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China überholt die USA erstmals bei Zahl der Patentanmeldungen. (Archiv)

Der Multimilliardär und frühere IT-Topmanager Eric Schmidt sagt, die USA hätten schlechte Karten im Technologie-Wettstreit mit China. Bild: EPA

«Inakzeptable Praktiken»: Darum warnt der frühere Google-Chef eindringlich vor Huawei

Der amerikanische Topmanager und Multimilliardär Eric Schmidt bezieht im Handelskrieg gegen China klare Position.



Eric Schmidt gibt sich laut einem aktuellen BBC-Bericht überzeugt, dass die chinesische Regierung mithilfe von Huawei die USA ausspioniert habe. Das chinesische Unternehmen sei eine Herausforderung für die nationale Sicherheit und habe inakzeptable Handlungen begangen.

Laut dem früheren Google-Topmanager stehe es ausser Frage, dass Informationen von Huawei-Routern schlussendlich in die Hände des chinesischen Staates gelangten. Wie das passierte, sei ungeklärt, man sei nur sicher, dass es passiert sei.

Huawei hat Vorwürfe immer bestritten, Kundendaten an chinesische Behörden weitergegeben zu haben und ein verlängerter Arm des Regimes in Peking zu sein.

Zur jüngsten Attacke aus den USA nahm der Chef von Huawei Grossbritannien Stellung. Victor Zhang widersprach den Vorwürfen von Schmidt. Sie seien «einfach nicht wahr», sagte er der BBC und betonte, es gebe dafür keine Beweise. Huawei sei ein privates Unternehmen, unabhängig von jeglichen Regierungen, einschliesslich der chinesischen.

Schmidt hatte erst kürzlich seinen Beraterposten beim Google-Mutterkonzern Alphabet aufgegeben und war zum Defence Innovation Board des US-Verteidigungsministeriums (Pentagon) gewechselt. Die USA haben 2019 einen Handelsbann gegen Huawei ausgesprochen, der es Firmen wie Google verbietet, mit dem Unternehmen zu kooperieren.

Der neue Kalte Krieg

Huawei sei ein chinesisches Unternehmen, das auf globaler Ebene operiere und bessere Produkte herstelle als seine Konkurrenten – dies sei aus US-Sicht das eigentliche Problem und die Herausforderung für die Regierung, sagt Schmidt. Es sei aber extrem wichtig, eine Auswahl zu haben.

Schmidt bestreitet gemäss dem BBC-Bericht, dass das chinesische Modell staatlich gelenkter Investitionen in Technologie an sich erfolgreicher sei als ein Modell der freien Marktwirtschaft. Er sei jedoch der Ansicht, dass der Westen das Beste aus seinen Stärken machen müsse:

«Die meisten Menschen würden es vorziehen, im Westen zu leben und zu arbeiten, als in China zu arbeiten.»

Eric Schmidt

Die Zunahme von Nationalismus und Protektionismus in der ganzen Welt sei «sehr besorgniserregend», sagt Schmidt. Und an die Adresse seiner eigenen Landsleute gerichtet erinnerte der 65-Jährige an die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Start-ups im Silicon Valley von im Ausland geborenen Staatsangehörigen gegründet worden seien.

FILE - In this Jan. 15, 2004 file photo, Google CEO Eric Schmidt, top, and co-founders Sergey Brin, left, and Larry Page pose at the company's headquarters in Mountain View, Calif. Google’s IPO 10 years ago launched the company on a trajectory that continues to reshape its business and much of the world in its orbit. (AP Photo/Ben Margot)

Der Erwachsene im Google-Führungstrio, wie früher geflachst wurde: Eric Schmidt mit den Co-Gründern Sergey Brin (links) und Larry Page. archivBild: AP

Schmidt, ein studierter Informatiker, sass im Verwaltungsrat von Branchengrössen wie Xerox, Sun Microsystems und Apple. Ab 2001 war er Topmanager bei Google und ab 2011 CEO und prägte das Wachstum des Suchmaschinenriesen in Zusammenhang mit dem Android-Betriebssystem entscheidend mit. Nach der Umstrukturierung des Konzerns wechselte er in den Vorstand von Alphabet.

