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WhatsApp auf altem Handy

Stalking, Belästigung, Überwachung und andere Formen der digitalen Gewalt treffen vor allem Frauen. Bild: Shutterstock

Stalking-App «Dasta» liest WhatsAppDaten aus – das kannst du dagegen tun

Eine Stalking-App für WhatsApp erregt Aufsehen: Mit dem «Dasta» Status-Tracker lässt sich das Chatverhalten von Kontakten ausspähen. Wir erklären, wie sich Nutzer schützen können.



Ein Artikel von

T-Online

Wer wissen will, wann ein bestimmter WhatsApp-Kontakt zuletzt in der App aktiv war, muss nur einen Blick in den Chatverlauf werfen. Unter dem Namen des Kontakts steht, wann dieser zuletzt online war – es sei denn, der Betreffende hat die Funktion aus Datenschutzgründen abgestellt.

Standardmässig ist WhatsApp so eingestellt, dass jeder Kontakt die Status-Information problemlos einsehen kann. Diesen Umstand macht sich die Stalking-App «Dasta – last seen online» des russischen Entwicklers Mitya Shkolov zunutze. Das Programm liest den Online-Status von Zielkontakten automatisch aus und stellt die Nutzungsgewohnheiten grafisch dar. 

Darum sind Datenschutzeinstellungen wichtig

Mit anderen Worten: Nutzer dieser App können andere WhatsApp-Kontakte dauerhaft überwachen und kontrollieren, wann sie wie lange online waren und wie viel sie gechattet haben. Vergleicht man die Chat-Gewohnheiten von zwei oder mehr Nutzern miteinander, liesse sich daraus theoretisch ableiten, ob sie miteinander in Kontakt waren. 

Dass diese Form des WhatsApp-Stalkings möglich ist, ist schon lange bekannt. Mehr als 100'000 Mal wurde die Android-App «Dasta» aus dem Google Play Store heruntergeladen.

Laut den Kommentaren der Nutzer funktioniert sie wie beschrieben. Allerdings klagen viele über die hohen Kosten. Demnach gilt die kostenlose Testversion nur für einen Tag. Danach verlangt der Entwickler ab dem zweiten überwachten Kontakt eine Gebühr.

Mit dem grundsätzlichen Konzept der App scheinen die wenigsten Kommentatoren ein Problem zu haben. Nur eine Nutzerin schreibt:

«Das ist doch krank. Egal wen man stalkt, wahrscheinlich aber Crush, Ex, BFF, den oder die Partnerin. Lasst es. Jemanden dauerhaft zu überwachen mit dieser App ist therapiereif. Vertrauen wird durch sowas zerstört!»

Bild

Die Dasta-App gibts auch fürs iPhone. screenshot: apps.apple.com

So schützt man sich

«Dasta» ist nicht die erste derartige Stalking-App für WhatsApp. Bereits 2018 hatten App-Entwickler aus Mexiko vorgeführt, dass das Status-Tracking möglich ist. Die iOS-App «ChatWatch» hatte ähnliche Funktionen wie «Dasta» für Android.

Allerdings wollten die «ChatWatch»-Entwickler nach eigenen Angaben kein Geld verdienen, sondern die WhatsApp-Nutzer auf ein Problem aufmerksam machen. Vielen sei nämlich nicht bewusst, wie viele Informationen sie in der App von sich preisgeben.

WhatsApp bietet Nutzern die Möglichkeit, ihren Online-Status zu verbergen. Das geht so: 

  1. Öffne im WhatsApp-Menü die Einstellungen.
  2. Tippe auf «Account», dann auf «Datenschutz».
  3. Unter «zuletzt online» kannst du nun angeben, wer den Status einsehen darf. Wähle am besten «Niemand» aus.

Ausserdem gibt es die Möglichkeit, die «Dasta»-App im Google Play Store als «unangemessen» zu melden und Google zu einer Prüfung zu bewegen. Betrügerische, anstössige oder illegale Apps verstossen gegen die Richtlinien für Entwickler. Auch Datenschutzverstösse und dubiose In-App-Verkäufe können ein Ausschlusskriterium im Android App Store sein. 

Kein Schutz vor Überwachung möglich

Mit der oben erwähnten «Datenschutz»-Einstellung in der WhatsApp-App lässt sich nur steuern, wer sehen kann, wann man zuletzt online war. Komplett unabhängig davon sei der angezeigte Online-Status, der sichtbar sei, sobald die App geöffnet wurde, warnt Chip Online. Eine wirksame Möglichkeit, diese Information zu schützen, gebe es bislang nicht. Und genau deshalb funktioniere eine App wie Dasta.
In der Vergangenheit habe WhatsApp trotz entsprechender Hinweise keine Massnahmen ergriffen, eine Überwachung des Online-Status von Nutzern zu unterbinden.

