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Zürcher Wanderfalke gibt Einblick in Speisekammer – Gefahr für den Schweizer Taubensport?



Auf dem Falkenbrett auf dem Hochkamin an der Josefstrasse in Zürich ist ein Wanderfalke eingezogen. Laut einem Tweet von Benjamin Schlüer handelt es sich dabei um ein weibliches Exemplar (brauner und grösser als die männlichen), das bisher vor allem durch grossen Hunger auffiel. Auf dem Falkenbrett türmen sich die Taubenkadaver.

Live-Stream vom Falkenbrett:

abspielen

Video: YouTube/GSZ Wildlife

Fleissige Watson-Leser werden es wissen: Unser Herz schlägt für den Taubensport. Müssen wir uns nun Sorgen machen?

Kaum.

Wanderfalken nehmen laut Informationen der Stadt Zürich «wichtige Luft- u.a. gesundheitspolizeiliche Funktion wahr, indem sie beispielsweise kranke Tauben fressen».

Bild

Die stolze Wanderfalkin und ihre Beute. bild: screenshot webcam GSZ Wildlife

Auch das Innere des Nistkastens zeigt, dass einige Tauben Federn lassen mussten: Der Boden ist übersät mit säuberlich abgenagten Knochen und anderen Überresten von erlegten Tieren.

Ganz ungefährlich sind die Wanderfalken für Renntauben aber nicht. Wie der belgische Tauben-Kaiser Nikolaas Gyselbrecht in einem Interview gegenüber watson.ch berichtete, gehören sie zu den natürlichen Feinden von Renntauben – und sind für Züchter ein Risiko. Deshalb verzichten viele Züchter darauf, erfolgreiche Renntauben zu lange an Wettkämpfen teilnehmen zu lassen. Siegreiche Vögel werden nach ihrer aktiven Karriere für die Zucht eingesetzt.

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Video: watson/Lino Haltinner

Selbst die schnellsten Renntauben sind gegen den Speed der Wanderfalken machtlos. Bei einer Messung der Schweizerischen Vogelwarte erreichte ein Wanderfalke ein Tempo von 186 km/h. Dies allerdings nur im Sturzflug. Im Schlagflug sind Renntauben dem Wanderfalken mit Tempi über 100 km/h überlegen.

Der Bestand an Wanderfalken nahm in der Schweiz ab 1950 immer weiter ab. Ihre Dezimierung wird auf den Einsatz von hochgiftigen Pestiziden zurückgeführt. 1971 wurde noch eine einzige Brut ausserhalb der Alpen beobachtet. Mit dem Verbot der Gifte erholte sich der hiesige Bestand aber wieder. Laut vogelwarte.ch existieren in der Schweiz heute ca. 200 Paare. Ob auch die Wanderfalkin an der Josefstrasse einen Partner hat, ist noch nicht bestätigt. Bisher wurde sie nur alleine gesichtet.

Für Live-Bilder des Falkenbretts bitte hier (aussen) und hier (innen) klicken.

Weitere Informationen zu den technischen Daten von Wanderfalken gibt es hier.

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(tog)

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Video: watson

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