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Mindgeek-Hauptquartier. Am königlichen Boulevard in Luxembourg residiert eines der grössten Porno-Unternehmen der Welt. screenshot: google street view

Darum verklagen 40 junge Frauen Pornhub und fordern je 1 Million Dollar

Die Pornhub-Betreiber kommen nicht zur Ruhe. Bei den Klägerinnen handelt es sich um Opfer respektive Geschädigte von «Girls Do Porn».



Wer verklagt wen?

40 Frauen verklagen Mindgeek, das ist das Unternehmen, das Pornhub und weitere Porno-Plattformen betreibt.

Bei den Klägerinnen handelt es sich um Geschädigte der sogenannten «Girls Do Porn»-Organisation (dazu gleich mehr).

Insgesamt fordern ihre Anwälte mehr als 40 Millionen Dollar Schadenersatz – mindestens eine Million Dollar pro Klägerin – sowie den Erlös, den Mindgeek mit dem Hosten und Bewerben der Videos verdient hat, zuzüglich Anwaltskosten.

Die betroffenen Frauen hätten schweres emotionales Leid, erhebliche Traumata und soziale und familiäre Ächtung erlitten, bis hin zu Selbstmordversuchen.

Was ist «Girls Do Porn»?

«Girls Do Porn» war laut «Vice»-Bericht eine Sexhandelsorganisation, die Dutzende von Frauen im Alter von 18 Jahren zum Sex vor der Kamera zwang und sie darüber belogen habe, wo und wie die Videos verbreitet würden.

«Den Frauen wurde von allen Beteiligten, von den Darstellern und der Crew bis hin zum Eigentümer, gesagt, dass die Videos nicht online erscheinen würden. Nach den Dreharbeiten wurden ihre Videos auf die eigene Website von Girls Do Porn sowie auf Pornhub hochgeladen.»

Pornhub habe Girls Do Porn auch dann noch als Content-Partner beworben, nachdem sich Betroffene über Missbrauch geäussert und das Unternehmen verklagt hatten.

Mindgeek soll bereits 2009 «und definitiv im Herbst 2016» gewusst haben, dass «Girls Do Porn»-Models dazu gezwungen wurden, Sex vor der Kamera zu haben.

Wem gehört Mindgeek?

Mindgeek ist ein weltweites Porno-Imperium respektive ein Medien- und IT-Unternehmen, das aus steuertechnischen Gründen seinen Sitz in Luxemburg hat. Unter bekannten Marken wie Pornhub, YouPorn oder RedTube werden Inhalte sowohl im Fernsehen als auch im Internet vertrieben.

Bis 2013 war der deutsche Unternehmer Fabian Thylmann der Geschäftsführer und einzige Gesellschafter des Porno-Imperiums, das er mithilfe eines 360-Millionen-Dollar-Kredits und diverser Firmenübernahmen schuf. Dann wurde ihm wegen Steuerhinterziehung der Prozess gemacht und er verkaufte das Unternehmen, das damals noch Manwin hiess, im Zuge eines Management-Buy-outs an Leute aus dem eigenen Haus.

watson hat Mindgeek am Mittwochmorgen um eine Stellungnahme ersucht. Die Antwort steht aus.

Quellen

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