DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Für Jugendliche und Festnetz-Kunden gibt's Rabatt. screenshot: swisscom

Das taugen die neuen Flatrate-Abos von Swisscom wirklich

Swisscom bringt mit fünf neuen «Flatrate»-Handyabos Bewegung in den Markt. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten und der Vergleich mit der Konkurrenz.



Was gibt's Neues?

Die Swisscom lanciert fünf neue Mobilfunk-Abos:

Die neuen Angebote ersetzen die bisherigen Swisscom-Abos und sind ab 25. Februar 2019 gültig. Ausnahme: Swiss Mobile Light soll laut Ankündigung erst im April kommen.

1. «inOne Mobile Go»

Swisscom bietet mit diesem neuen Abo fast unlimitiertes Roaming an. Konkret kann der Kunde in Europa unlimitiert telefonieren sowie für 40 GB pro Monat in Europa surfen (Daten-Roaming nutzen). Allerdings: Wenn der Kunde 40 GB in einem Monat übertragen hat, wird der Internet-Zugang auf eine sehr langsame Geschwindigkeit von 128 Kbit/s gedrosselt.

quelle: moneyland.ch

2. «inOne Mobile Premium»

Das ist das umfassendste Abo von Swisscom. Es kostet 200 Franken pro Monat, mit einem Internet-Abo erhält der Kunde 20 Franken Rabatt. Das Abo ermöglicht unlimitiertes Telefonieren und Surfen in der Schweiz. Die Geschwindigkeit für das mobile Internet beträgt maximal 1 Gbit/s, sobald das neue 5G-Netz verfügbar ist. Allerdings ist das eher eine theoretische Maximalgeschwindigkeit.

quelle: moneyland.ch

3. «inOne Mobile Basic»

Bei diesem neuen Abo erhält der Kunde für 45 Franken im Monat eine Flatrate für Anrufe innerhalb der Schweiz. Zusätzlich inbegriffen sind Roaming-Gespräche in Europa und 2 GB Datenvolumen pro Monat für das Surfen in der Schweiz und im Ausland.

quelle: moneyland.ch

4. «Swiss Mobile Flat»

Für 65 Franken pro Monat (Jugendliche 55 Franken) erhält der Kunde eine Flatrate für Gespräche und das Surfen in der Schweiz. Dieses Abo enthält kein Inklusiv-Roaming. Die Geschwindigkeit für den Internet-Zugang ist auf 50 Mbit/s limitiert.

quelle: moneyland.ch

5. «Swiss Mobile Light»

Bei diesem Abo erhält der Kunde für 25 Franken im Monat eine Flatrate für Anrufe ins Swisscom-Netz. Anrufe in alle anderen Netze kosten 40 Rappen pro Minute. Dazu gibt es 500 MB Datenvolumen für das Surfen innerhalb der Schweiz pro Monat. Die Geschwindigkeit für den Internet-Zugang ist bei diesem Abo auf 50 Mbit/s limitiert.

quelle: moneyland.ch

Schafft Swisscom tatsächlich das Roaming ab?

Jein. 😏

Telekom-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch:

«Das stimmt so natürlich nicht. Swisscom rechnet die Roaming-Kosten einfach in die Grundgebühr mit ein.»

Was positiv sei: Swisscom gebe endlich das schwerverständliche System mit den Roaming-Tagen auf. «Bisher konnten Swisscom-Kunden je nach Abo nur während einer begrenzten Anzahl Tage pro Jahr ihre Roaming-Leistungen nutzen.»

Wie unterscheidet sich das neue inOne Mobile Go von bisherigen inOne-Abos? 

Der Vergleichsdienst Dschungelkompass hält die Unterschiede zwischen Swisscoms bisherigen inOne-Abos und dem neuen Europa-Flatrate-Abo in einer Tabelle fest:

Bild

Wie schnell kann man mit inOne Mobile Go surfen?

Dazu schreibt Dschungelkompass-Geschäftsführer Oliver Zadori:

Die Geschwindigkeit wird mit «nur» 100 Mbit/s angegeben, die älteren Abos hatten höhere Werte. Dies sollte in der Praxis jedoch keine Rolle spielen, denn diese 100 Mbit/s werden derzeit kaum erreicht, da es sich beim Mobilfunk um geteilte Leitungen handelt. Durch die Option «Premium Speed» für monatlich 10 Franken kann die Geschwindigkeit auf das mögliche Maximum erhöht werden. Gegenüber dem günstigsten Abo mit 5 Mbit/s wird das neue Abo je nach Anwendung merklich schneller sein.

