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Boateng wolle man nicht als Nachbar? Jérôme «kann nur darüber lachen»



29.05.2016; Augsburg; Fussball Testspiel - Deutschland - Slowakei;
Fans Deutschland mit Transparent fuer Jerome Boateng (GER)
(Sebastian Widmann/Witters/freshfocus)

Beim Länderspiel der Deutschen zeigten einige Fans Flagge. Bild: Sebastian Widmann/freshfocus

Der deutsche Fussball-Nationalspieler Jérôme Boateng hat gelassen auf die abschätzigen Äusserungen von AfD-Vize Alexander Gauland gegen ihn reagiert. Er könne darüber nur lächeln, sagte Boateng am Sonntagabend in der ARD.

Germany's Jerome Boateng listens to the national anthems prior to the friendly soccer match between Germany and Slovakia in Augsburg, Germany,  Sunday, May 29, 2016. A top member of a rising German nationalist party has drawn sharp criticism for reportedly saying that many people wouldn't want Jerome Boateng, a Germany national soccer team player whose father was born in Ghana, as their neighbor. Alexander Gauland was quoted as telling the Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung newspaper:

Boateng (oben :)) beim Länderspiel der Deutschen gegen die Slowakai.
Bild: Matthias Schrader/AP/KEYSTONE

Es sei traurig, «dass so etwas heute noch vorkommt», sagte der Nationalspieler nach dem Fussball-Länderspiel gegen die Slowakei. «Ich glaube, heute waren auch genug positive Antworten im Stadion. Ich habe ein paar Plakate gesehen», fügte er hinzu.

Im Stadion in Augsburg hatte es Sympathiebekundungen für Boateng gegeben. Fans hängten etwa ein Transparent mit der Aufschrift «Jerome sei unser Nachbar!» auf.

Gauland hatte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS) mit Blick auf den dunkelhäutigen Boateng gesagt: «Die Leute finden ihn als Fussballspieler gut, aber wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.»

Der in Berlin geborene Boateng hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater. Die Äusserungen hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der deutsche Justizminister Heiko Maas nannte sie «schlicht rassistisch».

Nach der Kritik entschuldigte sich AfD-Chefin Frauke Petry «für den Eindruck, der entstanden ist». Gauland verteidigte sich zunächst, er habe in einem vertraulichen Hintergrundgespräch mit der Zeitung nur «die Einstellung mancher Menschen beschrieben».

Dem widersprach die FAS. Am Abend räumte Gauland in der ARD ein, Boatengs Name möge gefallen sein.

(sda/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 31.05.2016 11:11
    Highlight Highlight Der akzeptierte "Rassismus" ist allgegenwärtig. Überall!
    Die Formulierung, oder ähnliche, von A. Gauland (afd) werden in ganz Europa jeden Tag zig tausendfach geäussert. Jetzt schreien die Getroffenen und die Schuldigen schweigen.
    Der einzige der cool bleibt, ist J. Boateng selbst. Denn der kennt die Doppelmoral bereits.
  • benjo46 30.05.2016 16:06
    Highlight Highlight Das klingt jetzt etwas doof. Aber hat dieser Gauland etwas davon gesagt wieso er Boateng nicht als Nachbarn will? Ich habe das Interview nicht gelesen aber kann ja gut sein, dass man das mit der Hautfarbe rein interpretiert? Dann ist jeder der das interpretiert ein Rassist. Ich wünsche mir eine Welt wo es keine Frage mehr ist ob einer schwarz, weiss oder sonst etwas ist sondern nur noch als Mensch gilt. Egal von welcher Seite...
  • Donald Draper 30.05.2016 08:29
    Highlight Highlight Braune Voll-Nuss, Made my Day!
  • bobi 30.05.2016 07:51
    Highlight Highlight Bildbeschriftung: Boateng (oben). 😂😂😂😂😂😂😂😂😂👌👌👌👌👌😎😎😎😎😎
  • Calvin Whatison 30.05.2016 07:32
    Highlight Highlight Zusammenhalten, und zeigen das dass anders besser geht. Dann hat dieser brauner Sumpf keine Chance. Schön diese Solidarität.

    Je suis Boateng

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