2017 gab er seinen Chefposten ab und verliess im Juni 2019 den Silicon-Valley-Konzern, um sich wissenschaftlichen und philanthropischen Zielen zu widmen. Er gründete das Deep-Life-Projekt mit, das riesige Datenmengen für die synthetische Biologie sammeln und nutzbar machen will. Sein Vermögen beträgt über 16 Milliarden Dollar, womit er derzeit auf Platz 76 der Forbes-Rangliste der Multimilliardäre steht.

BBC Radio wird das Interview mit Eric Schmidt unter dem Titel «The New Tech Cold War» ausstrahlen.

(dsc)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sophokles 19.06.2020 13:20
    Highlight Highlight Das gesamte Silicon Valley und alle daraus resultierenden Konzerne hingen jahrzehntelang am Tropf der US Regierung. Ohne diese Subventionen gäbe es heute kein Facebook.
  • GraveDigger 19.06.2020 13:19
    Highlight Highlight Wenn zwei das selbe tun.....
  • Weggli 19.06.2020 12:31
    Highlight Highlight Die Chinesen spionieren.. sagen die Amerikaner welche wiederum die deutsche Kanzlerin ausspioniert haben..🤔
  • Lowend 19.06.2020 12:22
    Highlight Highlight Der muss es wissen! Wer für Google im Topmanagement sitzt, weiss alles darüber, wie Überwachung funktioniert und wie Datenkraken alle erdenklichen Informationen im Netz abfischen. 🤔
  • dmark 19.06.2020 11:51
    Highlight Highlight "man sei nur sicher, dass es passiert sei"
    Äh, ja.
    Und Sadam hatte Massenvernichtungswaffen...
    Typisch amerikanische Vorgehensweise - wir wissen es, wir können aber keine Beweise liefern.

    Es ist ausserdem schon etwas komisch, wenn gerade ein Ex von Google über Datenabgriffe anderer redet.
  • Octavius 19.06.2020 11:33
    Highlight Highlight Ich ,glaube die Amis haben der Sinn für Realität total verloren.
    Google , beschuldigt Huawei wegen spionage?
    Naja, die Genialität ihres Präsidenten, scheint extrem abzufärben. Ich , wäre dafür das man Google, Facebook ,Twitter und konsorten, ihre macht entzieht.
    • NotWhatYouExpect 19.06.2020 13:31
      Highlight Highlight Nein nicht Goolge beschuldigt Huawei wegen Spionage sondern Eric Schmitt der früher CEO bei Google war und nun beim Pentagon arbeitet.
    • Ueli der Knecht 19.06.2020 13:38
      Highlight Highlight "Ich , wäre dafür das man Google, Facebook ,Twitter und konsorten, ihre macht entzieht."

      Konkret wie?

      Und was ist mit NSA, BND, NDB und Konsorten?
    • Ueli der Knecht 19.06.2020 14:54
      Highlight Highlight "Nein nicht Goolge beschuldigt Huawei wegen Spionage sondern Eric Schmitt der früher CEO bei Google war und nun beim Pentagon arbeitet."

      Tüpflischiisr...

      Das macht doch praktisch keinen Unterschied, NotWhatYouExpect. Man muss sich bloss fragen, welche Interessen Eric Schmitt im Pentagon vertritt.

