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Dating-Apps sind derzeit für viele Singles die einzige Möglichkeit, Bekanntschaften zu machen. Bild: shutterstock.com

Tinder erntet Kritik für neues Abo-Modell

Gechattet wird nur nach einem gegenseitigen Like. Was bei der Dating-App Tinder lange als gesetzt galt, kriegt nun ein Schlupfloch: Wer 86 Franken im Jahr zahlt, kann auch ohne Match das Objekt seiner Begierde anschreiben. Davon sind nicht alle begeistert.



Viele Singles, die vor der Corona-Pandemie noch nicht geswiped haben, tun dies spätestens jetzt. Die kalte Jahreszeit in Kombination mit Lockdown macht das Kennenlernen schwierig. Digitale Verkuppler wie Tinder springen in die Bresche.

Die zahlende Nutzerschaft ist für Tinder besonders attraktiv. Wer bei der Dating-App ein Monatsabo löst, erhält zusätzliche Feautures. Mit «Tinder Gold» kann man «Super Likes» verteilen oder sein persönliches Profil durch einen Boost häufiger anzeigen lassen.

Mit der zahlenden Kundschaft klingeln die Kassen

Seit Anfang 2021 bietet Tinder ein teureres Abo an: «Tinder Platin». Das Abo bringt ein Feature mit sich, von dem nicht alle begeistert sind: Man kann bereits vor dem Match der anderen Person eine Nachricht verschicken.

Hinter Tinder steht die Match Group. Der US-Konzern ist mit über 20 Apps, darunter Hinge, Match, OkCupid, Meetic, Plentyoffish der Dating-Platzhirsch schlechthin. Zusammen mit dem Kassenschlager Tinder besetzt das Unternehmen mit Sitz in Texas rund einen Drittel des Online-Dating-Marktes. Und die Corona-Pandemie bescherte der Match Group Traumzahlen.

Von August bis Oktober erzielte sie dank 10,8 Millionen zahlenden Nutzerinnen und Nutzern einen Umsatz von 640 Millionen Dollar und damit 18 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode (541 Millionen).

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86 Franken im Jahr kostet das Tinder Platin-Abonnement. bild: tinder/screenshot

«Zieh dir was an»

Mit dem neuen Abo-Modell verspricht Tinder seiner Userschaft «mehr Kontrolle, eine bessere Erfahrung und weitere Vorteile» heisst es von der Match Group. Doch das Platinum-Angebot stösst bereits auf Kritik – vor allem von weiblicher Seite.

Die Deutsche Journalistin und Schrifstellerin Kathrin Wessling teilte bereits erste persönliche Erfahrungen mit dem neuen Feature in den sozialen Medien. So schrieb ihr ein Tinder-User, bevor sie diesen überhaupt gematched hatte, «sie solle sich doch was anziehen und ihren Nasenring rausnehmen». Ironisch schreibt Wessling dazu: «Geil, für nur 76.99 kannst du jetzt andere auch belästigen und ihnen ungefragte Nachrichten schicken.»

Fehlverhalten kann gemeldet werden

Auf diesen Vorwurf angesprochen, gibt sich der digitale Verkuppler zugeknöpft: «Bei Tinder Platin wird durch das Anhängen einer Nachricht nicht automatisch ein Match gebildet, ohne das gegenseitige Interesse der anderen Person», so eine Sprecherin.

Ausserdem stehe den Mitgliedern von Tindern ein Reporting-Tool zur Verfügung mit der man jedes Fehlverhalten in Zusammenhang mit an Super-Likes geknüpfte Nachrichten melden könne. «Wir nehmen die Sicherheit unserer Mitglieder sehr ernst und haben eine Null-Toleranz-Politik für Online-Belästigung.»

Tinder-Tipp: Lass die Finger von diesen 11 Tinder-Typen!

Video: watson/Lya Saxer, Knackeboul, Madeleine Sigrist

Derweil startet das feministische Bumble durch

Etwas gegen die Belästigung beim Online-Dating tun, wollte Tinder-Mitgründerin Whitney Wolfe. 2014 gründete sie ihre eigene Dating-App «Bumble». Damit wollte Wolfe den plumpen Anmachsprüchen und sexuellen Belästigungen von Männern einen Riegel schieben. Denn bei Bumble kann nur Frau den ersten Schritt machen. Wolfes Idee feiert Erfolge.

The website home screen for Bumble is displayed on a smartphone in an arranged photograph taken in the Brooklyn borough of New York, U.S., on Friday, Oct. 9, 2020. Blackstone Group, which bought a majority stake in the owner of dating app Bumble last year when it was known as MagicLab, is now seeking a payout from a $200 million loan. Photographer: Gabby Jones/Bloomberg via Getty Images

Wenn Frau bei einem Match nicht innerhalb von 24 Stunden eine Nachricht ins Handy eintippt, ist der Match wieder verschwunden. Bei gleichgeschlechtlichen Matches können beide Parteien eine Konversation beginnen. bild: getty

Vergangene Woche listete die 31-Jährige das Unternehmen hinter der 2014 gegründeten Dating-App «Bumble» an der Börse – und wurde innert kürzester Zeit zur Milliardärin. Wolfe hält 21,5 Millionen Aktien (eine Aktie hat derzeit einen Wert von 75 US-Dollar).

Wolfe, die jüngste weibliche CEO eines börsenkotierten Unternehmens will sich auch in Zukunft weiter feministisch engagieren. Sie kämpft für ein «Internet für Frauen» und träumt von einer digitalen Welt, in der Gleichberechtigung, Respekt und Rücksichtnahme vorherrschen, wie «Die Presse» schreibt.

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Die 21 vermutlich lustigsten (und schrägsten) Tinder-Profile

«Auf Tinder sind alle so: Ja. Nö. Nei. Geil, Titten!»

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