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Xbox oder Playstation – dein Spielertyp entscheidet bei der Konsolenwahl

Tim Kröplin / watson.de



Im November erscheint endlich die neue Konsolengeneration. Die Playstation 5 erscheint in zwei Varianten, mit oder ohne Laufwerk, am 19. November. Die Xbox Series X sowie Series S bereits eine Woche zuvor. Insgesamt also vier Konsolen, zwischen denen wir uns entscheiden können. Gehörst du nun aber zu den Menschen, die schon nicht wissen, ob sie Ketchup oder Mayo zu ihren Pommes wollen, dürfte dich die Konsolenfrage ordentlich ins Schwitzen bringen.

Verständlich. Immerhin erscheinen täglich neue Informationen zu den Konsolen. «Gamepass», «PS Now», «Abwärtskompatibilität», alles Begriffe, die verwirren, dabei sollen sie dir helfen, deine Entscheidung zu fällen. Doch wer möchte schon Excel-Tabellen mit Pro und Contras erstellen, nur um darauf eine Videospielkonsole zu kaufen? Das dachten wir uns auch. Deshalb haben wir hier ein paar Schubladen, in denen du dich vielleicht wiederfindest.

Gamer alter Schule

Mit jeder neuen Konsolengeneration stellt sich die Frage, ob alle Games des Vorgängers ihr Dasein künftig als Staubfänger auf dem Dachboden fristen. Eingepfercht zwischen Ballonhosen, Rüschenhemden und dem Hantelset, das du dir gekauft, aber nie genutzt hast. Microsoft lässt das nicht zu. Die Xbox Series X wie auch die Series S wird Games bis hin zur ersten Generation abspielen können.

epa04801476 Phil Spencer, head of Xbox Division introduces new games at the Xbox press conference prior to the start of the E3 (Electronic Entertainment Expo) in Los Angeles, California, USA, 15 June 2015. The E3 expo introduces new games and gaming devices and is an anticipated annual event among gaming enthusiasts and marketers.  EPA/MICHAEL NELSON

Bild: EPA/EPA

Für die «früher war alles besser»-Fraktion positive Nachrichten. So kann sie ihre Klassiker zocken und den guten alten Zeiten hinterhertrauern, ohne auf moderne Games zu verzichten. Wir sind ja Old School, nicht rückständig.

In dem Punkt kann die Playstation 5 leider nicht mithalten. Sie kann laut CEO von Sony Interactive, Jim Ryan, 99 Prozent der Spiele des Vorgängermodells abspielen, aber nicht darunter. Dafür war nicht die Zeit. Die Spiele werden allerdings sehr wahrscheinlich auf Sonys Verkaufsplattform, PSN-Store, erscheinen – war bereits bei den Vorgängern der Fall.

Die gaminggenügsamen Geizhälse

Wenn du jeden Rappen dreimal umdrehst, aber nicht auf die nächste Konsolengeneration verzichten magst, könnte die Xbox Series S etwas für dich sein. Sie kostet 299 Franken, ist im Vergleich zum grossen Bruder, der Series X, also etwas günstiger – die wird, wie auch die Playstation 5, 499 Franken kosten. Natürlich hat der Preis seinen Haken. Auch Geiz hat seinen Preis.

Irgendwie ist es passend, dass die Series S aussieht, als hätte man von der Series X eine Scheibe abgeschnitten und diese weiss lackiert. Inhaltlich im Grunde dasselbe, jedoch abgespeckt. Der Prozessor ist langsamer, die Grafikkarte schwächer, weniger Arbeitsspeicher und mit 512 Gigabyte nur halb so viel Festplattenspeicher, der aber erweitert werden kann.

xbox series x

Bild: microsoft

Alles noch verkraftbar, allerdings fehlt auch die 4k-Auflösung, also Ultra High Definition, soll heissen: Wenn du gerne die Pixel deiner Spielfiguren zählst, ist die Series S nichts für dich. Solltest du mit einem weniger scharfen Bild zurechtkommen, hingegen schon. Schönheit liegt im Auge des Betrachters – oder in der Bilddarstellung. Zur Xbox Series könntest du dir noch Microsofts Gamepass holen. Das Spieleabo enthält über 100 Titel, darunter der «Flight Simulator 2020» oder das Rollenspiel «Wasteland 3», und kostet in der Ultmate-Variante 14,99 Franken pro Monat.

