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YouTube ohne Katzen-Videos? Unvorstellbar. bild: juxtapost

15 Jahre YouTube: Das sind die meistgesehen YouTube-Videos aller Zeiten

Wie die Erfolgsgeschichte begann, was die erfolgreichsten Videos aller Zeiten sind und warum YouTube zum 15. Geburtstag umstritten wie nie ist.



Seit anderthalb Jahrzehnten gibt es Youtube. Was mit einem banalen Tiervideo begann, wurde zu einem Milliardengeschäft und einem der grössten Portale der Unterhaltungswelt. Doch in Zeiten von Fake News, Hetze und Filterblasen im Netz ist auch die Kritik gross.

Den Anfang machten ein paar Elefanten im Zoo von San Diego. «Das Coole an diesen Typen ist, dass sie diesen echt langen Rüssel haben», sagt Youtube-Mitgründer Jawed Karim, zwei Dickhäuter im Hintergrund. Das erste Video auf der Online-Plattform war banal und unspektakulär - ganz im Gegensatz zum Aufstieg von Youtube, der folgen sollte.

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Das erste Video auf YouTube. Video: YouTube/jawed

Heute schauen Nutzer auf YouTube täglich über eine Milliarde Stunden Videos. Zu den erfolgreichsten Videos aller Zeiten zählen vor allem Musikvideos

Die 10 meistgesehenen YouTube-Videos nach Anzahl der Views bis Februar 2020 (in Milliarden)

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Handy-Nutzer können die Grafik antippen, um sie zu vergrössern. bild: statista

Top 10 der beliebtesten YouTube-Kanäle in der Schweiz mit den meisten Views bis Januar 2020 (in Millionen)

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bild: statista

Die Website entwickelte sich rasch zum Inbegriff des kurzweiligen Internet-TVs und ist heute eine Supermacht der Unterhaltungswelt. Doch so gross der Erfolg, so gross ist inzwischen auch die Kritik. Zum 15. Geburtstag am Samstag 15. Februar ist Youtube umstritten wie nie.

Doch bevor wir zu den Problemen kommen: Diese Videos spielten in der YouTube-Geschichte eine spezielle Rolle:

6 Milliarden Mal «Despacito»

Mit über sechs Milliarden Aufrufen ist aktuell das erfolgreichste Video der Clip zu «Despacito» von Luis Fonsi featuring Daddy Yankee.

Auf Platz fünf liegt das erste Nicht-Musikvideo. Mit 4,22 Milliarden Aufrufen handelt es sich dabei um eine Folge der russischen Kinderserie «Mascha und der Bär» aus dem Jahr 2012.

Von solchen Zahlen waren die Videos aus den Anfängen von YouTube noch weit entfernt. Das erfolgreichste Video aus dem Gründungsjahr hatte aber immerhin bereits 92 Millionen Klicks. Schaut man sich das Video an, bemerkt man auch, wie professionell Videos auf YouTube mittlerweile aufgenommen werden.

Über die letzten 15 Jahre gab es einige Videos, die bisherige Zuschauer-Rekorde brachen. Eine Werbevideo von Nike mit dem Fussballer Ronaldinho erreichte als erstes die Millionenmarke. Zehn Millionen Views knackte ein Video zur Titelmelodie der beliebten Fernsehserie «Pokémon». Das Tanzvideo «Evolution of Dance» von Judson Laipply schaffte es sogar zweimal auf Platz 1 der YouTube-Charts.

Im Dezember 2012 knackte der erste Künstler mit einem Video die Marke von einer Milliarde Aufrufen. Es ist das Musikvideo zu dem Song «Gangnam Style» des Künstlers Psy.

Ganze 1689 Tage dauerte es, bis ins Jahr 2017, bis ein Künstler einen grösseren Hit landete als Psy – das aktuelle Rekordvideo zu «Despacito» von Luis Fonsi.

YouTube ist eine Gelddruckmaschine

Musikvideos und nette Tierfilmchen wie den Elefanten-Clip gibt es zwar noch immer, doch die Zeiten der Unschuld sind längst vorbei. Die Übernahme durch Google, die Kommerzialisierung, die Werbemilliarden - der einstige «Broadcast Yourself»-Spielplatz für Privatvideos ist für Googles Mutterkonzern Alphabet längst nur noch ein grosses Geschäft. Mit dem rasanten Wachstum der Bandbreite haben jedoch auch Einfluss und Verantwortung massiv zugenommen. In der Ära von Fake News, Hetze und Filterblasen im Netz ist Youtube ein steter Stein des Anstosses.

