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Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: Ramelow im 3. Wahlgang gewählt



Der letztmalige Wahlgewinner Bodo Ramelow von der Partei Die Linke will wieder Ministerpräsident von Thüringen werden.

Reicht nicht: Ramelow. Bild: EPA

Er hat nie einen Zweifel daran gelassen, zurück in die Staatskanzlei des ostdeutschen Bundeslandes Thüringen zu wollen: Mehr als vier Monate nach der Landtagswahl hat es der Linke-Politiker Bodo Ramelow am Mittwoch nach einer Zitterpartie im dritten Wahlgang mit den 42 Stimmen seiner rot-rot-grünen Wunschkoalition geschafft.

Der 64-Jährige, der 2014 erster Ministerpräsident der Linken in Deutschland wurde, hat bei der Wahl zum Schluss alles auf eine Karte gesetzt.

So kündigte er am Mittwoch überraschend an, dass er die CDU-Abgeordneten um Stimmenthaltung bitten wolle - dabei fehlen seinem Dreierbündnis vier Stimmen für eine eigene Mehrheit. Damit setzte Ramelow keinen der Christdemokraten dem Verdacht aus, mit seiner Stimme gegen den CDU-Beschluss - keine Zusammenarbeit mit Linke und AfD - verstossen zu haben.

Chef einer Übergangsregierung

Nun wird Ramelow Chef einer Übergangsregierung auf Zeit. Am 25. April 2021 sind Neuwahlen - das haben Linke, SPD und Grüne mit der CDU wegen der schwierigen Mehrheitsverhältnisse ausgehandelt.

Ramelow gilt als der etwas andere Linke: Er stammt aus Niedersachsen und kam nach dem Mauerfall als Gewerkschafter von Hessen nach Thüringen. Er bezeichnet sich als Sozialist und Christ.

Ramelow hat keine SED-Vergangenheit und vermied als Chef einer rot-rot-grünen Landesregierung in den vergangenen Jahren alles, was ihn auch nur in den Ruf eines Parteisoldaten bringen könnte. Stattdessen kultivierte er sein Image als Landesvater - und gewann damit als ersten Linker am 27. Oktober 2019 eine Landtagswahl.

Beliebtheitswerte um 70 Prozent

Selbst Konservative wie Thüringens Ex-Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) oder Alt-Bundespräsident Joachim Gauck bescheinigten ihm, seinen Job ganz gut zu machen. Und Ramelow, der als Regierungschef das Land kreuz und quer bereiste, sehr direkt auf Menschen zugeht und emsig seine Botschaften auf Twitter tippt, kommt auch bei vielen Bürgern an. Einige Umfragen bescheinigten ihm Beliebtheitswerte um die 70 Prozent.

Seine politische Karriere begann Ramelow 1999. Damals zog er für die damalige PDS in den Thüringer Landtag ein. Machtbewusst und wortgewandt stieg er schon zwei Jahre später zum Fraktionschef und Oppositionsführer im Parlament auf.

2005 wurde er in den Bundestag gewählt, wo er eine Legislaturperiode blieb. In dieser Zeit war er auch Fusionsbeauftragter der Linken mit der WASG. Ramelow ist verheiratet und hat aus erster Ehe zwei erwachsene Söhne. (sda/dpa)

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