Online-Stalking ist digitale Gewalt

Auch im Fall des iOS-Vorgängers «ChatWatch» leitete Apple eine Prüfung ein, nachdem Medien über die App berichtet hatten. Die Android-Version ist aber nach wie vor im Play Store verfügbar – ebenso wie viele andere Spionage-Apps, mit denen sich die Online-Aktivitäten anderer Nutzer überwachen lassen. 

Stalking, Belästigung, Überwachung und andere Formen der digitalen Gewalt treffen vor allem Frauen. Im Netz finden die Täter unzählige Tools, um Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen auszuspionieren und zu kontrollieren.

Seit Jahren versuchen deutsche Aktivisten auf das Problem aufmerksam zu machen. Die im September gestartete Kampagne «Netz ohne Gewalt» will Opfern helfen und Politik und Justiz dazu bewegen, härter gegen die Nutzer und Anbieter von Stalking-Apps vorzugehen.

Verwendete Quellen:

(str/t-online.de)

2015 berichtete watson über einen Vorläufer der Stalking-App

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Team Insomnia 18.12.2019 08:05
    Highlight Highlight Evtl sollte man hinweisen das es im Cydia-Store noch viel viel mehr solcher Spielereien gibt, die im Prinzip genau das selbe bieten wie „Dasta”. Selbstverständlich kostenlos.
  • Rechthaberwoman 18.12.2019 08:02
    Highlight Highlight Will ja jetzt hier nicht den Apostel spielen, aber: ich benutze schon lange kein Whatsapp mehr. Will mit Facebook nichts zu tun haben. Aber jedesmal, wenn ich sage, dass ich kein Whatsapp nutze, werde ich angeschaut wie von einem anderen Planeten. "Wie kannst du so leben?" "Wenn du kein Whatsapp hast, schreib ich dir nicht" "Wir sind im 21. Jahrhundert, besorg dir Whatsapp" uvm. Alles schon gehört...
  • Madison Pierce 18.12.2019 07:57
    Highlight Highlight Dass WhatsApp bezüglich Datenschutz eine Katastrophe ist, ist bekannt. Interessant wäre eine Übersicht, wie es bei den Alternativen aussieht.
  • mäci 18.12.2019 07:44
    Highlight Highlight Ev. Sollte die Überschrift noch angepasst werden. Dasta kann neben WhatsApp auch andere Apps wie zb. Telegram auslesen.

    https://apps.apple.com/ch/app/dasta-tracker-for-whatsapp/id1451578764

    «Dasta is an app for tracking the time that you spend in such social networks like: Whatsapp, Telegram, VK.
    Get push notifications of every online and offline in the network. Analyze statistics in the form of a beautiful clock face.»

  • Hierundjetzt 18.12.2019 02:31
    Highlight Highlight Und solche Menschen (mit dieser App) zahlen mir mal die AHV 😪😪😪

    Wer ist eigentlich dermassen brätsch blöd solches überhaupt downzuloaden 🤦🏼‍♂️

    Nutzer klagen (!), dass eine Applikation koste😂😂

    Grundregel 1 eines jeden Mitarbeiters einer Überwachungs- oder Polizeibehörde weltweit:

    Du kannst alles und jeden Überwachen, ausgenommen Dein engstes soziales Umfeld. Da machst Du alles kaputt. Innert 10 Sekunden für ein Leben lang.
  • bossac 18.12.2019 00:28
    Highlight Highlight Der Artikel ist nicht ganz korrekt / sauber recherchiert. Besagte App inkl. identischer Funktionalität & Design gab es schon mehrere Jahre unter dem Namen „Netwa“ und wurde schon mehrfach in Artikeln beschrieben. Das Einzige was sich geändert hat, ist der Name (vlt. wurde die alte App gebannt). Aber gut wird darüber breit berichtet, sodass sich Nutzer nicht in vermeintlicher Sicherheit wägen.
  • SGR 18.12.2019 00:25
    Highlight Highlight ....und am Ende des Artikels die direkten Links zur App...
  • w'ever 17.12.2019 21:59
    Highlight Highlight für alle die, die hier schon "nutze kein whatsApp" und "andere app ist besser" geschrieben haben...
    ja es gibt auch andere apps, aber wenn diese um umfeld niemand nutzt, dann bringt diese andere app auch nichts.
    es ist wie wenn du beim beck ein brot mit einem lachs zahlen willst. es funktionert in der echten welt einfach zu selten.
    • Madison Pierce 18.12.2019 07:55
      Highlight Highlight Der Vergleich hinkt. Mit einem Lachs kann man kein Brot kaufen. Aber die Leute, die man auf WhatsApp erreicht, erreicht man alle per SMS.

