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In this Monday, Feb. 20, 2017 traditional Russian wooden dolls called Matryoshka depicting US President Donald Trump, centre left and Russian President Vladimir Putin are displayed for sale at a souvenir street shop in St.Petersburg, Russia.The Kremlin refrained from comment Tuesday, Feb. 21, 2017 on the appointment of the new U.S. national security adviser Army Lt. Gen. H.R. McMaster, but one lawmaker said he was likely to take a hawkish stance toward Russia. (AP Photo/Dmitri Lovetsky)

Wie viel Einfluss hatte Wladimir Putin auf die Wahl von Donald Trump? Bild: Dmitri Lovetsky/AP/KEYSTONE

Wahlhilfe für Trump: Russischer Thinktank ist «ein Sanatorium für Spinner»

Hat eine Moskauer Denkfabrik die russische Einmischung in den US-Wahlkampf geplant? Ein entsprechender Bericht sorgt für Furore, doch Experten winken ab. Der Thinktank habe kaum Einfluss auf die Politik des Kremls.



Mit Hacker-Angriffen und Fake News soll Russland versucht haben, die US-Präsidentschaftswahl 2016 zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen. Der entsprechende Verdacht beschäftigt die USA seit Monaten und hängt wie eine dunkle Wolke über dem neuen Präsidenten Trump. Nun behauptete die Nachrichtenagentur Reuters, sie habe eine heisse Spur entdeckt.

Ein «von Präsident Wladimir Putin kontrollierter Thinktank» soll die entsprechenden Pläne ausgearbeitet haben, heisst es in dem «exklusiven» Bericht. Gemeint ist das Russische Institut für strategische Studien (RISS) in Moskau. Reuters beruft sich auf drei aktive und vier ehemalige US-Regierungsvertreter. Sie verweisen auf Dokumente des RISS, die entsprechende Aktivitäten belegen sollen.

In Russland wurde der Reuters-Bericht zurückgewiesen, und das nicht nur von der Regierung oder staatsnahen Medien wie RT und Sputnik. Auch die englischsprachige «Moscow Times» hält wenig davon. Sie ist vergleichsweise unabhängig und hält die Mutmassungen über eine russische Einmischung in den US-Wahlkampf für plausibel.

«Altersheim für Geheimagenten»

Das Institut für strategische Studien habe dabei jedoch keine Rolle gespielt, schreibt die Zeitung mit Berufung auf Aussenpolitik-Experten. Der vermeintlich mächtige Thinktank sei «ein Altersheim für Geheimagenten und Analysten», sagte eine namentlich nicht genannte Quelle. «Jene, die beim RISS landen, sind alt, leiden unter Realitätsverlust und sind manchmal verrückt.»

Der Politologe Wladimir Frolow bezeichnete die Denkfabrik als «Sanatorium für Spinner». Doch das sei nicht der springende Punkt. Das RISS verstehe weder etwas von US-Politik noch von «Kriegsführung» in den sozialen Medien. «Sie wärmen nur öffentlich zugängliche Medien auf, und überhaupt liest niemand das, was sie schreiben», sagte Frolow.

Der Thinktank war bis 2009 dem Auslandsgeheimdienst SVR angeschlossen und ist seither nominell unabhängig. Die Anschuldigungen aus den USA würden seine Macht «stark überschätzen», schreibt Leonid Bershidsky, der ehemalige Chefredaktor der Wirtschaftszeitung «Wedomosti», in seiner Bloomberg-Kolumne. Nach einigen Fehltritten habe das RISS an Einfluss verloren.

Direktor von Putin abgesetzt

Verantwortlich war der frühere Direktor Leonid Reschetnikow, ein ehemaliger KGB-General und Ultranationalist mit Hang zu Verschwörungstheorien. Unter seiner Leitung habe sich das Institut mit rechtsradikalen Kräften in Moskau verbündet, die kaum Einfluss hätten auf die Politik im Kreml, schreibt Bershidsky. Letztes Jahr wurde Reschetnikow von Wladimir Putin abgesetzt. Zum Nachfolger ernannte er den früheren Ministerpräsidenten Michail Fradkow.

Wenig Sinn ergibt für die russischen Experten auch der Reuters-Verweis auf die angeblich brisanten RISS-Dokumente. «Eines stammt vom Juni 2016, doch die Hacker-Angriffe und die Pro-Trump-Aktivitäten in den sozialen Medien haben mindestens ein Jahr zuvor begonnen», sagte der Politologe Wladimir Frolow. Und für Putin-Kritiker Leonid Berschidsky zeigen die Enthüllungen, dass die US-Nachrichtendienste «nicht verstehen, wer in Moskau über Einfluss verfügt».

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