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Ägyptens Präsident Al-Sisi stimmt auf Militäreinsatz in Libyen ein



epa07506120 A handout photo made available by Egyptian Presidency shows Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi (R) receiving Commander of the Libyan National Army (LNA) Khalifa Haftar (L), in Cairo, Egypt, 14 April 2019. Forces loyal to Haftar are engaged in a military operation since early April to take control of the Libyan capital Tripoli.  EPA/EGYPTIAN PRESIDENCY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der abtrünnige libysche General Chalifa Haftar (l.) und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi pflegen gute Beziehungen. Bild: EPA/EGYPTIAN PRESIDENCY

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat sein Militär auf einen möglichen Einsatz im benachbarten Bürgerkriegsland Libyen eingestimmt. «Seid bereit für jegliche Mission innerhalb unserer Grenzen - oder wenn nötig ausserhalb unserer Grenzen.»

Das sagte Al-Sisi beim Besuch einer Luftwaffenbasis nahe der libyschen Grenze. Ägypten unterstützt in Libyen den abtrünnigen General Chalifa Haftar, dessen Verbündete gegen Truppen der international anerkannten Regierung kämpfen.

Haftar konnte seine Offensive auf Tripolis dank der Militärhilfe aus Ägypten sowie aus Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten vorantreiben. Die Regierungstruppen drängten ihn mit militärischer Hilfe der Türkei aber schliesslich zurück.

Al-Sisi äusserte sich nun erstmals öffentlich über einen möglichen Militäreinsatz in Libyen. Die Armee sei «in der Lage, die nationale Sicherheit Ägyptens innerhalb und ausserhalb der Grenzen zu verteidigen». Solch ein Einsatz sei «legitim», sagte der Präsident nach einem Bericht des Staatsfernsehens vom Samstag.

Ziel sei der Schutz der westlichen Grenzen vor Bedrohungen von «Terrormilizen und Söldnern». Es gehe auch darum, in dem Bürgerkriegsland für Sicherheit zu sorgen und den Weg zu einer Waffenruhe zu ebnen.

«Rote Linie»

Al-Sisi hatte vor gut zwei Wochen nach einem Treffen mit Haftar in Kairo eine neue politische Initiative und eine Waffenruhe für Libyen angekündigt. Dabei war aber kein Vertreter der libyschen Regierung anwesend.

Die libyschen Regierungstruppen belagern derzeit die strategisch wichtige Küstenstadt Sirte in Libyen. Sollten sie diese von Haftars Truppen einnehmen, sei eine «rote Linie» überschritten, sagte Al-Sisi. Die Kontrolle über Sirte bedeutet auch die Kontrolle über mehrere Häfen sowie zahlreiche Ölpipelines und Gasleitungen des Landes. Die Stadt gilt deshalb als Schlüssel zu wichtigen Ressourcen in dem Krieg.

Ägypten sorgt sich um die Sicherheit an der etwa 1200 Kilometer langen Grenze im kargen Wüstenland. Dort kam es schon mehrfach zu terroristischen Angriffen. Zudem will Al-Sisi verhindern, dass islamistische Gruppen ihren Einfluss in Libyen ausdehnen. (sda/dpa)

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