Grosser Abo-Vergleich: Unbegrenzte Flatrate mit Roaming

In der nachfolgenden Tabelle listet Dschungelkompass die günstigsten Mobilfunk-Abos auf, die innerhalb der Schweiz unlimitierte Gespräche und Daten sowie auch Guthaben für Roaming beinhalten.

«Swisscoms neues inOne Mobile Go belegt hier einen mittleren Platz. Allerdings sind die vordersten Plätze Aktionsangebote, die nur für kurze Zeit erhältlich sind», schreibt der Handytarif-Experte Oliver Zadori von Dschungelkompass.

Bild

Der Dschungelkompass-Geschäftsführer hält in seiner auch online verfügbaren Tarif-Analyse fest:

«Der Fairness halber muss gesagt werden, dass 4 GB Datenvolumen pro Monat relativ viel ist. Wenn man nicht stundenlang Online-Videos schaut, sollte dies in den Ferien problemlos ausreichen.»

Oliver Zadori, Dschungelkompass

Prepaid- und Abo-Vergleich: 60 Minuten Telefonie und 2 GB Daten

Bei der folgenden Tabelle hat Dschungelkompass die Kosten berechnet, wenn 60 Minuten telefoniert und 2 GB Datenvolumen verbraucht werden. Für diese Nutzung gebe es zahlreiche günstigere Anbieter.

Bild

Interessant sei, dass die Untermarken von Swisscom wie M-Budget, Coop Mobile und Wingo auch ohne Berücksichtigung von Promotionspreisen deutlich günstiger seien.

Beim neuen Swisscom inOne Mobile Basic müsse jedoch berücksichtigt werden, dass die Telefonie-Flatrate und das monatliche Datenvolumen von 2 GB in der Schweiz wie auch in der EU genutzt werden kann. Dies ist identisch mit dem neuen UPC Flex Europe, jedoch 6 Franken teurer.

Dazu hält Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland fest:

«Für die allermeisten Schweizer Kunden würde ein Abo mit unlimitierter Telefonie und 2 GB Datenvolumen pro Monat für die Schweiz ausreichen. Ein solches Abo gibt es bei verschiedenen anderen Anbietern bereits für 30 Franken im Monat. Kunden mit einem solchen Abo können zusätzliche Roaming-Optionen und Roaming-Pakete dazubuchen und fahren damit deutlich günstiger als bei Swisscom.»

quelle: moneyland.ch

Und Wenignutzer?

Auch für Wenignutzer habe die Swisscom eher teurere Angebote, hält Dschungelkompass fest. Ab April werde das neue «inOne swiss mobile light» verfügbar sein. Dies enthalte für 25 Franken monatlich 500 MB Datenvolumen und unlimitierte Anrufe in das Swisscom Fest- und Mobilnetz. Anrufe in andere Netze werden mit 40 Rappen pro Minute verrechnet. 

«Hier ist das Abo der Swisscom Tochtermarke Wingo klar günstiger. Für denselben Preis enthält es unlimitierte Anrufe in alle Netze der Schweiz und mit 1 GB das doppelte Datenvolumen.»

Oliver Zadori

Worauf müssen wechselwillige Swisscom-Kunden achten?

Auf der Swisscom-Website steht:

Bei einem Wechsel auf ein Abo in einer tieferen Preisklasse in den ersten 12 Monaten nach Vertragsabschluss/-verlängerung entstehen einmalig Kosten von 200 Franken.

quelle: swisscom.ch

Swisscom-Sprecherin Annina Merk präzisiert:

Nur Kunden, die in den letzten 12 Monaten ein vergünstigtes Gerät bezogen haben, bezahlen die 200 Franken beim Wechsel. Also auch bei einem Wechsel von einem M-XL Abo aufs neue Angebot entstehen keine Kosten, wenn die Kunden in den letzten 12 Monaten kein vergünstigtes Gerät bezogen haben.

Jederzeit kostenlos möglich sei ein Wechsel auf ein höherwertiges (sprich teureres) «inOne mobile»-Abo. Dies gilt ab der Lancierung der neuen Abos.