Sony-Jünger und Exklusivfreunde

Jap, Sony schaffte es mit der Playstation und ihren Exklusivtiteln eine starke Fanbindung zu erzeugen. Die Jünger bleiben der Konsole treu, sagen jeden Tag die heiligen «Final Fantasy»-Mantras auf, trainieren nach dem Fitnessprogramm des «Uncharted»-Protagonisten Nathan Drake oder schwingen die Axt im Walde wie Kratos aus «God of War». Diese Fanbesessenheit unterfütterte Sony über Jahre hinweg mit Ablegern ihrer Reihen. Ist bei der Playstation 5 nicht anders.

Playstation 5, PS5, Verkaufsstart in der Schweiz

Bild: sony

Kürzlich kündigte Sony etwa «Final Fantasy 16» an. «God of War 2: Ragnarok» soll bereits im nächsten Jahr für die Playstation 5 erscheinen – ist übrigens nicht der zweite Teil, sondern der Nachfolger eines Reboots. Mittlerweile gibt es elf Teile der Reihe.

Ein neues «Uncharted» wurde bisher nicht angekündigt, dafür aber Spiele zu relativ jungen Reihen: «Horizon 2: Forbidden West» sowie «Marvel´s Spider-Man Miles Morales». Für alle, die noch keine Playstation-Kutte im Schrank haben: Die Vorgänger wurden von Kritikern wie auch Fans sehr positiv aufgenommen. Sonys Spielepolitik wird also auch ein essenzieller Teil der nächsten Konsolengeneration. Die Mühe macht sich Microsoft nicht und setzt von daher auf ein Spieleabo und Abwärtskompatibilität.

Übrigens: Auch die Playstation 5 bekommt mit der digitalen Variante eine etwas günstigere Alternative. Sie kostet 399 Franken, hat aber kein Laufwerk. Spiele müssten also heruntergeladen werden.

Die Computerzocker – ja, auch die haben eine Möglichkeit

Irgendwie herrscht eine insgeheime Feindschaft zwischen Konsolengamern und denjenigen, die am Computer spielen. Letztere halten sich aus dem Krieg zwischen Xbox und Playstation raus. Die letzte Bastion friedfertiger Gamer. Ausserdem profitieren sie von Microsofts plattformübergreifenden «Exklusivtiteln». «Halo» oder «Gears of War» lassen sich auch auf Computern zocken. Warum also eine Xbox?

Berechtigte Frage. Sonys Titel lassen sich aber nicht auf einem Computer spielen – ausser via Cloud-Gaming-Dienst und Spieleabo PS Now. Neue Games sind darin jedoch nicht enthalten. Für Ungeduldige oder Menschen, die sich nach spielerischer Abwechslung sehnen, ist die Playstation 5 also eine Option.

Das Nonplusultra: Der Snob

Beide Konsolen nehmen sich in den technischen Punkten nicht wahnsinnig viel. Natürlich ist die Xbox Series X in Sachen Hardware besser als die Playstation 5. Vielleicht fällt das auch dem ein oder anderen auf. Wie relevant das für den Ottonormalverbraucher ist, wird sich noch zeigen.

Die Details machen den Unterschied. Sony setzt auf Exklusivtitel, Microsoft auf den Gamepass. Microsoft möchte mit einer abgespeckten Xbox auch im Niedrigpreissegment mitspielen, Sony nähert sich dem mit einer Playstation ohne Laufwerk. Microsoft will kundenfreundlich sein, veröffentlicht Spiele auch für den Computer, Sony bleibt bei der Playstation – PS Now ausgenommen.

Welche Konsole soll es also sein? Schwierig. Vielleicht findest du dich ja in einem der Punkte wieder. Vielleicht bist du sparsam oder Sony-Anhänger. Vielleicht aber auch gut betucht. Zu gut betucht. Und kaufst dir entsprechend beide Konsolen, weil du dich nicht entscheiden kannst. In dem Fall Glückwunsch, du Snob.

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