      Die Interessen von Google und vom NSA/Pentagon sind zu einem grossen Teil Deckungsgleich, vorallem wenn es um die Überwachungstechnologien geht, die sowohl Google wie auch dem NSA abhanden kommen, je mehr sich die Chinesen da breit machen können. Das wollen die Amis nicht an die Chinesen verlieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Meyer Andrej 19.06.2020 09:45
    Highlight Highlight Man wird überall ausspioniert, das ist normal! Ich für meinen Teil bin überzeugter Nutzer meines Huawei Handys, auch nach 3 Jahren hält der Akku immer noch sensationell lange, die Verarbeitung ist tadellos, der Preis super. Samsung und Apple, nein danke!
    • The Destiny // Team Telegram 19.06.2020 11:07
      Highlight Highlight Gibt zum Glück noch anderes als Samsung oder Apple.
    • CapD17 19.06.2020 11:24
      Highlight Highlight Ja, was mit deinen Daten geschieht, ist ja egal. Daten von wichtigen Personen sehe ich aber lieber bei den USA, als in China.
    • mrmikech 19.06.2020 11:36
      Highlight Highlight Nein das ist nicht normal! Beispiel: du gründest eine Firma hier in die Schweiz. Deine Daten werden von USA oder China abgefangen und missbraucht um nationale firmen zu stärken - industrielle Spionage also. DASS ist was USA und China tun und das ist NICHT normal. USA und China sind keine freunden sondern Wettbewerber und werden klauen was sie klauen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dragon & Tiger King 19.06.2020 09:35
    Highlight Highlight "Wie das passierte, sei ungeklärt, man sei nur sicher, dass es passiert sei."


    Dieser Satz sagt alles.
    • The Destiny // Team Telegram 19.06.2020 11:07
      Highlight Highlight Gleiche Haltung wie bei "Russiagate"
  • RichiZueri 19.06.2020 09:30
    Highlight Highlight "Wie das passierte, sei ungeklärt, man sei nur sicher, dass es passiert sei." Das erinnert mich an früher, wo die Leute noch Menschenopfer gebracht haben, um Regen für die Ernte zu erhalten. Da wusste auch keiner ob und wie es funktionierte, aber es reichten auch da schon ein paar Indizien, um daran festzuhalten.
  • Peter Troxler 19.06.2020 09:27
    Highlight Highlight Was hat eigentlich der Ort Huawei mit dem Gerätehersteller https://begehrt.ch/?s=Huawei zu tun??
    Kommen all die Geräte, die wir täglich benutzen, etwa von dort???
  • biketraveller001 19.06.2020 08:39
    Highlight Highlight Klar spionieren die Chinesen. "Diktatorisch", aber nur in ihrem Land. Gleich wie die Amerikaner, "demokratisch" aber auf der ganzen Welt.

    Jedoch scheinen die Amerikaner das Monopol in Spionage zu verlieren, so setzte ich gerne ein paar chinesische Puzzleteile ein, damit es für den Datenschutz ein möglichst unvollständiges Puzzle gibt.
    • foreva 19.06.2020 10:32
      Highlight Highlight Wieso sollen die Chinesen nur in "ihrem" Land spionieren? Hast Du Quellen für diese Behauptung?
    • Magnum 19.06.2020 11:43
      Highlight Highlight Dass China nur im eigenen Land spioniert, halte ich für eine groteske Behauptung. Dafür sind zu viele Spitzel Pekings bereits aufgeflogen, und das längst nicht nur in den USA.

      Ende 2019 machte ein Chinese Schlagzeilen, der sich nach Australien abgesetzt hatte und dort über seine Spionage-Aktivitäten in Hong Kong und Taiwan auspackte. Und nein: Taiwan ist nun einmal faktisch nicht Teil der Volksrepublik China.

      Die Aktivitäten der Konfuzius-Institute in verschiedenen Ländern sollten genauer betrachtet werden: Auch da ist Spionage nie weit.
    • Ueli der Knecht 19.06.2020 13:46
      Highlight Highlight "Und nein: Taiwan ist nun einmal faktisch nicht Teil der Volksrepublik China."