Welches Angebot passt?

Welches Mobilfunk-Abo oder Prepaid-Angebot zu einem passt, hängt natürlich von den individuellen Bedürfnissen ab. Mit den Tarifrechnern von Anbietern wie Dschungelkompass oder Moneyland lässt sich das Geeignetste finden.

Warum gibt's keine vergünstigten Handys mehr?

Swisscom tut, was die Konkurrenz schon länger tut.

Und wenn man kein Geld für ein neues Handy hat?

Swisscom bietet neu keine vergünstigten Smartphones mehr an, sondern preist stattdessen die Ratenzahlung an. Davon hält Telekom-Experte Beyeler nichts, Schuldenmachen für ein Smartphone sei keine gute Idee.

«Das Abbezahlen des Smartphones ist zinsfrei und gebührenfrei. Allerdings hat Swisscom in der Vergangenheit wesentlich schlechtere Gerätepreise als die Konkurrenz gehabt, so dass der Kunde effektiv den Aufpreis als versteckte Gebühr bezahlt.»

Fakt ist auch: Verschiedene Unternehmen nehmen das alte Gerät in Zahlung. Und wie wär's mit einer umweltschonenden Occasion?

Kann man mit «inOne mobile go» die Apple Watch 4 im Ausland nutzen?

Bisher ist es nicht möglich, mit der Apple Watch 4 im Ausland das mobile Internet zu nutzen. Und das wird weiterhin nicht möglich sein, obwohl beim teuersten neuen Swisscom-Abo keine separaten Handy-Roamingkosten anfallen.

«Apple unterbindet heute technisch das Roaming für die Apple Watch im Gerät. Wir sind dazu mit Apple in Kontakt.»

Swisscom-Sprecherin Annina Merk

Die Samsung Watch Galaxy hingegen unterstützt gemäss Swisscom-Website internationales Roaming und könne somit vollumfänglich im Ausland genutzt werden.

Kann der Swisscom-Kundendienst weiterhelfen?

Ein Test von watson kurz nach der Präsentation der neuen Handy-Abos hat ergeben, dass Swisscoms Kundendienst-Mitarbeiter noch nicht umfassend über die Neuerungen Bescheid wissen. So erhielten wir leider eine falsche Auskunft. Wechselwillige sollten Angaben am Telefon und im Support-Chat kritisch hinterfragen bzw. wenn möglich überprüfen.

Was ist mit 5G?

Das «superschnelle Handynetz der fünften Generation» ist vorerst vor allem ein Medien-Hype-Thema. Bis zur flächendeckenden Verfügbarkeit ist es ein weiter Weg.

Die Swisscom schreibt:

«Das 5G-Netz von Swisscom ist punktuell bereits in sechs Schweizer Städten auf einer Testfrequenz live. Und bis Ende 2019 ist der punktuelle Ausbau in 60 Städten und Gemeinden der Schweiz geplant.»

Was man sicher braucht, ist ein 5G-taugliches Smartphone. Und da wollen Samsung und Co. bald loslegen. Ob auch Apples nächste iPhone-Generation 5G-tauglich ist, wird sich voraussichtlich im kommenden Herbst zeigen.

Das könnte dich auch interessieren:

11 nervende Leute, die du jedes Mal im Fitnessstudio triffst

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks

1 / 30
Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks
quelle: keystone / martin ruetschi
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Threema ist das neue WhatsApp – und schlägt die Konkurrenz um Längen

Wer hätte gedacht, dass die weltbeste Messenger-App nicht aus dem Silicon Valley kommen würde, sondern vom Zürichsee. Eine persönliche Analyse.

Seit acht Jahren befasse ich mich mit dem sicheren Schweizer Messenger Threema. Den ersten Artikel dazu publizierte ich im Dezember 2012. Titel: «Die Schweizer Antwort auf WhatsApp». Die damalige erste App gab's nur fürs iPhone, und sie war zum Start gratis. Im Interview versprach der Entwickler, Manuel Kasper, die baldige Veröffentlichung einer von vielen Usern geforderten Android-Version. Und:

Er hielt Wort. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Einige dürften sich erinnern, dass es ein gleiches …

Artikel lesen
Link zum Artikel