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From left, White House Senior Adviser Jared Kushner, U.S. Trade Representative Robert Lighthizer, Vice President Mike Pence, President Donald Trump, Secretary of State Rex Tillerson and National Security Adviser H.R. McMaster attend a bilateral meeting with Vietnamese Prime Minister Nguyen Xuan Phuc in the Cabinet Room of the White House in Washington, Wednesday, May 31, 2017. (AP Photo/Andrew Harnik)

Ist Trump ganz einfach verrückt? Oder was hat es mit den Gerüchten um die Kündigung des Pariser Klima-Abkommens auf sich? Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Analyse

Trump schiesst sich selbst ins Knie – und die USA ins Abseits

Die Kündigung des Klimaabkommens hätte vor allem einen Verlierer: die USA.



Ist Trump ganz einfach verrückt? Die Frage stellt sich, nachdem der 45. Präsident tatsächlich das Pariser Klima-Abkommen kündigen will. Die USA sind nämlich die Profiteure dieses Abkommens. Weshalb? In den USA verdrängt billiges Erdgas zunehmend die Kohle bei der Erzeugung von elektrischem Strom. Da Erdgas deutlich weniger CO2 abgibt als Kohle, sind die USA auf bestem Weg, ihre Zusagen zu erfüllen, die sie im Pariser Abkommen gemacht haben.  

Deshalb sind es nicht nur Grüne und Linke, die den Präsidenten inständig gebeten haben, das Pariser Abkommen einzuhalten. Namhafte Vertreter des Big Business gehören dazu, auch sein Aussenminister Rex Tillerson, der zuvor CEO von Exxon war. Selbst der Öl-Multi hat Trump in einem Brief aufgefordert, den Pariser Vertrag doch bitte nicht zu kündigen.  

Populismus und politisches Kalkül

Warum könnte es Trump trotzdem tun? Wem die naheliegende Antwort, dass er ganz einfach verrückt ist, nicht genügt, dem sei ein Spruch des erzliberalen Steueraktivisten Grover Norquist in Erinnerung gerufen: Alle, die den Präsidenten lieben, wollen, dass er den Pariser Vertrag zerreisst. Alle, die ihn hassen, wollen ihn davon abbringen.  

Er überlegt noch: Donald Trump.

Trumps Entscheid ist damit eine Mischung aus Populismus und politischem Kalkül. Er gerät in der Russland-Affäre zunehmend in die Defensive. Wenn er jetzt das liberale und anständige Amerika noch mehr gegen sich aufbringt, kann ihm das nur recht sein. Die Hillbillys in den Appalachen, die Johnny-Six-Packs im Mittleren Westen und die Rednecks im Süden jubeln, wenn die «Liberals» an der Ostküste und in Kalifornien vor Wut aufjaulen.  

epa06001520 (FILE) - Smokes billow out of chimneys at a chemical plant in north China's Tianjin municipality, 23 December 2008 (reissued 31 May 2017). US media report on 31 May 2017 that US President Trump is set to withdraw the USA from the Paris Climate Agreement, citing senior officials.  EPA/RYAN TONG

Rauch über einer Industrieanlage im Norden Chinas. Während die USA mit dem Gedanken spielen, das Pariser Klima-Abkommen zu kündigen, werden China und Indien dabei bleiben.  Bild: RYAN TONG/EPA/KEYSTONE

Trumps symbolische Politik

Zum Glück betreibt Trump zwar eine idiotische, aber weitgehend symbolische Politik. Die Energiewende hat nicht nur bei uns stattgefunden, sondern weltweit. China und Indien beispielsweise werden an ihren Zusagen zum Klimaabkommen festhalten. Beide haben die Weichen in Richtung erneuerbare Energie gestellt und geben dabei Vollgas.

Auch in den USA ist der Zug abgefahren. Ein Unternehmen wie Apple bezieht heute 96 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen. Kalifornien hat beschlossen, dass bis ins Jahr 2030 die Hälfte der Energie nachhaltig erzeugt werden muss; und Kalifornien beschäftigt heute im Bereich der grünen Energie mehr Menschen, als in der gesamten Kohlenindustrie tätig sind.

Die Trumps beim Papst

Kalifornien denkt auch nicht im Traum daran, die aufgeweichten Abgaswerte für Autos auf seinem Hoheitsgebiet zuzulassen. Weil mehr als ein Drittel aller Autos in den USA in diesem Bundesstaat verkauft werden, wird kein Hersteller wieder auf dreckige Motoren setzen.  

Trumps Vorgehen wäre damit nicht nur kindisch. In der Sache schadet er den Interessen der amerikanischen Wirtschaft – und für das Renomee der USA wäre es katastrophal.

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