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Mit diesem Android-Smartphone fordern die Chinesen Samsung und Co. heraus. bild: t-online, laura stresing

Xiaomi Mi Note 10 – das bietet das chinesische Kameramonster

Xiaomi bringt sich in Stellung, um Huawei als drittgrösster Smartphone-Hersteller abzulösen. Eines der am Mittwoch vorgestellten Geräte setzt neue Massstäbe in der Smartphone-Fotografie.

Laura Stresing, madrid / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Mit dem Xiaomi Mi Note 10 schickt der Hersteller aus China ein regelrechtes Kameramonster ins Rennen um Platz drei auf dem europäischen Smartphone-Markt. Ganze fünf Linsen sind auf der Rückseite verbaut. Zusammen sollen sie eine Leistung erbringen, die mit der des Huawei Mate 30 vergleichbar sein soll. Zuvor war das Smartphone in China vorgestellt worden, dort allerdings unter dem Namen Xiaomi CC9. Jetzt kommt das Modell nach Europa.

Damit bringt sich Xiaomi ganz offiziell als Alternative zu dem nach dem Verlust der Google-Lizenzen nahezu chancenlosen Konkurrenten in Stellung. Denn anders als Huawei ist Xiaomi nicht von den US-Sanktionen betroffen und kann seine neuen Geräte auch weiterhin mit allen Android-Funktionen und Google-Apps ausliefern.

Was kostet es?

Xiaomi bringt seine Smartphones deutlich günstiger auf den Markt als andere Hersteller. 549 Euro soll das Xiaomi Mi Note 10 kosten, mehr als Beobachter erwartet hatten, aber trotzdem noch vergleichsweise günstig.

Eine grössere Version mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher soll später nachgereicht werden unter dem Namen Xiaomi Mi Note 10 Pro. Es kostet 649 Euro.

Was kann die Kamera?

Die Penta-Kamera fällt natürlich sofort ins Auge – auch, weil Xiaomi drei der Linsen in einem Riegel verbaut hat, der deutlich hervorsteht. Das sieht nicht nur unschön aus. Es lässt das Smartphone auch kippeln, also leicht wackeln, wenn es auf dem Rücken liegt.

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Das Herstellerbild zeigt die innovative Penta-Cam, die mit 108 Megapixeln auflöst. bild: xiaomi

108 Megapixel sind auf jeden Fall eine Ansage. Zur Veranschaulichung liess Xiaomi in Madrid ein mehr als vier Meter hohes Poster eines Kätzchens auf die Bühne tragen. Das Foto wurde mit der 108-MP-Linse des Mi Note 10 geschossen und mit einer Druckauflösung von 72 dpi ausgedruckt, ohne dass es stark verpixelt aussieht.

Mit einer Makro-Linse (2 MP), zwei Teleobjektiven (12 MP und 5 MP) und einem Ultra-Weitwinkel (20 MP) bleiben fast keine Wünsche offen. Xiaomi deckt hier alle fotografischen Möglichkeiten ab. Es gibt einen fünfstufigen optischen Zoom und mit dem digitalen Zoom lassen sich weit entfernte Objekte sogar um das 50-Fache vergrössern.

Die Fotos lassen sich im RAW-Format abspeichern, was eine spätere Bearbeitung auf Profi-Niveau erleichtert.

Der Wechsel zwischen den einzelnen Kameramodi enthüllt schnell die Schwächen der fünf Objektive. So machen Makroaufnahmen nur bei gutem Licht Sinn, sonst nimmt das Bildrauschen stark zu. Aufgrund der Platzierung der Linsen untereinander muss man beim Fotografieren zudem darauf achten, wie man das Handy hält. Insbesondere im Hochformat und insbesondere in der ultraweiten oder -nahen Einstellung, gerät häufig ein Finger ins Bild. 

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Das Mi Note 10 ist in drei Farben erhältlich: Midnight Black. Glacier White, Aurora Green. bild: xiaomi

Wie gut ist das Display?

