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Das Wechseln zwischen Sonnenbrille und Lesebrille kann ermüdend sein, wenn man bedenkt, dass bis zu 58 Mal am Tag aufs Handy geschaut wird. Hier soll eine neue Smart-Brille aus Israel ins Spiel kommen ...
Das Wechseln zwischen Sonnenbrille und Lesebrille kann ermüdend sein, wenn man bedenkt, dass bis zu 58 Mal am Tag aufs Handy geschaut wird. Hier soll eine neue Smart-Brille aus Israel ins Spiel kommen ...
bild: kickstarter.com

Dieses Kickstarter-Projekt verspricht eine «Superhelden»-Sonnenbrille

Aus Israel kommt eine Technologie, die Hunderten Millionen Menschen mit Sehschwäche das Leben erleichtern soll. Hier sind die Fakten zum Crowdfunding-Projekt mit namhaften Investoren im Hintergrund.
18.06.2021, 19:32

Was gibt's?

«32°N». Eine Smart-Sonnenbrille.

Das ist auch die Bezeichnung für das Kickstarter-Projekt, von dem wir vielleicht noch viel hören werden. Es handelt sich um eine High-Tech-Sonnenbrille, die sich durch einfaches «Swipen» in eine Lesebrille verwandelt. Dahinter steckt eine neuartige adaptive Linsentechnologie aus Israel.

Das Promo-Video (Vimeo)

Anfang dieser Woche wurde die Crowdfunding-Kampagne gestartet und erreichte ihr Ziel «in nur wenigen Stunden», wie die Mediensprecherin gegenüber watson betont. Das Interesse der Kickstarter-Investoren ist tatsächlich gross. Statt 23'000 Franken wurden bereits 47'000 Franken zugesagt.

32°N soll in verschiedenen Farben erhältlich sein.

Die Smartbrille kann mit dem iPhone oder Android-Handy gekoppelt werden. 32°N sei so konzipiert, dass sie jedem passe, aber sie wird laut ihren Erfindern mit einer App geliefert, um sie «zu 100 Prozent» zu personalisieren. So lasse sich zum Beispiel die Vergrösserungsleistung festlegen.

Nach dem Einrichten soll 32°N aber völlig selbstständig funktionieren. In nur ein oder zwei Minuten sei man startklar und könne loslegen – ob mit Wandern oder Lesen.

Wie funktioniert das?

Die Smartbrille ahmt das natürliche menschliche Sehen nach, sodass die Nutzerinnen und Nutzer nahtlos zwischen dem «Lesemodus» für die Nahsicht und dem «Landschaftsmodus» für die Ferne wechseln können.

Dieses Hersteller-Video zeigt, wie die Brille übers Handy gesteuert wird:

Ein weiteres Prototyp-Video, das die Sehleistung demonstriert:

Ähnlich wie bei Smartphones oder Bluetooth-Ohrstöpseln halte eine volle Akkuladung des 32°N einen ganzen Tag, versprechen die Erfinder. Im Gegensatz zu konkurrierenden Lösungen benötige 32°N keine Eingewöhnungszeit.

Wer steckt dahinter?

DeepOptics. Dabei handelt es sich gemäss den Angaben bei Kickstarter um ein israelisches Start-up, das eine abstimmbare Flüssigkristall-Linsentechnologie und darauf basierende dynamische Bifokalbrillen entwickelt hat.

Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und kooperiert mit anderen Firmen, um seine abstimmbaren Linsen in sogenannte Head-Mounted-Display-Systeme zu integrieren.

Die führenden Köpfe des israelischen Start-Ups DeepOptics (von links): Yariv Haddad, CEO und Co-Gründer, Yoav Yadin, CTO und Co-Gründer, Alex Alon, Chef Forschung und Co-Gründer, und Saar Wilf, Vorsitzender (Chairman) des Unternehmens.
Die führenden Köpfe des israelischen Start-Ups DeepOptics (von links): Yariv Haddad, CEO und Co-Gründer, Yoav Yadin, CTO und Co-Gründer, Alex Alon, Chef Forschung und Co-Gründer, und Saar Wilf, Vorsitzender (Chairman) des Unternehmens.
Bild: DeepOptics

32°N sei das erste kommerzielle Produkt, bei dem die patentierte Technologie zum Einsatz kommt, heisst es.

Zu den Investoren gehöre das internationale Unternehmen Essilor, das Linsen zur Korrektur oder zum Schutz des Sehvermögens entwickelt, herstellt und vertreibt. Und auch Samsung Ventures hat sich gemäss DeepOptics beteiligt.

Für wen ist das?

Mit ihrer Smart-Brille wollen die Israeli auf die Bedürfnisse von Menschen mit Presbyopie eingehen, das ist die altersbedingte Abnahme des Nahsehvermögens. Für Betroffene wird es zunehmen schwer, nahe Objekte zu fokussieren.

Statt ständig zwischen Sonnenbrille und Lesebrille hin- und herwechseln zu müssen, soll man durch einfaches Swipen übers Brillengestell den Modus wechseln. Dies macht gemäss Werbeversprechen «die schwierigen Kompromisse von Gleitsichtgläsern und Bifokalgläsern» überflüssig.

Weltweit gebe es 1,8 Milliarden Menschen mit Presbyopie. Die Augenerkrankung trete typischerweise bei Menschen über 45 Jahren auf und werde zunehmend schlimmer. Presbyopie könne nicht rückgängig gemacht werden, werde aber häufig mit mehreren Brillen korrigiert, vor allem im Freien.

Was kostet die Brille und wann ist sie erhältlich?

Auf der Kickstarter-Website können interessierte Investoren zwischen verschiedenen Optionen wählen:

  • Das günstigste «Early Bird»-Angebot für 229 Dollar war am 18. Juni (Freitagmorgen) fast ausverkauft.
  • Weitere limitierte Lancierungsangebote liegen bei 299 Dollar (Launch Deal) und 349 Dollar (Kickstarter Deal).

Die Lieferung soll im April 2022 erfolgen.

Vorsichtige, die nicht sofort kaufen, sondern Reviews der ersten Generation abwarten wollen: Die Israeli nennen einen erwarteten Retail-Verkaufspreis von 445 US-Dollar.

Quellen

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