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Streit um Roboterwagen-Technik: Selbstfahrende Google-Autos in Mountain View.
Streit um Roboterwagen-Technik: Selbstfahrende Google-Autos in Mountain View.
Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Google-Schwester wirft Uber Einsatz gestohlener Technologie vor

24.02.2017, 03:52

Die Firma Waymo, die hinter den Google-Roboterwagen steckt, wirft dem Fahrdienst-Vermittler Uber in einer Klage den Einsatz gestohlener Technologie vor. Der frühere ranghohe Entwickler Anthony Levandowski, dessen Start-up mit dem Namen Otto von Uber gekauft wurde, habe vertrauliche Informationen mitgenommen.

Dabei gehe es unter anderem um die Technik eines Schlüsselelements – der Laser-Radare, die man als rotierende Aufsätze auf den Dächern der Wagen kennt. Waymo ist eine Schwesterfirma von Google unter dem Dach des Mutterkonzerns Alphabet. Die Klage holt mit Vorwürfen des Bruchs von Geschäftsgeheimnissen, Patentverletzungen und unfairen Wettbewerbs weit aus.

Durch eine möglicherweise versehentlich verschickte «unerwartete E-Mail» von einem Zulieferer sei Waymo darauf aufmerksam geworden, dass die Schaltkreise von Ubers Laser-Radar-System den eigenen sehr ähnlich seien, heisst es. Die Systeme erfassen detailliert die Umgebung und liefern der Roboterwagen-Software damit die Daten für ihre Entscheidungen.

Eine Untersuchung habe gezeigt, dass Levandowski sechs Wochen vor seinem Rückzug bei der Alphabet-Tochter 14'000 Dateien mit dem Design verschiedener Systeme heruntergeladen habe, erklärte Waymo. Auch mehrere andere Mitarbeiter, die zu Otto wechselten, hätten zuvor vertrauliche Dokumente gespeichert. In der Klage ist von einem «kalkuliertem Diebstahl» die Rede. Eine Reaktion von Uber oder Otto gab es zunächst nicht.

Alphabet-Tochter Wayo: Mitarbeiter haben Daten gestohlen. 
Alphabet-Tochter Wayo: Mitarbeiter haben Daten gestohlen. 
Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Alphabet investiert bei Uber

Levandowski, ein in der Branche hoch angesehener früherer Entwickler der Google-Roboterwagen, hatte Otto im vergangenen Jahr gegründet, um an selbstfahrenden Lastwagen zu arbeiten. Wenige Monate später wurde das Start-up für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft und Levandowski stieg zum Chef der Roboterwagen-Entwicklung bei dem Fahrdienst-Vermittler auf. Uber-Gründer Travis Kalanick äusserte mehrmals die Überzeugung, seine Firma müsse eigene Technologie für selbstfahrende Autos besitzen, um in Zukunft bestehen zu können.

Der Vorstoss von Waymo sorgt zusätzlich für Aufsehen, weil Alphabet ein wichtiger Investor bei Uber ist. Der Risikokapital-Arm Google Ventures hatte bereits 2013 rund 260 Millionen Dollar in die Fahrdienst-Firma gesteckt. Die Unternehmen entwickelten sich jedoch zuletzt immer mehr zu Rivalen.

Welle von Klagen

Die Klage ist kein Einzelfall in diesem Sektor: Erst vor wenigen Wochen verklagte der Elektroauto-Hersteller Tesla den früheren Chef seines Assistenzsystems Autopilot. Sterling Anderson habe vor seinem Abgang «hunderte Gigabyte» an Daten auf eine Festplatte geladen und mitgenommen, lautet der Vorwurf in der Tesla-Klage. Er wolle die Informationen in einer eigenen Firma nutzen. Tesla verklagte zugleich auch den früheren Chefentwickler der Google-Roboterautos, Chris Urmson, weil er mit Anderson in dem Start-up Aurora zusammenarbeite.

Inmitten des Wettlaufs um die Entwicklung selbstfahrender Autos ist es in der Branche zum Trend geworden, dass sich Spitzenleute wie Levandowski oder Urmson selbstständig machen und Aussicht auf einen Geldregen haben. So kündigte Ford vor knapp zwei Wochen eine Milliardeninvestition in das frische Start-up Argo AI an, das vom ehemaligen Hardware-Chef der Google-Autos, Brian Salesky, und einem der führenden Entwickler von Software für autonomes Fahren bei Uber gegründet wurde. (cma/sda/dpa)

So sehen die Google-Büros in Zürich aus:

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Google in Zürich
quelle: google
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