Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Bei der Aufnahme eines Kredites ist auch Vorsicht geboten. Bild: shutterstock

Money Matter

«Bekomme ich einen Kredit, obwohl ich auf Kurzarbeit bin?»

Daniel (31): «Ich bin auf Kurzarbeit und brauche dringend Geld. Vergeben die Banken überhaupt noch Kredite und wie erhalte ich einen Kredit?»

Elena Wetli / Comparis



Lieber Daniel

Ein Kredit eignet sich nicht dafür, grundsätzliche finanzielle Probleme zu lösen. Bei einem kurzfristigen finanziellen Engpass kann er aber Luft verschaffen. Alle Banken und Peer2Peer-Institute (von Privatpersonen zu Privatpersonen ohne Banken) vergeben weiterhin Kredite. Wie die Banken mit Anfragen von Personen in Kurzarbeit umgehen, ist unterschiedlich. Vor der Corona-Krise lehnten Anbieter solche Kreditanträge in der Regel ab.

Kreditvergabe hängt von Branche ab

Kreditinstitute passen die Vergabekriterien fortlaufend der neuen Situation an. Konkret heisst das: Kreditanbieter stufen gewisse Antragsteller aus «Risikobranchen» als höheres Risiko ein. Aktuell zählen zu den Risikobranchen zum Beispiel Gastronomie, Luftfahrt, Hotellerie, Kinos, Bibliotheken und generell die Veranstaltungs- und Kulturbranche.

Die Kreditvergabe hängt davon ab, wie stark die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise betroffen sind. Das kann konkret bedeuten, dass Kreditinstitute höhere Zinsen oder eine raschere Rückzahlung von Beschäftigten aus Risikobranchen verlangen. Teilweise beschränken sie auch die maximal mögliche Kredithöhe. Aus Sicherheitsgründen machen Banken ihre Kriterien aber nur teilweise transparent.

So läuft die Kreditprüfung ab

Banken müssen die Kreditfähigkeit der Kreditsuchenden überprüfen – das ist im Konsumkreditgesetz (KKG) festgehalten. Konsumenten sollen so vor Überschuldung geschützt werden. Auch Kreditanbieter überprüfen die Kreditwürdigkeit der Antragsteller.

Das heisst: Kreditinstitute schauen, wie verlässlich du die Raten zurückzahlen kannst und willst. Dazu ziehen sie vor allem Bonitätsdatenbanken, Betreibungsämter und Einwohnerkontrollen zu Rate. Zudem verlangen sie vom Antragsteller Dokumente wie Lohnausweise und Mietverträge.

Der Kredit samt Zinsen muss innert drei Jahren zurückgezahlt werden können. Für dich heisst das, dass du auch mit dem geringeren Kurzarbeits-Lohn die Rückzahlung bewältigen können musst, um einen Kredit zu erhalten. Generell sind seit der Corona-Krise die Ablehnungsquoten von Kreditanträgen etwas angestiegen. Es kommt aber häufig vor, dass die Banken einfach geringere Beträge bewilligen, statt die Anträge abzuweisen.

Unseriöse Anbieter nutzen Menschen in Notlage aus

Derzeit versuchen unseriöse Anbieter vermehrt, die Notlage von Menschen auszunutzen. Online-Inserate von Kreditanbietern, die eine einfache und schnelle Lösung für finanzielle Probleme versprechen, musst du genau überprüfen. Wende dich am besten an bekannte Schweizer Anbieter, die Mitglied bei der ZEK sind. Ist dir ein Anbieter unbekannt, wirf einen Blick auf die Warnliste der Finma.

Deine Alarmglocken sollten laut schrillen, sobald ein Anbieter mit dem Begriff «Sofortkredit» wirbt. Meist verstecken sich dahinter unseriöse Finanzsanierer, die nicht über die notwendigen Zulassungen für eine Kreditvergabe verfügen. Meist verlangen unseriöse Kreditanbieter zusätzliche Gebühren für die Vermittlung des Kredits. Das KKG hält allerdings fest, dass die Bank oder der Vermittler kein Geld vom Kunden verlangen darf.

Contentpartnerschaft mit Comparis.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit Comparis.ch. Die Fragen in dieser Rubrik wurden dem Kundencenter von Comparis gestellt und von Experten beantwortet. Die Antworten werden als Ratgeber in dieser Rubrik veröffentlicht. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt. (red)

So schützt du dich:

  1. Prüfe, ob die Bank oder das Kreditinstitut ein Mitglied der ZEK ist.
  2. Konsultiere die Warnliste unseriöser Anbieter der Eidgenössischen Finanzaufsicht Finma.
  3. Achte auf die Werbung des Kreditinstituts. Bei Begriffen wie «Sofortkrediten», «Auszahlung in wenigen Minuten» oder Ähnlichem ist Vorsicht angebracht.
  4. Schau im Handelsregister Zefix nach, wer der Urheber einer Webseite ist. Trotz «.ch» in der URL kann es sich um eine Briefkastenfirma handeln.
  5. Suche nach Forumsbeiträgen und Erfahrungsberichten.
  6. Prüfe vor dem Abschluss den Vertrag des Kreditinstituts. Verlangen sie ein «Vermittlungshonorar” oder Ähnliches, handelt es sich um keinen seriösen Anbieter. Vermittler eines Privatkredits dürfen dem Kunden nie etwas verrechnen.

Viele Grüsse von Comparis.ch

Fragen? Fragen!

Hast du noch Fragen zu diesem Thema? Oder hast du eine Frage, die die Comparis-Experten einmal beantworten sollten? Dann schreib eine E-Mail an money-matter@comparis.ch!

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Sparen like a pro: Diese 23 Leute machen es vor

Diese 10 Steuererklärungs-Typen kommen dir sicher bekannt vor

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Money Matter

«Muss ich meinen Lotto-Gewinn trotz anstehender Scheidung mit meinem Noch-Ehemann teilen?»

Marlies (55): «Ich werde mich demnächst Scheiden lassen. Nun habe ich im Lotto knapp 20’000 Franken gewonnen. Muss ich den Gewinn mit meinem Noch-Ehemann teilen?»

Liebe Marlies

Der Güterstand bestimmt grundsätzlich, ob du den Gewinn mit deinem Ehegatten teilen musst oder frei darüber verfügen darfst. Habt ihr eine Gütertrennung in einem Ehevertrag vereinbart, gibt es keine gegenseitlichen güterrechtlichen Ansprüche. Das heisst, der Lottogewinn gehört dir ganz allein.

Üblicherweise besteht aber kein Ehevertrag. Es gilt somit der Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Alle Vermögenswerte, die du vor der Ehe eingebracht hast, bleiben in deiner …

Artikel lesen
Link zum Artikel