern auf, sich dafür einzusetzen, dass Amerikaner in der Öffentlichkeit Masken tragen, soziale Distanz wahren und sich häufig die Hände waschen. «Niemand sollte glücklich sein, das Virus zu bekommen, und niemand sollte hochmütig darüber sein, sich angesteckt zu haben oder andere anzustecken.» (pit/sda/dpa)

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