Das AMOLED-Display misst 6.47 Zoll und löst in Full HD auf. Die Wiedergabequalität von Videos kann aber nicht mit einem aktuellen Topgerät mithalten. An den Seiten flacht der Bildschirm ab. Auch die Glasrückseite ist gebogen, was das Smartphone schlanker wirken lässt als es ist.

Umfasst wird das Display von einem schmalen, gleichmässigen Rahmen. Die Selfie-Linse löst mit 32 MP auf und ist in einer Notch untergebracht. Bei manchen Anwendungen zeigt die Software allerdings oben und unten breite schwarze Balken an, wodurch die Illusion eines frontfüllenden Displays zerstört wird. Auch beim Klang müssen Nutzer Abstriche machen – integrierte Stereolautsprecher wie bei anderen Premium-Geräten sind nicht vorhanden. 

Wie gross ist der Akku?

Der Akku mit 5'260 Milliamperestunden (mAh) und die Schnellladefunktion mit 30 Watt Ladeleistung schindet Eindruck. Kabelloses Aufladen wird jedoch nicht unterstützt.

Wie schnell ist der Prozessor?

Als Prozessor ist ein Snapdragon 730G verbaut. Er gehört leistungsmässig in die obere MIttelklasse – teure Top-Smartphones bieten hier mehr.

Wie viel Speicher hat es?

Mit sechs Gigabyte Arbeitsspeicher (6 GB RAM) und 128 GB internem Speicherplatz ist das Xiaomi Mi Note 10 üppig ausgestattet, aber nicht Spitzenklasse.

Wann kommt es es?

Zum Schweizer Verkaufsstart und den Preisen liegen watson keine Informationen des Herstellers vor.

Sowohl das Mi Note 10 als auch das Mi Note 10 Pro können ab dem 11. November in Deutschland vorbestellt werden.

Dort sollen die Geräte auch bei Amazon, O2, Telekom, MediaMarkt und Saturn erhältlich sein.

Wie wird das Gerät entsperrt?

Erwähnenswert ist ausserdem der Fingerabdrucksensor, der im Display integriert ist und bei der Aktivierung mit coolen Farbeffekten reagiert.

Welches Betriebssystem hat es?

Beim Betriebssystem setzt Xiaomi auf seine eigene Nutzungsoberfläche MIUI 11, die auf Android basiert. Dabei fällt auf, dass Xiaomi Menüs und Apps anders anordnet als man es von Android gewohnt ist. Es soll wohl übersichtlicher aussehen, kann aber verwirrend sein.

Datenblatt Xiaomi Mi Note 10

Kameras:
- Penta-Cam mit 108 Megapixel (MP) +12MP +5MP +20MP +2MP, Ultraweitwinkel und Makrosensor, 32MP-Selfie-Kamera
Display: 6,47 Zoll AMOLED, 3D curved
Masse: 157,8 x 74,2 x 9,67 mm, 208 Gramm
Farben: Midnight Black, Glacier White, Aurora Green
Prozessor: Snapdragon 730G, Octa-Core mit bis zu 2,2 GHz
Speicher: 6 GB RAM / 128 GB oder 8 GB RAM / 256 GB
Akku: 5.260 mAh, 30 Watt Schnellladen
Anschlüsse: USB-C, 3,5mm Klinke
Sonstiges: In-Display-Fingerabdruckscanner
Betriebssystem: MIUI 11 (Android-Klon)
Preis: 549 € / 649 €

Ebenfalls neu: das Redmi Note 8T

Flankiert wird das Xiaomi Mi Note 10 von einem Mittelklasse-Modell, dem Redmi Note 8T. Es verfügt über eine Vierfachkamera mit 48 MP und einem 6.3 Zoll LCD-Display. Ein Ultraweitwinkel und eine Makrolinse sind auch hier dabei.

Eine Besonderheit bildet die Panorama-Selfie-Funktion, durch die mehr Personen ins Bild passen. Dafür fällt der Akku mit 4000 mAh schmaler aus. Als Prozessor ist ein Snapdragon 665 verbaut.

Das Gerät mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher kostet gerade einmal 199 Euro. Ungewöhnlich für die Preisklasse: Die NFC-Technologie für bargeldloses Bezahlen wird unterstützt. Ausserdem bietet das Redmi 8T Slots für eine zweite SIM-Karte und eine microSD-Karte für mehr Speicher. In Deutschland kommt es am 15. November in den Handel.

