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bild: watson / facebook

Wie Breitbart die «Mainstream-Medien» auf Facebook «zermalmt»

Amerikas bekannteste rechtsradikale Online-Seite hat ihren Einfluss via Social-Media massiv erhöht während des Trump-Impeachments.



Wie stark beeinflusst Facebook die Wahl des nächsten US-Präsidenten im kommenden Jahr?

Die Gegner des erneut antretenden Donald Trump dürften mit Beunruhigung die neuste Recherche von «Vice News» über das rechtskonservative Breitbart zur Kenntnis nehmen. Der Titel des online verfügbaren Artikels lautet: «Wie Breitbart die Mainstream-Medien auf Facebook zermalmt».

Breitbart und Bannon

Die 2007 durch den US-Publizisten Andrew Breitbart gegründet Online-Seite gilt als rechtspopulistisch bis rechtsradikal und sorgte in der Vergangenheit mit der Verbreitung von Lügen und abstruser Verschwörungstheorien für Ärger. Nach dem Tod des Gründers 2012 übernahm Stephen Bannon, unterstützte Trump im Wahlkampf und wurde einer der wichtigsten Berater des späteren US-Präsidenten, bevor er angeblich in Ungnade fiel und abtrat. 2018 verliess Bannon das umstrittene Internetportal.
Hauptinvestor bei Breitbart ist Robert Mercer, Milliardär und Hedgefonds-Manager und damaliger Mitbesitzer der Big-Data-Agentur Cambridge Analytica.

So begrüsste watson 2018 den Rechtspopulisten in der Schweiz:

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Video: YouTube/watson

Facebook ist Breitbart-Land

Breitbart habe in den letzten drei Monaten mehr Likes, Kommentare und Shares (geteilte Postings) erzielt als die Hauptseite von CNN, berichtet nun «Vice News».

Die Erkenntnisse stammten vom Analytikunternehmen CrowdTangle (Disclaimer: Auch watson nutzt das Social-Media-Monitoring-Tool zwecks Recherche).

Likes und andere User-Interaktionen seien eine wichtige Facebook-Kennzahl und dienen als Massstab für die Aufmerksamkeit, die der Social-Media-Plattform zuteil wird.

Angebot perfektioniert für Rechtskonservative

Die CrowdTangle-Daten lassen laut «Vice» vermuten, dass Breitbart Facebooks Anreizstruktur geschickt einsetze, um ein grösseres Ökosystem für eigene «Nachrichten» zu formen. Facebook lehnte es ab, die Dynamik zu kommentieren.

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«GOD will richly bless you for blessing His child!», kommentiert ein User. screenshot: facebook.com/Breitbart

Ein CNN-Sprecher sprach gegenüber «Vice News» von einem unzulässigen Vergleich der Social-Media-Interaktionen.

«Breitbart produziert Empörung und Propaganda, was offensichtlich mehr Leidenschaft und Emotionen hervorruft als News und Informationen.»

quelle: vice.com

Während traditionelle US-Medienhäuser an Reichweite einbüssen, wenn sie ihre journalistischen Inhalte nur noch gegen Bezahlung (hinter einer Paywall) anbieten, setzt auch der rechtskonservative US-Sender Fox News auf Facebook, um sein profitables Fernseh-Nachrichtengeschäft weiter zu steigern.

Der britische Komiker Sacha Baron Cohen sorgte im November mit einer geharnischten Social-Media-Kritik für Aufsehen. Der «Borat»-Darsteller sagte, dass YouTube und Facebook keinen Unterschied zwischen einer neutralen BBC und einem Rechtsaussen-Sprachrohr wie Breitbart machen würden. Was sich besser teile, werde auch mehr empfohlen. Und es würden zum Teil groteske Verschwörungstheorien einer breiten Masse an Menschen als Fakten verkauft.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte im Oktober massive Kritik einstecken müssen, als sein Unternehmen bekanntgab, Breitbart als Medienpartner zu integrieren. Breitbart-Beiträge sollen bei Facebook News verbreitet werden, neben den Angeboten traditioneller US-Medienhäuser.

Im Juli 2019 hatte US-Präsident Donald Trump konservative Internet-Aktivisten zu einem «Social-Media-Gipfel» im Weissen Haus empfangen. Zu dem Treffen waren Personen eingeladen, deren Konten von Facebook, Twitter und anderen Diensten vorübergehend gesperrt oder gelöscht wurden.

Likes allein reichen nicht, damit ein Posting im Facebook-Universum an ein grösseres Publikum weiterverbreitet wird. Der Newsfeed-Algorithmus berücksichtigt Interaktionen, die Emotionalität der Reaktionen und Kommentare. Bilder und Videos werden bevorzugt behandelt gegenüber reinem Text. In Deutschland hat dies die AfD längst erkannt und ein digitales Wahlvolk herangezüchtet, wie watson berichtete.

Verwendete Quellen:

(dsc)

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