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epa07434261 Rescue workers search the site for pieces of the wreckage of an Ethiopia Airlines Boeing 737 Max 8 aircraft near Bishoftu, Ethiopia, 13 March 2019. Ethiopian Airlines flight ET 302 carrying 149 passengers and 8 crew was en route to Nairobi, Kenya, when it crashed on 10 March 2019 by yet undetermined reason. All passengers and crew aboard died in the crash. The Boeing 737 Max 8 aircraft has come under scrutiny after similar deadly crashes in Ethiopia and Indonesia within a few months. Several countries have banned the plane type from their airspace and many airlines have grounded their 737 Max 8 planes for safety concerns after the Ethiopian Airlines plane crashed minutes after take-off on 10 March.  EPA/STRINGER

Experten bei Arbeiten an der abgestürzten Boeing 737 Max 8. Bild: EPA/EPA

Boeing-Absturz in Äthiopien zeigt klare Ähnlichkeiten mit Crash in Indonesien

Der Druck auf Flugzeughersteller Boeing steigt weiter. Die Daten der Blackboxes deuten nach dem jüngsten Absturz auf Ähnlichkeiten mit dem Crash in Indonesien im Oktober hin. Unterdessen wurden bei einem Trauergottesdienst für die Opfer in Äthiopien leere Särge beigesetzt.



Die Auswertung der Flugschreiber der in Äthiopien verunglückten Boeing 737 Max 8 mit 157 Menschen an Bord lässt nach Dafürhalten der äthiopischen Regierung auf «klare Ähnlichkeiten» mit dem Absturz einer baugleichen Maschine in Indonesien im vergangenen Jahr schliessen. Das erklärte die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Moges am Sonntag, nachdem französische Experten die Daten der sogenannten Blackboxes ausgelesen hatten.

Die Flugschreiber seien in gutem Zustand und hätten die Auswertung «von fast allen erfassten Daten» ermöglicht. Die Regierung werde in einem Monat einen detaillierten Bericht dazu veröffentlichen, so die Ministerin weiter.

Die Flugschreiber zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache wohl entscheidend sein werden. Die Blackboxes der vergangenen Sonntag abgestürzten Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines waren seit Freitag von der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA ausgewertet worden. Die Behörde übergab die Daten an Äthiopien. Bei dem Absturz von Flug ET 302 nahe der Hauptstadt Addis Abeba waren alle 157 Menschen an Bord ums Leben gekommen.

Steuerungssoftware als Auslöser?

Im Oktober war in Indonesien eine ebenfalls relativ neue Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Lion Air abgestürzt; dabei kamen fast 200 Menschen ums Leben. Ermittler vermuten, dass eine von Boeing eigens für die neue Flugzeugreihe entwickelte Steuerungssoftware ein wichtiger Auslöser des Absturzes gewesen sein könnte. Sollte die Software auch nach dem jüngsten Crash im Mittelpunkt stehen, würde der Druck auf Hersteller Boeing weiter steigen.

Relatives grieve next to empty caskets draped with the national flag at a mass funeral at the Holy Trinity Cathedral in Addis Ababa, Ethiopia Sunday, March 17, 2019. Thousands of Ethiopians have turned out to a mass funeral ceremony in the capital one week after the Ethiopian Airlines plane crash. Officials have begun delivering bags of earth to family members of the 157 victims of the crash instead of the remains of their loved ones because the identification process is going to take such a long time. (AP Photo/Mulugeta Ayene)

Die Trauer in Äthiopien ist grenzenlos. Bild: AP/AP

Nach dem jüngsten Crash erliessen Luftfahrtbehörden rund um die Welt daher bis zur Klärung der Unglücksursachen ein Flugverbot für die Boeing 737-Max-Reihe. Die rund 370 seit 2017 ausgelieferten Flugzeuge müssen daher am Boden bleiben. Boeing will in den kommenden Wochen ein Update für die inzwischen kritisch beäugte Steuerungssoftware an die Airline-Kunden verteilen.

Für Boeing sind die Zweifel an dem Kassenschlager - der US-Konzern hat noch fast 5000 offene Bestellungen für die Flugzeugreihe - ein ernsthaftes Problem. Es drohen Entschädigungsforderungen. Der Aktienkurs des US-Luft- und Raumfahrtkonzerns fiel vergangene Woche drastisch.

Trauergottesdienst in Addis Abeba

In Addis Abeba gedachten am Sonntag Tausende mit einem Trauergottesdienst der 157 Todesopfer. Im Rahmen der Zeremonie wurden 17 leere Särge in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit beigesetzt. Jeder Sarg, eingehüllt in die Flagge des ostafrikanischen Landes, stand symbolisch für eines der äthiopischen Opfer.

Die Identifikation der sterblichen Überreste werde bis zu sechs Monate dauern, erklärte die Verkehrsministerin. Die Behörden hätten DNA-Proben von den Angehörigen eingesammelt. Mit diesen würde ein internationales Expertenteam nun an der Identifikation arbeiten, sagte sie. Unter anderem wegen der Wucht des Aufpralls gilt eine Identifikation der sterblichen Überreste als extrem schwierig. (sda/afp)

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