International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wahlen in Thüringen: Linke gewinnt ++ Höcke: «AfD wird zur gesamtdeutschen Volkspartei»



Das Wichtigste in Kürze

Wer wird regieren?

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will nach der Landtagswahl vom Sonntag erneut eine Regierung bilden. «Der Regierungsauftrag ist ganz eindeutig bei meiner Partei», sagte Ramelow am Abend im Fernsehsender ARD. «Ich werde diesen Auftrag auch annehmen», fügte er hinzu. Die Linke wurde bei der Wahl mit deutlichen Zugewinnen klar stärkste Kraft.

«Ich gehe davon aus, dass es einen klaren Wählerauftrag für Rot-Rot-Grün gibt»

Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringen

Allerdings dürfte die bisherige rot-rot-grüne Koalition die Mehrheit im Landtag verlieren. Zu möglichen künftigen Bündnissen äusserte sich Ramelow denn auch zunächst vorsichtig. «Da warte ich das amtliche Endergebnis ab», sagte er lediglich. Dann müsse die Partei sehen, wie sie damit umgehen könne.

epa07953002 Minister President of Thuringia Bodo Ramelow (R) of The Left (Die Linke) party casts his ballot next to his wife Germana Alberti vom Hofe (L) during the Thuringia state elections, at a polling station in Erfurt, Thuringia, Germany, 27 October 2019. According to the Statistical Office of Thuringia some 1.73 million people are eligible to vote in the regional elections for a new parliament in the German federal state.  EPA/RONALD WITTEK

Bodo Ramelow mit Ehefrau Germana Alberti vom Hofe. Bild: EPA

Der Ministerpräsident zeigte sich bereit «zu Gesprächen mit allen demokratischen Parteien», liess aber offen, ob es dabei im Falle der CDU auch um eine Regierungszusammenarbeit gehen könnte. Die CDU hatte dies vor der Wahl ausgeschlossen.

«Immerhin haben 76 Prozent der Thüringer die AfD nicht gewählt. Das ist eine deutliche Mehrheit und zeigt, dass in diesem Land gute Arbeit gemacht wird.»

Ramelow verwies auch auf hohe Zustimmungswerte für seine Landesregierung insgesamt, was die Linke gestärkt habe. «Ich bedaure, dass SPD und Grüne es nicht geschafft haben, von dem gleichen positiven Wert zu profitieren», sagte er zu Verlusten seiner bisherigen Koalitionspartner.

Und die AfD?

AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke hat das Abschneiden seiner rechtsnationalistischen Partei als ein deutliches Votum der Wähler gewertet. «Das ist ein klares Zeichen der Thüringer: So geht es nicht weiter», sagte er am Sonntagabend.

Die AfD habe ihr Ergebnis um mehr als 100 Prozent gesteigert, sagte Höcke unter dem Jubel seiner Anhänger in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. «Die Thüringer haben heute die Wende 2.0 gewählt.» Bei der nächsten Wahl werde die AfD die absolute Mehrheit holen.

Bjoern Hoecke, chairman of the far-right Alternative fuer Deutschland (AfD) in Thuringia and top candidate of the party for the state elections, third of right, celebrates together with supporters after first results in Erfurt, Germany, Sunday, Oct. 27, 2019. The citizens of the German state Thuringia elected their new parliament during this day. (AP Photo/Jens Meyer)

Die AfD sei auf dem Weg zur gesamtdeutschen Volkspartei: Björn Höcke. Bild: AP

«Fakt ist, die Regierung Ramelow ist abgewählt, und das ist gut für Thüringen», so Höcke mit Bezug auf die bisherige Regierungskoalition zwischen den Linken, der SPD und den Grünen unter Führung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke)

So reagiert das Netz

(sda/reu/bal/watson.de)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Rechtspopulisten in Europa

SPD-Schulz sorgt für Eklat

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Ich kann es nicht mehr ertragen» – Ministerin stellt Corona-Leugner heftig in den Senkel

Es scheint, als sollte man sich in Deutschland lieber nicht mit hohen weiblichen Regierungsmitgliedern anlegen. Die Chancen, mit Corona-Leugnereien und -Provokationen ungeschoren davon zu kommen, sind eher klein.

AfD-Politiker Hans-Christoph Berndt musste diese Erfahrung soeben im Brandenburger Parlament machen. Er hatte mit seinen Aussagen die Wut der dortigen Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher auf sich gezogen.

«Hören Sie doch mal auf mit ihrer Corona-Leugnerei. Ich kann es nicht mehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel