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Roberto Cirillo, Generaldirektor der Post, spricht waehrend eines Besuchs von Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga und des Tessiner Staatsrates im Paketzentrum in Cadenazzo anlaesslich eines Treffens von Sommaruga mit der Tessiner Regierung, am Samstag, 2. Mai 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Die Post will laut Roberto Cirillo künftig auch Bestellungen aus dem Ausland ausliefern. (Archivbild) Bild: TI-PRESS

Post-Chef will 200 neue Paketboxen aufstellen und im Ausland vom Onlinehandel profitieren

Die Post kauft zu: Sie liefert neu auch für Online-Shops im Ausland Pakete aus. Solche Projekte seien wichtig, denn die Grundversorgung belaste die Post, sagt Chef Roberto Cirillo.

Stefan Ehrbar / ch media



Kommt die Post künftig noch jeden Tag? Muss sie auch im hintersten Bergdorf Zeitungen zustellen? Wie weit weg darf der nächste Schalter sein? Solche Fragen werden zurzeit in der Politik diskutiert. Post-Chef Roberto Cirillo macht nun Werbung für die Grundversorgung – und weist auf die finanziellen Folgen hin, die das teure Geschäft mit den Briefen und Schaltern nach sich zieht.

«Wir machen viel mehr als gemäss dem Grundversorgungs-Auftrag gefordert wird», sagte Cirillo an einem Mediengespräch am Mittwoch. Das Monopol, das die Post auf Briefe bis 50 Gramm hat, helfe ihr dabei nur teilweise: «Die Vorteile des Monopols decken einen Viertel der Nachteile, die uns aus der Grundversorgung entstehen.»

Die Grundversorgung belaste die Post mit 200 bis 300 Millionen Franken jährlich. Hinzu komme, dass die Vorgaben laufend verschärft würden. So müssen Zeitungen neu in 95 Prozent der Fälle bis spätestens 12.30 Uhr zugestellt werden. Der nächste Zugangspunkt muss seit Anfang 2019 innert 20 Minuten erreichbar sein. Zuvor waren es 30. «Diese Vorgaben gehören zu den strengsten der Welt», sagt Cirillo.

Post will Zahl der Automaten verdoppeln

Auch wenn die Post die Zahl der selbst betriebenen Filialen reduziert habe, sei die Zahl der Zugangspunkte gestiegen – und zwar von 4200 auf 4700, sagt Cirillo. Zu diesen Zugangspunkten zählt die Post eigene Filialen, von Partner betriebene Filialen, Ortschaften mit Hausservices und Zugangspunkte wie zum Beispiel in Spar- oder Volg-Supermärkten.

Hinzu kommen derzeit 180 Mypost24-Automaten. Kunden können sich ihre Pakete an diese schicken lassen und sie dort selbständig abholen. «Menschen wollen ihre Pakete auch mal um 5 Uhr morgens oder um 22 Uhr abholen», sagt Cirillo.

«In den nächsten Jahren wollen wir die Zahl der Automaten verdoppeln.» Wo diese zu liegen kommen, sei noch nicht genau definiert. Klar sei, dass Automaten in der Nähe von bestehenden Filialen besser laufen würden. Denn wer noch nie einen solchen Automaten genutzt habe, der habe oft erstmals eine gewisse Zurückhaltung ihnen gegenüber.

Die Post wächst online

Zudem hat die Post im Bereich Online-Handel zugekauft. Das Joint-Venture Asendia, das sie zusammen mit der französischen Post betreibt, hat kürzlich den Ecommerce-Anbieter eShopWorld vollständig übernommen. Bei eShopWorld handelt es sich um eine Plattform für Marken, die so ihre Produkte weltweit verkaufen können, auch wenn sie in gewissen Ländern nicht selber aktiv sind. Bekannte Namen wie Nike, Max Mara oder Calvin Klein nutzen eShopWorld.

Ein Schweizer Kunde, der etwa Nike-Schuhe im Internet kauft, wird so, ohne einen Unterschied zu einem Shop eines lokalen Anbieters zu bemerken, aus dem Ausland beliefert. Die Lieferung übernimmt Asendia. Damit kann die Post im Bereich des stark wachsenden Onlinehandel auch ausserhalb der Schweiz ausbauen.

Der Onlinehandel bleibt auch nach der Coronakrise ein Wachstumstreiber. «Die Volumina bleiben hoch», sagt Cirillo. Etwas auf die Bremse tritt der Postchef bei Zusatzdienstleistungen, die Pöstler anbieten – etwa die Lieferung von frisch gebackenem Brot oder das Ablesen von Strom- und Wasserzählern. Neue Dienstleistungen seien vorerst nicht geplant, sagt Cirillo. Zunächst gehe es darum, die Fusion der Brief- und Paketlogistik weiter zu integrieren. Danach dürfte die Post allerdings auch in diesem Bereich wieder kreativ werden. «Unsere Pöstler geniessen ein hohes Vertrauen», so Cirillo «Das hilft uns bei Zusatzdienstleistungen, die die Grundversorgung mitfinanzieren.»

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Momente, in denen der Pöstler einfach zu weit gegangen ist

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