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epa04140269 (FILE) An undated handout image of the Ebola virus, created by CDC microbiologist Cynthia Goldsmith and made available by the Centers for Disease Control and Prevention. According to CDC the colorized transmission electron micrograph (TEM) revealed some of the ultrastructural morphology displayed by an Ebola virus virion. Liberian authorities on 25 March 2014 reported 11 suspected Ebola cases and five deaths, after the deadly virus spread from neighbouring Guinea where it killed at least 59 people.  EPA/CYNTHIA GOLDSMITH/CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND PREVENTION/HO MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ebola verbreitet sich zur Zeit in Afrika. Bild: EPA/CDC / HANDOUT

Ebola-Epidemie

Die Angst und die Realität: Wie gefährlich ist Ebola in den USA?

Können zwei Kranke 320 Millionen Gesunde anstecken? Theoretisch ja, ansonsten nur in Hollywood. Dennoch sorgen zwei Amerikaner für Sorgen in den USA. Denn sie haben nicht irgendeine Krankheit. Es ist Ebola.



Zuerst war es nur einer. Quasi der Patient null in den USA. Dann steckte er erst ein paar, dann immer mehr an. Diese infizierten weitere und zum Schluss waren es Tausende. Nein, mit Ebola wurde in den USA noch niemand angesteckt, wohl aber mit der Angst vor Ebola.

Obwohl Experten die Infektionsgefahr als vernachlässigbar einstufen, blühen in sozialen Netzwerken die Angst und die Verschwörungstheorien. Selbst der Milliardär Donald Trump twitterte, dass es die Inkompetenz der US-Führung zeige, Ebola-Patienten ins Land zu bringen und warnte vor einer Seuchenwelle. «Lasst sie draussen!», forderte er.

«Ich möchte niemanden mit Ebola nahe der USA haben.»

«Ich möchte niemanden mit Ebola nahe der USA haben», twitterte eine besorgte Frau. «Die beiden dürfen nur verbrannt und in einer versiegelten Urne in dieses Land zurückkommen. Punkt!», schrieb ein anderer. 

Infizierte in stabilem Zustand

«Die beiden», das sind ein Arzt und eine Schwester, die in Afrika für eine Hilfsorganisation gearbeitet haben. Beide haben sich mit Ebola infiziert, der Krankheit, der in Westafrika in den vergangenen Wochen schon mehr als 700 Menschen zum Opfer fielen.

Der Zustand der beiden Helfer ist ernst, aber stabil. Am Samstag traf der Arzt in Atlanta ein, dann machte sich das Flugzeug wieder auf den Weg nach Liberia, um die Frau zu holen.

«Atlanta ist nur sechs Stunden entfernt, und ich kenne mindestens zwei Leute da», schrieb einer bei Twitter, als würden die beiden Patienten auf dem Centennial Plaza genau in der Innenstadt abgelegt.

«Ebola in die USA zu bringen, ist der grösste Mist, den ich je gehört habe», twitterte «Quandra». Und eine «Laura» fragt, «wie schnell das Virus von Atlanta zu mir nach San Diego» kommen könne.

Ist es Ernst oder Sarkasmus, wenn «Idaho Stan» empfiehlt, sich «mit Muni für deine Waffen einzudecken, bevor die Epidemie richtig ausbricht»? Eine «Kay» spottete bereits: «Ebola ist in den USA, lasst die Verschwörungstheorien beginnen!» Ihrer Aufforderung hätte es nicht bedürft: «Ein widerlicher Versuch der Bevölkerungskontrolle in Afrika?», fragt «Marianne S».

Gesundheitsbehörde als Zielscheibe

Ausgerechnet die, die die Kranken betreuen und die Menschen beruhigen soll, ist die grösste Zielscheibe: Die Gesundheitsbehörde CDC. «Ebola aus Afrika? Ich glaube, es kommt aus dem CDC-Labor», behauptet «Lalava1». «Stacy» glaubt zwar, dass Ebola aus Afrika kommt, dass die CDC die Kranken aber nur einfliege, um ihre Isolierstation zu testen.

Das Vertrauen in die CDC ist nicht mehr ganz felsenfest, seit CNN von allzu sorglosem Umgang der Wissenschaftler mit ansteckendem Material berichtete. So soll eine Vogelgrippeprobe mit nur minimalem Schutz transportiert worden sein, und einige Forscher hatten demnach gefährliches Material in Ziploc-Tüten. Das sind die Plastikbeutel, die man oben zudrücken kann – sehr praktisch für ein Butterbrot, unpassend für tödliches Material.

Obama: Keine Gefahr

epa04338158 US President Barack Obama holds a a brief press conference in the briefing room, where he spoke about Israel, Russia, the economy, and Congress, at the White House in Washington, DC, USA, 01 August 2014. Obama also used the opportunity to speak about the upcoming Africa Summit in DC, and the spread of ebola on the African continent.  EPA/JIM LO SCALZO

Obama versuchte zu entwarnen. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Präsident Barack Obama selbst umgab sich am Wochenende auf einem Gipfel in Washington mit Dutzenden afrikanischen Staatschefs, die gerade eingeflogen waren. Es bestehe keine Gefahr, beteuerte der Präsident, räumte jedoch ein, dass die Sicherheitsmassnahmen verschärft wurden.

«Ich habe keine Sorgen um meine Gesundheit oder die unseres medizinischen Personals.»

Virologe Bruce Ribner

Am sachlichsten sehen es noch die Experten selbst: «Ich werde einer der wenigen sein, die mit den beiden Kranken direkten Kontakt haben werden», sagte der Virologe Bruce Ribner von der Emory University. «Und ich habe keine Sorgen um meine Gesundheit oder die unseres medizinischen Personals.» 

CDC-Direktor Tom Frieden sah schlicht eine Verantwortung: «Das sind zwei Amerikaner, die rübergeflogen sind, um Ebola-Patienten zu helfen. Sie verdienen die beste medizinische Betreuung, die sie bekommen können.» (pma/sda/dpa)

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