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Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat - wie weitere Politiker in Deutschland - Morddrohungen erhalten. (Archivbild)

Ein rechtsradikaler Attentäter hatte der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker 2015 bei einem Wahlkampftermin mit einem Messer in den Hals gestochen. Bild: EPA DPA

Weitere Morddrohungen gegen deutsche Politiker

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und weitere deutsche Politiker haben Morddrohungen erhalten. Die deutsche Polizei bestätigte am Mittwoch, dass die Drohung gegen Reker nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke eingegangen ist.



Laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung übernahm das Berliner Landeskriminalamt die Ermittlungen, da auch andere Politiker in Deutschland zahlreiche Morddrohungen erhalten hätten. Unter ihnen ist nach WDR-Informationen auch der Bürgermeister der westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU).

Der Bürgermeister von Altena bestätigte der Nachrichtenagentur DPA in der Nacht auf Donnerstag, dass auch er bedroht werde. Er habe in der Vergangenheit immer wieder mal Morddrohungen erhalten. Zuletzt sei am Dienstag eine solche Drohung eingegangen, sagte er.

Reker und Hollstein waren in der Vergangenheit bereits Opfer von Gewalt geworden. Ein rechtsradikaler Attentäter hatte Reker 2015 bei einem Wahlkampftermin mit einem Messer in den Hals gestochen. Die parteilose Kommunalpolitikerin wurde lebensgefährlich verletzt und musste notoperiert werden. Hollstein wurde 2017 in einem Dönerimbiss angegriffen und mit einem Küchenmesser bedroht. Dabei wurde er leicht am Hals verletzt.

Steinmeier mahnt

Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses erschossen worden. Am Wochenende wurde ein 45-jähriger Mann mit rechtsextremem Hintergrund als dringend Tatverdächtiger festgenommen. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen und stufte die Tat als «politisches Attentat» ein.

Der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier forderte am Mittwoch mit Blick auf den Mordfall Lübcke Respekt und Schutz für Kommunalpolitiker in Deutschland. Sie seien diejenigen, «die die Kärrnerarbeit unserer Demokratie leisten», sagte Steinmeier beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund. «Sie verdienen nicht nur unser Vertrauen, sie verdienen Respekt, und sie verdienen vor allem Schutz vor jeder Form von Herabwürdigung, Hetze und roher Gewalt.» (sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • H. Fröhlich 21.06.2019 14:13
    Highlight Highlight Kein Wunder, wenn die Antifa, die seit der Wende ( 30 Jahre) vor Faschisten warnt und sie aufdeckt, in die linke Terror-Ecke gestellt wird. Rechts-faschistische Anschläge / Morde als Lausbubenstreiche oder "Döner-Morde" abgetan werden. Erschreckend wie die Polizei und vorallem der Verfassungsschutz im braunen Sumpf kräftig mitmischt. z.B: NBD-Verbot geht nicht weil zuviel Verfassungsschützer drinn sind und dies finanzieren. Eben so bei den NSU / "Döner-Morden". Die Regierung schaut zu und plappert äber Qualitionen und Autobahnmaut. Erschreckend!
  • .i.i.i. 20.06.2019 21:18
    Highlight Highlight Es hat begonnen. Wie viele werden wohl diesmal sterben?
  • Gender Bender 20.06.2019 10:11
    Highlight Highlight Entnazifizierung als Mythos, überdeckt durch das Wirtschaftswunder. Die deutschen Eliten haben nichts kapiert, drängen die Unterschicht an die Wand, diese reagiert aggressiv und wird noch mehr marginalisiert. Und auch wenn die deutsche Aufarbeitung der Geschichte vorbildlich ist und seinesgleichen sucht, Nazis waren sie mit Inbrunst und Herzblut. Das kriegt man nie mehr aus den Kleidern gewaschen.
    • Saraina 20.06.2019 22:53
      Highlight Highlight Als ob das zur Zeit ein deutsches Phänomen wäre, und gewaltbereite Rechtsnationalisten nicht anderswo auch töten würden.
  • Avalon 20.06.2019 09:12
    Highlight Highlight Es ist traurig, dass Lübcke zuerst sterben musste, damit die rechtsradikale Bedrohung ein echtes Thema in den deutschen Medien wurde. Die Verfilzung dieses rechtsradikalen Netzwerks reicht in die Polizei und Behörden, man kann nur hoffe, dass jetzt auch entsprechende Schritte erfolgen werden.
    • Heidi Weston 20.06.2019 09:48
      Highlight Highlight Das wird bereits zu spät sein.
      In Ostdeutschland kommt die AFD bereits auf 23% und kann im Herbst zur stärksten Partei in Brandenburg, Sachsen und Thüringen werden.
      Die Saat der Rechtsradikalen geht bereits auf!

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