Xiaomi gibt Gas

Xiaomi wurde vor gerade einmal neun Jahren gegründet. Genau wie Huawei ist es dem Konzern aus China gelungen, sich weltweit als ernst zu nehmende Smartphone-Marke zu etablieren. Der Abstand zu den Top-Herstellern ist zwar immer noch gross. Doch die Marke gewinnt stetig neue Fans hinzu, auch in Deutschland. 

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Der Aufstieg von Xiaomi in einer Grafik. quelle: t-online / statista

Noch erfolgreicher ist Xiaomi hierzulande aber mit seinen Wearables und Smart-Home-Produkten. Die ausgesprochen günstigen Fitnesstracker etwa findet man in fast jedem Elektronikmarkt an prominenter Stelle. Unklar ist, wie der Hersteller mit seiner radikalen Preisstrategie Geld verdienen will. 

t-online.de hat auf Einladung von Xiaomi an dem Event teilgenommen. Die Kosten für die Reise hat Xiaomi übernommen. Die Berichterstattung bleibt davon unbeeinflusst.

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bigbackclock 08.11.2019 13:20
    Highlight Highlight Via Direktimport kostet die global version 6/128Gb jetzt schon schlappe 460.- Ab Neujahr kostet es bestimmt nochmal ca. hundert weniger, weil das Mi Mix 4 mit Frontcam unter dem Display dann kommt. Xiamo ist genial. Super Quali in jeder Hinsicht, neuste Features und unschlagbar günstiger Preis im vergleich zu Gleichwertigen Geräten von anderen Herstellern.
  • Joker 07.11.2019 20:19
    Highlight Highlight Als Android "Klon" würde ich das aber nicht bezeichnen.. Xiaomi hat einfach seine eigene UI über das ganz normale Android OS gelegt (Daher ja auch der name MIUI).. Wem das nicht passt, der kann sich ja einfach einen anderen Launcher installieren, oder sogar ein custom ROM installieren. Xiaomi ist nähmlich einer der wenigen Hersteller die dem Kunden diese möglichkeit unkompiziert und ohne grosses basteln offen läst. Ausserdem machen die einen Top Job ihre Geräte auch mit der aktuellen Android Version zu versorgen.. Meine Geräte haben inzwischn alle ein Update auf Android 10 erhalten.. Top!
  • K O 07.11.2019 13:12
    Highlight Highlight Wer schlau ist, kauft jetzt zu nem Spottpreis Xiaomi Aktien (ca 1fr/Stück)
    Hab mir mal 5000ins Depot gelegt und in zehn Jahren sind das 50000franken oder mehr.
    Die fluten jetzt langsam die westlichen Märkte mit ihren sehr günstigen und qualitativ sehr hochwertigen Produkten um der Konkurrenz Marktanteile wegzuschnappen.
    Ich nehme Mal stark an, das die Preise im Laufe der Jahre anziehen werden,aber immer noch günstiger als z.b Apple Huawei oder Samsung sind.
    Xiaomi will in Zukunft mehr Geld generieren mit Netzwerkdiensten und dazu müssen sie entsprechende Hardware günstig anbieten.
    • The hard Blob 07.11.2019 16:50
      Highlight Highlight Oder Trump oder wer weiss noch wer kommt und macht wie bei Huawei.
  • Sharkdiver 06.11.2019 17:13
    Highlight Highlight Was kostet es?
    Xiaomi bringt seine Smartphones deutlich günstiger auf den Markt als andere Hersteller. 549 Euro soll das Xiaomi Mi Note 10 kosten, mehr als Beobachter erwartet hatten, aber trotzdem noch vergleichsweise günstig.

    Eine grössere Version mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher soll später nachgereicht werden unter dem Namen Xiaomi Mi Note 10 Pro. Es kostet 649 Euro.

