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epa07242609 Motorists drive past tires set alight by opposition supporters after the electoral commission announced that the poll will be delayed by one week, in Kinshasa, Democratic Republic of the Congo, 20 December 2018. The head of Congo's electoral commission Corneille Nangaa announced on 20 December that the poll, orignially scheduled for 23 December will be delayed by one week until 30 December, citing the recent fire that destroyed 80 percent of the voting machines. Emmanuel Ramazani Shadary, the ruling party candidate and a loyalist of outgoing president Joseph Kabila, faces challenges posed by Felix Tshisekedi, the leader of the Union for Democracy and Social Progress (UDPS) party, and the joint opposition candidate Martin Fayulu.  EPA/STEFAN KLEINOWITZ

Menschen auf einem Motorrad fahren an einem brennenden Reifen in Kinshasha vorbei: Nach den Wahlen wird ein markanter Anstieg der Gewalt befürchtet. bild: epa

Tausende Menschen flüchten vor blutigem Konflikt im Kongo



Tausende Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen aus dem Kongo geflüchtet. Wie das Uno-Flüchtlingswerk UNHCR am Freitag in Genf mitteilte, sind bereits rund 16'000 Menschen in die angrenzende Republik Kongo (Kongo-Brazzaville) geflohen.

Hintergrund seien blutige Konflikte in westlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo. Dort sei eine alte Rivalität zwischen zwei Volksgruppen wieder aufgebrochen, Dutzende Menschen seien bereits getötet worden. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder des Volks der Banunu.

In der Republik Kongo werden sie derzeit von der Uno und lokalen Behörden versorgt. Die Flüchtlinge berichteten, dass in ihrer Heimat Häuser niedergebrannt würden, sagte UNHCR-Sprecher Andrej Mahecic. Sie befürchteten eine weitere Eskalation des Konflikts mit dem Volk der Batende.

Wahlen nach zwei Jahren

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der instabilsten Länder Afrikas. Mit zweijähriger Verzögerung waren am vergangenen Sonntag die 39 Millionen Bürger zur Wahl eines Nachfolgers von Präsident Joseph Kabila aufgerufen. Das Ergebnis soll am kommenden Sonntag verkündet werden.

Congolese President Joseph Kabila arrives to cast his vote Sunday, Dec. 30, 2018 in Kinshasa, Congo. Forty million voters are registered for a presidential race plagued by years of delay and persistent rumors of lack of preparation. (AP Photo/Jerome Delay)

Weigerte sich zwei Jahre lang abzutreten: Joseph Kabila bei der Stimmabgabe. Bild: AP/AP

Der Chef der nationalen Wahlkommission verkündete jedoch am Donnerstag, wegen logistischer Probleme werde sich die Bekanntgabe des Wahlergebnisses voraussichtlich verzögern. Die in dem Land einflussreiche Katholische Kirche forderte daraufhin die wahrheitsgemässe Veröffentlichung der Ergebnisse. Die Bischofskonferenz sei im Besitz von Daten aus den Wahllokalen, wonach der Sieger bereits feststehe.

Furcht vor Gewalt

Seit dem Ende der belgischen Kolonialherrschaft 1960 gab es noch nie einen friedlichen Machtwechsel. Beobachter fürchten, dass es auch diesmal wieder blutige Gewalt geben könnte, sollten die verkündeten Ergebnisse nicht glaubwürdig sein.

Seit Montag haben die Bürger keinen Zugang mehr zum Internet, ausserdem stoppten die Behörden das Signal des Senders Radio France Internationale (RFI). Die Sprecherin des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte, Ravina Shamdasani, sagte am Freitag in Genf, es sei zu befürchten, dass die Bemühungen, Andersdenkende zum Schweigen zu bringen, «einen gegenteiligen Effekt haben könnten, wenn die Ergebnisse verkündet werden».

Die Präsidentschaftswahl hätte laut Verfassung eigentlich schon vor zwei Jahren stattfinden müssen. Da sich Amtsinhaber Joseph Kabila jedoch weigerte, wie vorgesehen nach zwei Amtszeiten abzutreten, wurden die Wahlen mehrfach verschoben. Proteste dagegen wurden blutig niedergeschlagen. (sda/dpa)

Auch in anderen Regionen des Landes werden von Gewalt heimgesucht:

Zahl der Ebola-Fälle im Kongo weiter gestiegen

Video: srf

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