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Dieses Bild wurde verwendet, um sich politisch zu positionieren. screenshot: twitter / mayliemac8

Softballspielerinnen gegen «Black Lives Matter» eingespannt – das ging nach hinten los

Damit sind die Softballspielerinnen nicht einverstanden: Ein Bild, auf dem sie während der amerikanischen Nationalhymne stehen, wurde für politische Zwecke gegen «Black Lives Matter» verwendet. Und das von der eigenen Managerin.



Die General Managerin des Softballteams Scrap Yard Fast Pitch aus den USA prahlte auf Twitter vor Donald Trump: Sie wollte ihm zeigen, dass ihre Spielerinnen für die Amerikanische Flagge einstehen. Doch den Softball-Spielerinnen gefiel das nicht – sie packten ihre Sachen und gingen.

Aber von vorne: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump kritisierte immer wieder Sportler, die während der Nationalhymne auf den Boden knien, um ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt zu setzen. Die Bewegung wurde 2016 von Quaterback Colin Kaepernick in der Amerikanischen Football Liga in Bewegung gesetzt. Er weigerte sich, während der Nationalhymne zu stehen und kniete zu Boden. Das löste nicht nur unter Sportfans eine hitzige Diskussion aus.

Die General Managerin des Softball-Teams, Connie May, postete auf Twitter einen Tweet mit einem Bild der Spielerinnen und markierte Trump selbst. Mit den Worten «Hey @realDonaldTrump (...) Jede respektiert die FLAGGE!» wollte sie prahlen und zeigen, dass ihre Spielerinnen Amerika respektieren.

Die Spielerinnen erfuhren von dem Tweet in der Umkleidekabine. Es war ein Schock, sagte Pitcher Cat Osterman gegenüber der «Times». Das, was sie am meisten schockierte, war, dass May ohne ihre Zustimmung für alle gesprochen hatte. Der Tweet deute daraufhin, dass sie gegen die «Black Lives Matter» Bewegung seien. Damit möchten sie keinesfalls in Verbindung gebracht werden.

«Wir wurden als Bauern in einem politischen Post eingesetzt, das ist nicht in Ordnung.»

«Je mehr wir darüber diskutierten, desto wütender wurde ich. Schlussendlich sagte ich: Ich bin fertig, ich werde dieses Trikot nicht mehr tragen», sagte Osterman. «Wir wurden als Bauern in einem politischen Post eingesetzt, das ist nicht in Ordnung». Daraufhin packten alle Spielerinnen ihre Sachen und gingen. Der Coach unterstützte sie bei ihrer Entscheidung.

Der Tweet wurde umgehend gelöscht, wahrscheinlich als Folge des darauffolgenden Shitstorms. Weder May noch Scrap Yard Fast Pitch haben auf eine Anfrage der «New York Times» reagiert.

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Team in die politischen Interessen der Managerin May hineingezogen wurden. Nach dem Tod von George Floyd stand in einem Statement des Teams, dass «schwarze Leben zählen, so wie alle Leben». «Alle Leben zählen» - dieser Satz wird in den Augen der «Black Lives Matter»-Bewegung als Argument gegen die Schwarzen verwendet.

«Es war keine schwere Entscheidung, wie jeder denkt, weil wir wussten, dass es das Richtige ist.»

Die Spielerinnen sagten, sie fühlen sich in ihrer Entscheidung wohl. «Wir werden das in unserem Sport nicht tolerieren», sagt Osterman. «Es war keine schwere Entscheidung, wie jeder denkt, weil wir wussten, dass es das Richtige ist.» (cki)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 27.06.2020 09:03
    Highlight Highlight Egal, welche politische Einstellung jemand hat - es geht einfach nicht, dass man andere ungefragt dafür einsetzt, diese zu vertreten. Dies ist absolut unterste Schublade.

