Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Auf der Strasse wartet das Gesindel auf Backpfeifen. bild: zvg

Review

Der Kult-Prügler «Streets of Rage» feiert nach 26 Jahren ein Comeback – aber was taugt es?

Die Kult-Prügelspiel-Reihe «Streets of Rage» feiert ihr Comeback. Auch wenn die Pixel-Grafik einem Comiclook weichen musste, wird mit der grossen Nostalgie-Kelle angerichtet.



In den 90ern war das Subgenre Brawler total angesagt. Von links nach rechts lief man mit einer Spielfigur durch heruntergekommene Gassen und prügelte böse Buben und auch böse Mädchen aus dem Weg. Der Grund war simpel: Entweder wurde jemand aus dem Familien- oder Freundeskreis entführt oder es musste schlicht eine Stadt vom Verbrechergesindel gereinigt werden.

Spiele wie «Double Dragon» oder «Final Fight» waren nicht nur in den Spielhallen begehrt, sondern konnten auch zuhause konsumiert werden. «Streets of Rage» war Segas Antwort auf die Brawler-Welle. Drei Spiele wurden für den Mega Drive umgesetzt. Einen vierten Titel gab es jedoch nie. Das ändert sich jetzt. Mit gut 26 Jahren Verspätung wird die Geschichte um Axel, Blaze und Co. weitererzählt.

Bild

Strassenkampf-Profi Axel hat sich mittlerweile einen Bart wachsen lassen. bild: zvg

Schlecht erzogene Kinder

Teil vier findet zehn Jahre nach dem letzten Prügelspass statt. Der Verbrecherboss Mr. X taucht zwar nicht mehr auf, doch seine beiden Kinder, die Y-Zwillinge, wollen nun das Erbe antreten und haben die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Auch die Polizei scheint nach der Pfeife der bösen Sprösslinge zu tanzen. Das können sich Axel und Blaze natürlich nicht gefallen lassen und gehen auf die Gassen von Wood Oak City, um die Stadt zu befreien. Dabei bekommen sie von den Newcomern Cherry und Floyd Unterstützung.

Bild

Sogar die Polizei muss aufgemischt werden. bild: zvg

Hinter «Streets of Rage 4» steckt der französische Publisher und Entwickler Dotemu, der die Strassenkampf-Saga weitererzählt und ihr optisch einen eigenen Stempel aufgedrückt hat. Der grosse Unterschied zur Pixel-Prügelei von damals ist der neue Comiclook. Das mag anfangs für Puristen etwas gar befremdlich wirken, doch schnell hat man sich daran gewöhnt, dass jetzt Celshading-Figuren statt Pixel-Charaktere austeilen. Denn die Spielmechanik entwickelt schnell den altbekannten Sog.

Bild

Cherry ist neu im Team und bringt eine Gitarre mit. bild: zvg

Zeitlose Spielmechanik

Wer die alten Spiele kennt, wird sich nach ein paar Minuten schon sehr schnell heimisch fühlen. Die Figuren lassen sich punktgenau steuern und das Gameplay funktioniert auch heute noch erstaunlicherweise einwandfrei. Mit einer Spielfigur nach Wahl läuft man von links nach rechts und haut alle Gegner weg, bis man seinen Weg fortsetzen kann und ein Bossgegner am Ende des Levels aufs Maul bekommt.

Bild

Mit Specialmoves können gleich mehrere Gegner gleichzeitig gebodigt werden. bild: zvg

Jeder Charakter verfügt über eigene Specialmoves sowie Vor- und Nachteile. Während der bärtige Axel der Allrounder in der Truppe ist, kann sich Cherry viel schneller bewegen, hat dafür aber weniger Schlagkraft. Wie gehabt werden unterwegs Mülltonnen, Automaten und auch schon mal ein ganzes Auto zertrümmert. Danach gibt es als Belohnung entweder etwas für den Magen oder Geld, Waffen und sonstigen Sammelkram, um seine Power wiederaufzuladen und wuchtige Specialmoves vom Stapel zu lassen.

Es gibt ordentlich auf die Ohren

Für den Soundtrack zeichnet Komponist Olivier Derivière verantwortlich, der letztens für das Seuchen-Drama «A Plague Tale: Innocence» eine unvergessliche Musik abgeliefert hat. Zwar vermisst man die zeitlosen Klänge der Serienkomponisten Yūzō Koshiro und Motohiro Kawashima, aber Derivière hat es geschafft, dem neusten Ableger seinen eigenen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken. Er bietet eine Mischung aus bekannten Retro-Klängen, intelligenten Verknüpfungen und neuen Electro-Tracks, die sofort ins Ohr gehen.

