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Spanish Guardia Civil officers try to stop people from Morocco entering into the Spanish territory at the border of Morocco and Spain, at the Spanish enclave of Ceuta on Monday, May 17, 2021. Authorities in Spain say that around 1,000 Moroccan migrants have crossed into Spanish territory (Antonio Sempere/Europa Press via AP)

Tausende Personen überquerten am Montag die Grenze von Marokko zu Spanien. Bild: keystone

Tausende Migranten schwimmen zu spanischer Nordafrika-Exklave Ceuta



Mehrere Tausend Migranten haben am Montag durch das Mittelmeer schwimmend von der marokkanischen Stadt Fnideq aus die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreicht. Die marokkanische Polizei sei nicht eingeschritten, berichtete die Zeitung «El País» unter Berufung auf Berichte von Augenzeugen in Fnideq. Die in Ceuta erscheinende Zeitung «El Faro» bezifferte die Zahl der Migranten auf mindestens 2700. Die Menschen mussten knapp zwei Kilometer im Wasser zurücklegen.

Als möglichen Grund für die Tatenlosigkeit der marokkanischen Polizei nannten beide Zeitungen die Verärgerung der Regierung in Rabat darüber, dass Spanien die medizinische Behandlung des Chefs der Unabhängigkeitsbewegung Polisario für Westsahara, Brahim Ghali, erlaubte. Er wird seit April in einem spanischen Krankenhaus wegen einer Corona-Erkrankung behandelt.

Westsahara an der nordafrikanischen Atlantikküste war bis 1975 spanische Kolonie. Marokko kontrolliert grosse Teile des dünn besiedelten Gebiets an seiner Südgrenze. Die Polisario strebt nach Unabhängigkeit für die Westsahara. Marokko will der Region nur Autonomie zugestehen. Nach einer marokkanischen Militäroperation im November in der Westsahara nahmen die Spannungen wieder zu.

Zudem bestätigte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump im Dezember Marokkos Souveränität über Westsahara. Seither nehmen die Spannungen zwischen Marokko und europäischen Ländern, die Trumps Entscheidung kritisiert hatten, zu. So rief Rabat Anfang Mai seine Botschafterin aus Berlin zurück. (sda)

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