    Die Spielerinnen haben deshalb genau richtig gehandelt. So etwas darf man/frau sich einfach nicht bieten lassen. Die verantwortliche Person gehört entlassen.
  • Sälüzäme 26.06.2020 23:37
    Highlight Highlight Tolle Reaktion, gratuliere! 👏👏👏

    Politik hat im Sport nicht verloren, das Team verdient dafür die Medal of Honor.
    • swisskiss 27.06.2020 09:10
      Highlight Highlight Sälüzäme: Politik, besser Gesellschaftspolitik, beeinflusst Showbiz, Sport und Wirtschaft. Egal ob Doppeladler, Mohrenkopf, Anteil Schwarzer im Oscar-Gremium, me too Bewegung etc.etc. machen Sportler, Prominente und Firmen, mt ihren Statesments und Handlungen Politik. Es ist völlig naiv zu glauben, dass Sport unpolitisch ist. Der Wettkampf unter eigener Flagge und Nationalhymne ist so ziemlich das politischste, dass die "Leistungs- Unterhaltungsbranche" zu bieten hat.

      Hier geht es NICHT um Politik, sondern die Entmündigung und Manipulation von Sportlerinnen zu eigenen Zwecken.
    • Sälüzäme 27.06.2020 11:48
      Highlight Highlight Da scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Bei der Ausübung des Sports hat Politik nichts verloren, keine Doppeladler, Banner und ähnliche Statements. Ist ein Sportler im Privaten politisch aktiv ist das sein gutes Recht, so wie jeder andere das auch tun darf. Die Reaktion des Teams war richtig. Unter einer Flagge anzutreten sagt nichts über die politische Einstellung der Sportler aus sondern welchem Land sie angehören, erst Politiker und andere missbrauchen es für ihre Zwecke. Läuft der Sportler nach einem Sieg mit seiner Flagge herum ist das keine politische Aussage.
    • swisskiss 27.06.2020 12:29
      Highlight Highlight Sälüzäme: "Läuft der Sportler nach einem Sieg mit seiner Flagge herum ist das keine politische Aussage." Bei solchen Aussagen, erübrigt sich jede Diskussion .

      Denk doch nochmals darüber nach, was Du da geschrieben hast.

      Stolz, Heimatliebe und Dankbarkeit sind mit dem Zeigen der Fahne ein politisches Statement, mit dem man ausdrückt, was man für sein Heimatland empfindet, dass mithalf diese Leistung zu erreichen. Das ist ein positives politisches Signal, dass gesellschaftlich akzeptiert ist. Nicht akzeptiert werden kritische Statesments, wie schwarze Faust, Plakate, Kniefall etc.
    Weitere Antworten anzeigen
  • modjoes 26.06.2020 21:24
    Highlight Highlight Bei einem Vorstellungsgespräch per Telefon bekam vorgestern meine Tochter die Frage: Von wo kommst du ursprünglich her? Welcher Religion gehörst du an?? Ich bin ein Secondo, sie, dritte Generation hier in der Schweiz. Super nicht? Wobei man anmerken muss, dass die Frau am Telefon nur Hochdeutsch mit Akzent sprach. Das war eine Zahnarztpraxis und sie die Ehefrau des Zahnarztes. Vorstellungstermin hat sie, wird ihn aber absagen.
    • Hans Nötig 27.06.2020 08:21
      Highlight Highlight Sei doch nicht so empfindlich.
      Das Sie die Möglichkeit bekommen hat, spricht dann wohl eben ganz genau gegen Rassismus. Wahrscheinlich war Sie bloss interessiert, weil der Name nicht schweizerisch geklungen hat.

      Aber hey, dem Nächsten der mich in einer Bar fragt woher ich komme, haue ich mein Bierglas über den Kopf und beschimpfe ihn als Rassisten - wie kann man eine solche Frage jemandem überhaupt stellen. Unglaublich frech und widerlich....
    • Crissie 27.06.2020 10:22
      Highlight Highlight Und was ist jetzt so schlimm daran? Ich finde diese Fragen absolut legitim; wobei ich anmerken muss, dass ich vor 50 Jahren selbst in die CH gekommen bin und meinen Akzent nie verloren habe. Man kann auch übertreiben mit seiner Empfindlichkeit!
  • Unicron 26.06.2020 20:22
    Highlight Highlight Gute und mutige Reaktion. Die Spielerinnen riskieren ihre Karriere, aber stehen für ihre Werte ein. Das würde nicht jeder machen. 👍
    • Pepe le Fart 27.06.2020 16:08
      Highlight Highlight Was verdient ne Softballspielerin in den USA? Karriere hin oder her. Ich finds korrekt, es geht hier eher um Missbrauch wegen einem politischem Statment. Hätte ich auch nicht toleriert.

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