Basel
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Unter dem Titel «Deutsche Gründlichkeit» verfasste Klein seinen Gastbeitrag.
screenshot/telezüri

«Basler Zeitung» erklärt, was Merkel von ihrem «Vorgänger» Adolf Hitler lernen könnte

Der wegen Rassismus verurteilte Kolumnist David Klein erklärt, was Angela Merkel von ihrem Vorgänger Adolf Hitler lernen kann. Der habe das «Bewegen» von Menschenmassen mit Bravour und deutscher Gründlichkeit gemeistert. Die «Basler Zeitung» sieht offenbar kein Problem darin und druckt den wirren Schrieb ab.



Er kann es nicht lassen. David Klein, Musiker und Gastschreiber bei der «Basler Zeitung», vergreift sich in seinem Eifer immer wieder in der Wortwahl. In seinem jüngsten Beitrag in der BaZ vom Dienstag, vergleicht er die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Adolf Hitler. Anlass dazu gab ihm deren Besuch an den Bayreuther Festspielen Ende Juli. In seinem Beitrag schreibt Klein unter anderem: 

Wie es sich anfühlt, wenn «ganz Europa» sich «bewegt», sollte der «Wagner-Kanzlerin» («Bild»), die alljährlich auf den grünen Hügel zu Bayreuth pilgert, um verzückt der Musik des bekennenden Antisemiten Richard Wagner zu lauschen, eigentlich geläufig sein. Denn vor nicht allzu langer Zeit stand Europa schon einmal vor der Herausforderung, Menschenmassen durch den Subkontinent zu «bewegen». Eine Aufgabe, die einer von Merkels Vorgängern, ein gewisser Adolf Hitler (auch er war bei Wagners ein gern gesehener Gast und soll beim Musikgenuss sogar ein Tränchen verdrückt haben) mit Bravour und einem gerüttelten Mass an «deutscher Gründlichkeit» meisterte.

BaZ vom 8. September

Dass der berühmte Komponist Antisemit war, beschäftigt die Forschung seit längerer Zeit. Tatsächlich finden sich in den Schriften von Wagner verschiedene antisemitische Stereotypen, die er, beispielsweise in «Das Judenthum in der Musik» auch selbst weiterentwickelte. Den Bogen aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise zwischen Merkel, die als regelmässige Besucherin der Bayreuther Festspiele gilt, und Hitler zu spannen, geht dennoch vielen Lesern offenbar zu weit. So beklagten sich sowohl gestern als auch heute mehrere Leser in der BaZ über Kleins Betrachtung.

Peer Teuwsen, Leiter publizistische Projekte bei der «NZZ», löste mit seinem Post auf Facebook eine Debatte aus, wie die «Nordwestschweiz» schreibt. Seine Kritik richtet sich unter anderem an «BaZ»-Chefredaktor Markus Somm, der noch vor wenigen Monaten als Anwärter auf den Posten als Chefredaktor der «NZZ» gehandelt worden war. 

Auch beim Schweizerischen Presserat ist eine Anfrage eingegangen, wie Geschäftsführerin Ursina Wey bestätigt. «Dies ist bislang noch keine formelle Beschwerde, es ist aber durchaus möglich, dass das noch kommt», sagt Wey. Beim Presserat ist Klein bereits bekannt. Für einen Eintrag auf Facebook, in dem er Muslime als «Abschaum» und als die «Nazis von heute» bezeichnete, wurde er verurteilt. Inzwischen ist dieser Fall beim Basler Appellationsgericht hängig. 

Dabei wurde er zuerst als Gegner des Antisemitismus gefeiert. Bekannt wurde er unter anderem, weil er den Komiker Massimo Rocchi verklagte, der seinerseits mit antisemitischen Äusserungen in einem Fernsehbeitrag aufgefallen war. Klein wollte gegenüber watson zu den Reaktionen auf seinen jüngsten Gastbeitrag keine Stellung beziehen. Auch Baz-Chefredaktor Markus Somm, der letztlich die Verbreitung des Schriebs zu verantworten hat, war für Watson nicht zu erreichen. Sowohl schriftliche als auch mündliche Anfragen blieben unbeantwortet. (bro)

Dir gefällt diese Story? Dann like uns doch auf Facebook! Vielen Dank! 💕

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
dracului
10.09.2015 17:19registriert November 2014
Die BaZ unter der aktuellen Leitung suhlt sich gerne in fifty shades of brown und hat sado-sommistische Tendenzen. Der Schlitzerohr-Chefredator sollte genau hier auf klare Grenzen bestehen und keinen solchen Autor durchlassen!
672
Melden
Zum Kommentar
8

Undercover-Journalist infiltriert Netzwerk von Schweizer Corona-Verschwörern

Ein junger Westschweizer Journalist verbrachte zwei Monate «undercover» bei einer Gruppierung, die gegen das Maskentragen und die SwissCovid-App kämpft. Seine Enthüllungen werfen unbequeme Fragen auf.

Dieser Beitrag dreht sich um die Enthüllungen eines jungen Westschweizer Journalisten, der eine Gruppe von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern in der Romandie «infiltriert» hat. Dies im Auftrag des Westschweizer Online-Mediums Heidi.news, das nun in einer Serie über die Akteure und ihre beunruhigenden Ansichten berichtet.

Die Pandemie war geplant. Das Virus existiert nicht. Alles eine riesige Verschwörung, in Kombination mit 5G und obligatorischen Impfungen, um die Bevölkerung zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel