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epa08111694 Tourists take pictures on a panoramic viewing deck on Victoria Peak in Hong Kong, China, 08 January 2019. According to recent reports, tourist arrivals in Hong Kong fell 56 percent year on year in November, the worst since the SARS outbreak in 2003.  EPA/JEROME FAVRE

Den schlimmsten Rückgang an Touristen hatte Hongkong beim SARS-Ausbruch im Jahr 2003 zu verzeichnen. Nun gibts Verdachtsfälle in Thailand, Südkorea und Singapur. Bild: EPA

Neuer Erreger in China ist ein Sars-Virus – wie bei der Pandemie 2002/03



Der in China kursierende neue Erreger ist dem Berliner Virusforscher Christian Drosten zufolge ein Sars-Virus ähnlich dem bei der Sars-Pandemie 2002/03. «Es ist dieselbe Virusart, nur in einer anderen Variante».

Dies sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin am Dienstag. Unterschiede gebe es vor allem bei den Proteinen, mit denen das Virus an menschliche Zellen andocke. Bei der Sars-Pandemie waren von China ausgehend weltweit rund 8000 Fälle erfasst worden, mehr als 800 Menschen starben.

Dass ein zuvor unbekanntes Virus so wie das jetzige Ausbrüche beim Menschen verursacht, kommt nach Einschätzung Drostens etwa alle zehn Jahre vor.

Wie viele Fälle gibt es?

Für den neuen Erreger haben die chinesischen Behörden bisher 41 nachgewiesene Erkrankungen gemeldet, mehrere Patienten sind demnach in kritischem Zustand. Ein 61-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen soll an der Infektion gestorben sein. Zudem gibt es Verdachtsfälle in Thailand, Südkorea und Singapur.

Diese seien allerdings mit Vorsicht zu beurteilen, selbst wenn eine vermeintliche Laborbestätigung vorliege, sagte Drosten. Die Aussagekraft der eingesetzten Tests sei unterschiedlich, möglicherweise müssten Testergebnisse im Nachhinein revidiert werden. Derzeit arbeitet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) demnach mit den Ländern daran, einen einheitlichen diagnostischen Test festzulegen.

Wie schlimm ist der Ausbruch?

Dass aus China seit einigen Tagen keine neuen Erkrankungen gemeldet würden, gebe Anlass zu Hoffnung, so Drosten. Beruhigend sei aber vor allem ein anderer Faktor: «Es gibt bisher keine Ärzte und kein Pflegepersonal mit Symptomen.» Das sei ein guter Hinweis darauf, dass das Virus nicht leicht übertragbar ist.

Nach derzeitigem Wissen sorge das Virus für Fieber und Symptome einer Lungenentzündung. «Die oberen Atemwege sind nicht betroffen, es gibt beispielsweise keinen Schnupfen.» Von Lunge zu Lunge gelangt ein Erreger schwerer als etwa mit den Tröpfchen beim Niesen.

Tatsächlich sei eine Übertragung von Mensch zu Mensch bisher noch nicht bekannt geworden – was allerdings nicht bedeute, dass es sie nicht geben kann. «Das Virus könnte zum Beispiel von Menschen übertragen worden sein, die selbst symptomfrei geblieben sind.»

Wo kam das Virus her?

Als Ursprungsort der Krankheit gilt derzeit der Huanan-Markt in Wuhan, einer 11-Millionen-Metropole in Zentralchina. «Auf solchen Märkten herrscht oft grosses Gedränge, Wildtiere werden dort lebend oder ganz frisch geschlachtet verkauft», erklärte Drosten. Die chinesischen Behörden haben demnach bereits eine Hypothese, von welcher Tierart der Erreger auf den Menschen übergesprungen sein könnte. «Das wird aber erst offiziell verkündet, wenn es als gesichert gilt.»

Beim Sars-Ausbruch 2002/03 gelten Schleichkatzen als wahrscheinlichster Ursprung des Erregers. Sars steht für «Severe Acute Respiratory Syndrome», also Schweres Akutes Atemwegssyndrom.

(dsc/sda/dpa)

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