Ein kurzer Blick hinter die Soundkulisse

abspielen

Video: YouTube/Dotemu

Fans der Musikkomponisten aus Japan kommen aber dennoch nicht zu kurz. Denn wer möchte, kann sich mit den Soundtracks der Vorgänger ein zusätzliches Stück Nostalgie ins Wohnzimmer holen. Denn diese können in den Einstellungen ausgewählt werden, um sie während des Spielverlaufs zu geniessen.

Viele Anspielungen für Fans

Dotemu zeigt in «Streets of Rage 4» regelmässig, wie viel ihnen an der Prügelserie liegt. Es gibt nicht nur in den einzelnen Arealen viele Anspielungen zu entdecken, sondern auch die Story selber schliesst mit witzigen Ideen an die Vorgänger auf.

So dürfen Fans der Retro-Spiele das eine oder andere Wiedersehen mit Kultcharakteren und bekannten Spielelementen aus den Vorgängern feiern. Auch lassen sich Pixel-Figuren aus den vorherigen Abenteuern freischalten, mit denen man in die Strassenkämpfe ziehen kann. Eine versöhnliche Geste für jene, die mit dem Comiclook der Protagonisten nichts anfangen können.

Bild

Es warten einige Pixel-Figuren zur Auswahl. bild: zvg

Eine sehr kurze Prügelorgie

Das Spiel ist leider sehr schnell durchgespielt. Mit dem normalen Schwierigkeitsgrad hat man nach etwa drei Stunden das Ende schon erreicht. Nebst dem Storymodus gibt es aber noch weitere Herausforderungen.

Im Boss-Rush-Modus gilt es zum Beispiel, einige der härtesten Gegner zu bodigen. Selbstverständlich gibt es auch einen Online-Modus und wer mit seinem besten Kumpel, mit natürlich zwei Meter Abstand auf dem Sofa, live spielen möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Sogar mit bis zu vier Spielern kann man die Strassen säubern. Wer es ganz hart möchte, wählt die höheren Schwierigkeitsgrade und bringt sich selber zum Schwitzen.

Ein Schmankerl mit viel Herz

Fazit: «Streets of Rage 4» erfindet das Brawler-Rad nicht neu. Das muss auch nicht sein. Dieses Subgenre ist zeitlos und hat auch heute noch von seiner einfachen, faszinierenden Spielstruktur nichts verloren. Das Gameplay ist simpel, die Aufgabe klar und die trashige Story ist bis zum Schluss unterhaltsam.

Dotemu hat sehr viel Herz in den vierten Teil gesteckt. Das sieht, hört und fühlt man in jeder einzelnen Spielminute. Die zwölf Levels sind abwechslungsreich, es gibt immer wieder mal neue Gegner, die Backpfeifen erhalten möchten, und die Motivationskurve steigt ständig nach oben. Und bei den vielen Anspielungen und Querverweisen wird es dem Fan-Herz nie langweilig.

Auch wenn die Comicoptik anfangs abschrecken mag, wer ein Faible für gute alte Prügelspiele hat, sollte sich dieses kleine Schmankerl für zwischendurch nicht entgehen lassen.

«Streets of Rage 4» ist erhältlich für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC. Freigegeben ab 12 Jahren.

Die neusten Game-Reviews

Nintendo hat gerade «Mario Kart» neu erfunden

Link zum Artikel

London is calling! «Watch Dogs: Legion» hackt sich in die Herzen der Openworld-Fans

Link zum Artikel

«Star Wars: Squadrons» im Test – so gehen Weltraumschlachten!

Link zum Artikel

«Super Mario 3D All-Stars» weckt alte Game-Erinnerungen – gute und schlechte

Link zum Artikel

Ich habe «Tony Hawk» nie gespielt – heute hasst mich mein Vergangenheits-Ich dafür

Link zum Artikel

Warum das neue Marvel-Game nicht sooo übel ist, wie ich befürchtet habe

Link zum Artikel

«Tell Me Why» ist ein bewegendes Videospiel-Drama, das unter die Haut geht

Link zum Artikel

Zwischen Wutausbruch und Nostalgieflash: Das neue «Battletoads» weckt Emotionen

Link zum Artikel

In diesem Game steckt der Spieler in der Monster-Rolle – und das macht mächtig Spass

Link zum Artikel

So geht Open-World! Warum «Ghost of Tsushima» das bessere «Assassin’s Creed» geworden ist

Link zum Artikel

Horror-Fans aufgepasst! «Maid of Sker» ist ein kleiner Geheimtipp

Link zum Artikel

«Assassin's Creed Valhalla» überrascht uns nicht und das ist auch gut so!