      Es ist also mehr wie „Brot bar zahlen, wenn der Bäcker keine Karten akzeptiert“.
  • Ökonometriker 17.12.2019 21:28
    Highlight Highlight Mir ist es Iemlich gleich, wenn jemand meinen Status trackt. Whatsapp speichert die Infos auch, wenn ich die Einstellungen anpasse... Mir tun eher die Leute leid, die das nötig haben. Ich werde dieses Jahr meine Weihnachtsspende den Anonymen Vollpfosten zukommen lassen.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.12.2019 21:12
    Highlight Highlight "Stalking, Belästigung, Überwachung und andere Formen der digitalen Gewalt treffen vor allem Frauen."

    Weil Frauen die Technik nicht im gleichen Masse für sich zu nutzen wissen. Ich nehme jetzt mal die Machokulturen aus, wo Männer ihre Frauen auf Schritt und Tritt kontrollieren und beziehe mich auf den "freien" Westen, wo es allen möglich ist, sich mit Internet-Security auseinanderzusetzen.

    Mal ehrlich, wer nutzt denn schon "Privacy Guard" oder "Net Guard", um wenigstens ein wenig aktive Kontrolle über die Apps zu haben?
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.12.2019 21:01
    Highlight Highlight Welcher bei Sinnen seiender Mensch nutzt diese Schadsoftware aus dem Hause Facebook denn Ende 2019 noch? 🙈
  • P. Silie 17.12.2019 20:49
    Highlight Highlight ...Telegram... :)
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.12.2019 21:28
      Highlight Highlight Vom Regen in die Traufe.
    • pacoSVQ 17.12.2019 23:16
      Highlight Highlight @Antinatelist
      Was schlägst du dann vor, Brieftauben?
    • Theor 18.12.2019 07:55
      Highlight Highlight @paco95

      Threema.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachanowist 17.12.2019 20:29
    Highlight Highlight Whatsapp löschen, Threema installieren.

    Hat zumindest für mich super funktioniert. Familie und die wichtigsten Freunde ziehen nach, mit dem Rest kann man SMS-len.
  • Eidg. dipl. Kommentarspalter 17.12.2019 20:12
    Highlight Highlight Threeeeeeeeeemaaaaaaaaaaaaaaa
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.12.2019 21:30
      Highlight Highlight Lieber 100% Open Source!
    • Weiter denken 18.12.2019 07:28
      Highlight Highlight @Anti: Ein Beispiel bitte?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 18.12.2019 13:22
      Highlight Highlight @Weiter denken: Signal. Oder Tox. Wobei Tox weniger massentauglich ist.
  • xHascox 17.12.2019 20:09
    Highlight Highlight Trick #27
    Whatsapp öffnen, aber mit niemandem schreiben, die statistik nützt nicht mehr so viel.

    Ich mag den zuletzt online stempel, man kann dadurch abschätzen ob man eine baldige antwort erwarten kann, oder ob jmd gerade am arbeiten/in den ferien ist.

    Wenn man den zul. Online stempel ausstellt, sieht man trotzdem noch, wann jemand online ist. Man muss die app einfach immer offenlassen, das stalking funktioniert noch genau so...
  • Finöggeli 17.12.2019 19:38
    Highlight Highlight Schritt 1: Nutze kein WhatsApp 😉
  • «Shippi» 17.12.2019 19:36
    Highlight Highlight Der Kommentar der Nutzerin bringt es auf den Punkt: So ein Verhalten ist therapiereif. Hoffentlich werd ich nie mit solchen Psychos zu tun haben.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.12.2019 21:04
      Highlight Highlight Man kann hoffen, dass der Klimawandel nicht weiter voranschreitet, oder man kann aktiv etwas dagegen tun. Dasselbe gilt für die Nutzung von solchen Apps. Es liegt ganz allein an dir, ob du damit konfrontiert wirst oder nicht.

      Es ist wie mit dem Klimawandel, wenn du dich nicht änderst, ändert sich die Umwelt. Glaub's mir...
  • äti 17.12.2019 19:29
    Highlight Highlight Kein WhatsApp eben. Es gibt Alternativen.
    • Eidg. dipl. Tütenbauer 17.12.2019 20:38
      Highlight Highlight Sie sind ein fabelhaftes Genie!
    • äti 17.12.2019 22:37
      Highlight Highlight gärn gscheh ...
    • Eidg. dipl. Tütenbauer 17.12.2019 23:01
      Highlight Highlight ...keine Ursache

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