      Kommt draufan, was du unter "faktisch" verstehst, Magnum. Wenn das Völkerrecht und die UN Fakten sind, dann gehört Taiwan sehr wohl zur der Volksrepublik China. Aber ich gehe davon aus, dass du weder das Völkerrecht noch die Völkergemeinsacht als Fakt anerkennen willst oder kannst, weil das schlicht nicht in deine verzerrte Ideologie passt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NotWhatYouExpect 19.06.2020 08:25
    Highlight Highlight Schmitt Arbeitet doch nun beim Pentagon oder? Also Propaganda vom feinsten meiner Meinung nach.

    Es fehlen bis dato immer noch harte Fakten die die Spionage von Huawei untermauern würden.
  • Firefly 19.06.2020 08:20
    Highlight Highlight Ich kann also heute wählen ob meine Daten im Weissen Haus landen oder im Kommunistischen Hauptquartier.

    Naja objektiv betrachtet ist das ein Schritt in die richtige Richtung, konnte ich doch vorher gar nicht wählen und alles ging in die USA.

    Und wenn sich die EU nun auch noch ins Geschäft bringt würde die Wahl noch grösser...
    • who cares? 19.06.2020 09:11
      Highlight Highlight Also wenn ich die Wahl habe, ob meine Daten in ein Land gehen, in diesem ich den Präsidenten als unterbeliechtete Orange bezeichnen kann und für meine Rechte auf die Strasse kann oder in ein Land, wo man wegen Winnie the Pooh-Vergleichen verfolgt wird und Proteste gar nicht möglich sind, dann wähle ich wohl ersteres. Klar ist nicht alles gut in den USA, aber in der persönlichen Freiheit sind es Welten zwischen USA und China.
  • G. Laube 19.06.2020 08:09
    Highlight Highlight Das klingt nach reiner Spekulation. Trotzdem, China ist und bleibt für alle Demokratien gefährlich!
  • regen 19.06.2020 08:05
    Highlight Highlight jaja, "ich nicht, du auch".....
  • PeteZahad 19.06.2020 08:02
    Highlight Highlight Scmidt:
    "Es sei aber extrem wichtig, eine Auswahl zu haben."
    Wo hat er nochmals zuvor gearbeitet? 🤔
  • benn 19.06.2020 07:57
    Highlight Highlight Oh mann, sie machen das gleiche wie die USA, bei den Chinesen ist es verwerflich und bei den USA? Nun ja, hätte ich die Auswahl zwischen Pest und Cholera, dann wohl doch lieber die USA, haben wenigstens noch eine minimale Demokratie!
    • Randen 19.06.2020 08:47
      Highlight Highlight Nein es gibt in den USA keine Demokratie mehr. Man darf den Präsidenten öffentlich beschimpfen. Das ist aber nicht Demokratie.
    • Vipermaschine 19.06.2020 08:51
      Highlight Highlight Eigentlich eine Verleumdung. Im Gegensatz zu den USA gibt es bei Huawei bzw. den Chinesen bis dato null Beweise für Spionage durch das genannte Produkt. Und eine Wahl zwischen Pest und Cholera ist für mich keine, ich bleibe hier!
    • mrmikech 19.06.2020 09:43
      Highlight Highlight Da machst du aber ein Denkfehler. USA klaut schon sehr lange Daten von/über Europäische firmen. USA ist also genau so grosse Bedrohung für uns, China fängt erst damit an.

      https://en.wikipedia.org/wiki/ECHELON
  • Jason96 19.06.2020 07:54
    Highlight Highlight "Wie das passierte, sei ungeklärt, man sei nur sicher, dass es passiert sei."
    Fakten oder halt die Klappe, würd ich sagen. Ich kritisiere China genauso wie andere, aber sowas von einem ehemaligen Google-Chef? Peinlich.
  • bebby 19.06.2020 07:40
    Highlight Highlight Ich habe Mühe mit Leuten wie er, die im Rüstungsbereich arbeiten. Da geht es primär um viel Geld...
    • Smörebröd 19.06.2020 22:34
      Highlight Highlight Als ich gesehen habe, wo er jetzt arbeitet, kam mir so spontan das Wort "Pflichtantwort" in den Sinn.

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