Link zum Artikel

Liebe «Twin Peaks»-Fans, «Deadly Premonition 2» könnte euch gefallen

Link zum Artikel

«The Last of Us 2»: Das beste und vor allem wichtigste Spiel, das ich je gespielt habe

Link zum Artikel

Die grosse Game-Kritik: Warum «The Last of Us Part 2» Videospielgeschichte schreibt

Link zum Artikel

Es ist angerichtet: Kann sich das Trash-Game «Maneater» durchbeissen?

Link zum Artikel

Lust auf einen LSD-Trip? Dann spiel doch mal «80’s Overdrive»!

Link zum Artikel
Es ist angerichtet: Kann sich das Trash-Game «Maneater» durchbeissen?

Der Kult-Prügler «Streets of Rage» feiert nach 26 Jahren ein Comeback – aber was taugt es?

Link zum Artikel

Alkoholismus und Depressionen: Dieses Videospiel ist nichts für schwache Nerven

Link zum Artikel

Die teuerste Spielkonsole aller Zeiten feiert ihren 30. Geburtstag

Link zum Artikel

Dieses Game ist so schlecht, dass du es nicht mal im Corona-Lockdown spielen magst

Link zum Artikel

Corona-Koller? Mit diesem neuen Game wird's dir allein zu Haus garantiert nicht langweilig

Link zum Artikel

«Resident Evil 3» im Test: So gut ist das Horror-Remake

Link zum Artikel

«Doom Eternal» ist ein brutal witziger Egoshooter, der mich keine Sekunde enttäuscht hat

Link zum Artikel

Ein Traum wird wahr: Mit «Dreams» dürfen eigene Videospiele kreiert werden

Link zum Artikel

Ich habe Nintendos Gehirnjogging-Game getestet und wurde dabei dümmer

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 60+ Spiele dürfen wir uns 2020 freuen

Link zum Artikel

Das sind die 50 besten Games des Jahrzehnts

Link zum Artikel

Das neue Star Wars-Game «Jedi: Fallen Order» lässt Fan-Herzen höher schlagen

Link zum Artikel

Die Switch Lite ist der fast perfekte Game Boy, den ich mir als Kind gewünscht hätte

Link zum Artikel

Warum «Death Stranding» sehr viel Geduld braucht

Link zum Artikel

«Luigi’s Mansion 3» ist eines dieser Videospiele, die süchtig machen können

Link zum Artikel

Das neue Modern Warfare ist grossartig, aber ...

Link zum Artikel

Mit Fitnessübungen gegen Monster – Nintendo hat schon jetzt das schrägste Spiel das Jahres

Link zum Artikel

Liebe Eltern, lasst eure Kinder nicht alleine mit dem neuen Handy-Game «Mario Kart Tour»!

Link zum Artikel

Das neuste «Zelda»-Game ist ein Meisterwerk. Punkt.

Link zum Artikel

«Gears 5» hat eine kleine Open-World-Erkältung

Link zum Artikel

«Blair Witch» im Test: Ich war sieben Stunden im Wald und habe den puren Horror erlebt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Videospiel liefert wertvolle Daten für die Forschung

Abonniere unseren Newsletter

19 kultige Videospiel-Magazine aus den 90ern, die wir damals verschlungen haben

Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, waren Videospiel-Zeitschriften die einzigen Quellen, um sich über sein liebstes Hobby zu informieren. Wir reisen in die Vergangenheit und blättern uns durch wunderschöne Printprodukte.

In den 90er-Jahren schossen sie wie Pilze aus dem Boden: Die Videospiel-Magazine. Als das World Wide Web erst langsam das Licht der Welt erblickte und Fachmagazine im deutschsprachigen Raum boomten, kamen auch unzählige Videospiel-Zeitschriften auf den Markt. Die Regale im Kiosk des Vertrauens waren voll damit. Viele wurden mittlerweile eingestellt, einige wenige haben überlebt. Hier sind die kultigsten Zeitschriften, die uns damals ein breites Grinsen aufs Gesicht zauberten.

Die erste Ausgabe …

Artikel lesen
Link zum Artikel