FILE - In this Tuesday, Feb. 28, 2017, file photo, YouTube CEO Susan Wojcicki speaks during the introduction of YouTube TV at YouTube Space LA in Los Angeles. In a Monday, Dec. 4, 2017, blog post, Wojcicki said that more than 10,000 workers will be helping curb videos that violate YouTube's policies from the platform. (AP Photo/Reed Saxon, File)

Youtube-Chefin Susan Wojcicki. Bild: AP/AP

Das weiss auch Youtube-Chefin Susan Wojcicki: «Alle sind die ganze Zeit wütend auf dich», sagte sie der «New York Times» vergangenes Jahr in einem Interview zu Youtubes umstrittenem Umgang mit extremen Inhalten. Enorme rund zwei Milliarden aktive monatliche Nutzer hat die Plattform nach eigenen Angaben inzwischen. Vor fünf Jahren waren es noch halb so viele.

Was Youtube zu Alphabets Erlösen beiträgt, war lange eines der bestgehüteten Geheimnisse der Finanzmärkte - kürzlich gewährte der Konzern erstmals Einblick. 2019 spielte die Plattform demnach bereits Werbeerlöse von gut 15 Milliarden Dollar ein.

Etliche Skandale erschüttern YouTube

Dass Youtube-Chefin Wojcicki alle Hände voll zu tun hat, liegt folglich nicht an den Finanzen. Probleme machen vor allem anstössige Inhalte und der Umgang damit. Soziale Medien geraten zunehmend unter Druck, gegen die Verbreitung von Propaganda und Extremismus vorzugehen, Youtube ist hier keine Ausnahme.

Alleine schon die schiere Masse an Videos - über 300 Stunden an Material werden pro Minute von Nutzern hochgeladen - macht das Ausmisten zu einer Herkulesaufgabe. Doch kann sich ein Grosskonzern mit einem Jahresgewinn von über 34 Milliarden Dollar mit sowas rausreden?

Fest steht: Regelwidrige Clips können sich auf der Plattform durch ständiges Wiederhochladen so rasant verbreiten, dass Youtube trotz ausgeklügelter Algorithmen mit dem Löschen kaum hinterherkommt. Kritiker bezweifeln aber, dass das Unternehmen alles in seiner Macht stehende tut.

In den vergangenen Jahren kam es zu etlichen Skandalen - von Selbstmord-Aufnahmen in den «Trending»-Empfehlungen über Pädophilen-Clips und Sex-Videos im Kinderbereich bis hin zu Videos mit Holocaust-Leugnung und anderer Propaganda. Ex-Mitarbeiter beschuldigten Youtube, die Kontrolle kontroverser Inhalte dem geschäftlichen Nutzen unterzuordnen - also den Werbeerlösen.

YouTube ist auch eine schier unerschöpfliche Fundgrube

So etwas würde das Unternehmen natürlich nie zugeben. Doch gegenüber der «New York Times» gab Wojcicki durchaus Schwächen im Umgang mit problematischen Uploads zu. «Ich weiss, dass wir es besser machen können, aber wir kommen dahin», sagte die 51-Jährige. «Wir erreichen einen Punkt, an dem wir viele dieser Probleme gelöst haben, und ich habe das Gefühl, dass wir schon deutliche Fortschritte gemacht haben.» Das war im April 2019. Seitdem wurde es tatsächlich deutlich ruhiger um die Plattform, auch wenn es weiter viele Kontroversen gibt - etwa um politische Werbung und manipulative Inhalte.

Es wäre allerdings auch unfair, Youtube zum 15-jährigen Jubiläum auf Diskussionen um strittige Videos zu reduzieren. Ein grosser Teil der bisherigen Geschichte ist von harmlosen viralen Phänomenen geprägt - die Plattform ist eine schier unerschöpfliche Fundgrube für Clips aller Art, in der sich von Musikvideos über Rezepte bis hin zu historischen Sportübertragungen oder Beauty- und Lifestyle-Guides eigentlich alles findet. Das Portal ist eine Art riesiges Archiv, das Nutzer durch sein cleveres Empfehlungssystem bei der Stange hält.

Und die Zukunft?

Youtube hat die Unterhaltungsindustrie nachhaltig verändert und sogar Spuren in der Berufswelt hinterlassen - aus Hobby-Entertainern wurden «Youtuber», die an Werbeerlösen beteiligt werden und teilweise ordentlich Geld mit ihren Videos verdienen. Einige von ihnen sind Stars, an denen sich Millionen von Fans orientieren. Die Plattform hat massgeblich dazu beigetragen, der «Influencer»-Kultur den Weg zu ebnen. Die Kommerzialisierung geht indes weiter: Inzwischen versucht Youtube auch schon, mit selbst produzierten Inhalten und Bezahlabos im von Netflix dominierten Streaming-Markt Fuss zu fassen. (oli/sda/awp/dpa/t-online)

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