    Ähm p30pro 775.- so deutlich günstiger finde ich das nicht. Ist es denn massiv besser?
    • Joker 07.11.2019 20:34
      Highlight Highlight Naja, die Nachfrage nach Huawei Geräten ist bei der aktuellen Unsicherheit ob es in Zukunft überhaupt noch Updates geben wird gibt extrem zurückgegangen.. Das hat die Preise auch entsprechend gedrückt.. Zum Relase Anfang Jahr haben die P30 Pro noch 999 - 1099 Euro bzw doppelt so viel gekostet (siehe: https://www.chip.de/test/Huawei-P30-Pro-Test_164354313.html )
  • Erklärbart 2.0 06.11.2019 16:38
    Highlight Highlight Verstehe nicht, wieso dass Huawei nicht auf Google setzen darf, Xiaomi aber schon. Kann mir das jemand erklären? Danke.

    Und zur letzten Frage: "Unklar ist, wie der Hersteller mit seiner radikalen Preisstrategie Geld verdienen will."

    Ganz einfach, sie monetarisieren die gesammelten Daten. 🤷🏻‍♂️
    • Sharkdiver 06.11.2019 17:16
      Highlight Highlight Weil der Gründer von Huawei ehemaliger Geheimdienstler ist und nachweislich immer noch der Regierung sehr nahe steht. Zusätzlich ist Huawei in der Netzwerk-Technologie führend. Die USA verdächtigt Huawei für China zu spionieren, was sie Xiaomi nicht vorwerfen. Es gibt bei Huawei in der Vergangenheit zumindest Fragwürdiges zu diesem Thema. Das ist der Unterschied.
    • Erklärbart 2.0 06.11.2019 19:00
      Highlight Highlight Alles klar - Dankeschön Sharkdiver
  • Kiro Striked 06.11.2019 16:28
    Highlight Highlight Bis heute kommen Handykameras Sie nicht an meine c.a. 10 Jahre alte Canon EOS 600D ran. Diese hat damals 400 Franken gekostet. Klar man merkt, dass es nichtmehr neueste Technologie ist, aber die Handykameras wecken in mir nicht die selbe Freude, als ein schön aufgenommenes Foto mit der Canon.

    Zum Bizeli Rumknipsen reicht es bei allen und da mittlerweile das Hauptargument bei allen Handys die Kamera ist, finde ich es nicht überzeugend genug. Für Bizeli Surfen, Youtube und Telegram brauche ich kein so teures Handy.
    • Sharkdiver 06.11.2019 17:22
      Highlight Highlight Wenn ich Grösse, Gewicht und Funktionalität vergleiche, dann hat ein Top-Fotohandy schon seine Berechtigung. Ich kenne mich mit Spiegelreflexkameras nicht aus, aber das p20pro hat bei Tests schon Spiegelreflexkameras geschlagen: https://www.photografix-magazin.de/huawei-p20-pro-laesst-canon-eos-5ds-r-alt-aussehen/
    • Kiro Striked 06.11.2019 18:24
      Highlight Highlight @shark

      Ich habe ein P20 Pro.

      Und nein. Das P20 Pro lässt die Canon 5D nicht alt aussehen. Egal was irgend ein komischer Test sagt.

      Die Bilder sind gut, keine Frage. Aber eine Profikamera wie die 5D wird von nem P20 Pro definitiv nicht in den Schatten Gestellt. Das ist Wunschdenken. Ich arbeite Tag täglich mit Profifotografen zusammen, KEINER davon würde sich hinsetzen und sagen "joa heute für die Hochzeit nehme ich mal das Mate 30 Pro." Ist immer ne frage von Objektiv und Einstellung. Für Handyfotos ist es gut. Aber im Profibereich... Nein.
    • Sharkdiver 06.11.2019 19:31
      Highlight Highlight Nein wie auch im verlinkten Artickel zu lesen, sind die Fotos der 5D besser. Aber der Unterschied ist erstaunlich klein wenn man bedenkt das der vergleich zwischen einem Handy und einer professionellen Kamera gemacht wird. Wer nicht professionell fotografiert und auch reist, fährt jenachdem besser mit einem Handy als einem grossen schweren und teureren aparat. Es geht um das Verhältniss. Ohne Berücksichtigung des Nostalgiefaktor vieler spigelreflexliebhaber
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