International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

«Recht auf Leben und Selbstbestimmung» zu diesem Thema diskutierte Anne Will mit fünf Gästen.  bild: screenshot/ard

So zerlegt eine Journalistin einen 26-jährigen CDU-Politiker zum Thema Abtreibung



In Deutschland ist es Ärzten verboten für Schwangerschaftsabbrüche zu werben. Die Grosse Koalition aus CDU, CSU und SPD hat sich Ende Januar für einen Kompromiss und eine Lockerung des Paragrafen 219a ausgesprochen. Künftig sollen Ärzte über Abtreibungen informieren dürfen. Die Änderung soll es vor allem Frauen erleichtern, Ärzte zu finden, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen.  

Dass Abtreibungen in Deutschland aber immer noch sehr umstritten sind, zeigte die jüngste Ausgabe der ARD-Talkshow «Anne Will». Die gleichnamige TV-Journalistin diskutierte in illustrer Runde den gelockerten Paragrafen. Geladen waren vier Frauen und ein Mann – darunter die Journalistin und Edition-F-Chefredaktorin Teresa Bücker und der CDU-Bundestagabgeordnete Philipp Amthor.  

Der erst 26-jährige Politiker gilt als Nachwuchshoffnung der CDU. In der TV-Debatte ging Amthor aber gehörig unter. Allen voran gegen Teresa Bücker. 

Auch Männer hätten einen Anteil an der Schwangerschaft, sagte Amthor zu Beginn der Sendung. Er stehe hinter dem Kompromiss, den die Grosse Koalition gefunden habe. «Das ist ein Konsens, auf dem wir bleiben müssen. Und ich bin weit davon entfernt, Frauen da irgendwelche Belehrungen zu geben», so der Jungpolitiker. 

Journalistin Bücker konterte darauf unter grossem Applaus aus dem Publikum: «Wir behandeln Frauen immer noch wie unmündige Bürger, die diese Entscheidung nicht alleine treffen können.» 

Amthor versucht sich zu wehren. Doch Bücker lässt sich nicht unterbrechen. «Wenn Sie schwanger wären», meint sie Richtung Amthor gewandt, «dann würde ich Ihnen zutrauen, diese Entscheidung ganz alleine zu treffen.»

«Ich kann sie [die Gebärmutter] ja jetzt nicht rausnehmen und Herrn Amthor rüberreichen»

Teresa Bücker

Frauen würden in Sachen Abtreibung nicht selbstbestimmt handeln können und «die Gebärmutter wird ein Stück weit wie ein Gefäss behandelt», so die Journalistin weiter. Unter tosendem Applaus versetzt sie Amthor den Gnadenstoss: «Ich kann sie [die Gebärmutter] ja jetzt nicht rausnehmen und Herrn Amthor rüberreichen.»

Amthor antwortet kleinlaut: «Das möchte ich auch nicht. Und was ist mit dem Kind dadrin?» 

Bückers Antwort kommt postwendend: «Das Kind ist mit mir eine Einheit, oder auch die Schwangerschaft. Und ich gehe soweit, dass ich sage, jede Frau kann es zu jedem Zeitpunkt selbst entscheiden. Und die Schwangeren sind der beste Schutz für dieses Kind.» (ohe)

Argentinien will die Abtreibung nicht legalisieren

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

«Ein katastrophales moralisches Versagen»

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Mütter machen Porno»: Sat.1-Doku empört Zuschauer

Sat.1 zeigte am Mittwoch zur Primetime eine ungewöhnliche Doku: Fünf Mütter ziehen los, um einen Porno der anderen Art zu drehen.

Das Ziel: Ein Film, der Sex auf eine positive, natürliche Weise darstellt und anders als viele Mainstream-Pornos auf Wertschätzung auch gegenüber Frauen setzt, anstatt diese zum Objekt zu degradieren. Kurzum: Die Mütter wollten einen Pornofilm kreieren, den auch ihre eigenen Kinder angucken könnten.

Dazu casteten die Mütter unter anderem selbst die Darsteller ihres …

Artikel lesen
Link zum Artikel