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Arsenal's Thierry Henry (centre) celebrates his goal against Wolverhampton Wanderers with teammates during the FA Barclaycard Premiership match held at Arsenal's Highbury Park, north London, December 26 2003. 

THIS PICTURE CAN ONLY BE USED WITHIN THE CONTEXT OF AN EDITORIAL FEATURE. NO WEBSITE/INTERNET USE UNLESS SITE IS REGISTERED WITH FOOTBALL ASSOCIATION PREMIER LEAGUE.  EPA/NICK POTTS UK AND IRELAND OUT

Eines von 30 Liga-Toren: Die Arsenal-Mitspieler feiern Thierry Henry. Bild: EPA PA

Unvergessen

Arsenals «Invincibles» starten eine Serie von 49 Spielen ohne Pleite

7. Mai 2003: Niemand ahnt, welche Serie mit dem 6:1-Sieg von Arsenal über Southampton gestartet wurde. Die «Gunners» bleiben in 48 weiteren Premier-League-Spielen ungeschlagen und holen 2004 als «The Invincibles» ihren bislang letzten Meistertitel.



Die Arsenal-Fans verlassen das Highbury gut gelaunt. Robert Pires und Jermaine Pennant ist gegen Southampton jeweils ein Hattrick gelungen, das Heimteam feiert einen 6:1-Sieg. Doch niemand weiss, dass dieser Erfolg am Ursprung einer legendären Serie steht. 49 Meisterschaftsspiele in Folge wird Arsenal ungeschlagen überstehen und 2004 als ungeschlagenes Team Meister werden. Etwas, das zuvor nur Preston North End gelungen ist: als der Fussball laufen lernte, 1888/89.

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Das Highlight-Video der «Invincibles». Video: YouTube/Lagvilava7

Arsenals Serie beginnt in der vorletzten Runde der Saison 2002/03. Die Londoner werden als Titelverteidiger Zweiter hinter Manchester United und sind heiss darauf, die Krone dem Erzrivalen aus dem Norden wieder zu entreissen.

Eine Offensive, bei der jeder Fussballfan Augenwasser kriegt

Trainer Arsène Wenger kann sein Team zusammenhalten und es mit Goalie Jens Lehmann verstärken. Vor dem Deutschen, der David Seaman als Stammkeeper ablöst, verteidigen Sol Campbell und Kolo Touré. Im Mittelfeld hält Patrick Vieira den offensiven Kollegen den Rücken frei: Freddie Ljungberg, Robert Pires, Dennis Bergkamp und Thierry Henry. Es ist ein Angriff vom Feinsten und oft zelebrieren die «Gunners» auch herrlichen Fussball.

«Ich dachte: Entweder wird das ein totaler Flop oder ein überragender Erfolg, weil er so eigen ist. Nach zwei Gesprächen wusste ich: Das ist der richtige Typ für dieses Team.»

Arsène Wenger über Jens Lehmann Guardian

Der Franzose Henry wird mit 30 Treffern Torschützenkönig der Premier League. Bei der Wahl zum Weltfussballer des Jahres belegt er hinter Barcelonas Zauberer Ronaldinho Platz 2.

Arsenal's Thierry Henry (left) celebrates his first goal equaliser against Liverpool with team-mates Sol Campbell (centre) and Robert Pires during the Barclaycard Premiership match at Highbury, north London, Friday April 9, 2004. Arsenal won 4-2.  EPA/Nick Potts UK AND IRELAND OUT

Abwehrhüne Campbell mit den beiden französischen Weltmeistern Henry (links) und Pires. Bild: EPA PA

Van Nistelrooy trifft nur die Latte

Natürlich gibt es in 49 Spielen auch Momente, in denen die Serie zu reissen droht. Am nächsten an der Niederlage ist Arsenal am 21. September 2003, auswärts bei Manchester United. In der letzten Minute, es steht 0:0, erhalten die «Red Devils» einen Penalty zugesprochen. Torhüter Lehmann macht auf der Linie den Hampelmann und es gelingt ihm mit dieser Show-Einlage, den Schützen zu verunsichern: Ruud van Nistelrooy knallt den Ball an die Latte.

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Die Zusammenfassung eines dramatischen Spiels. Video: YouTube/man of tech

Schon in der fünftletzten Runde ist Arsenal Meister – was gleichzeitig eine Gefahr für die Ungeschlagenheit darstellt. Denn wenn die verbleibenden vier Partien nicht mehr ganz so wichtig sind, liegt eine Niederlage wohl eher in der Luft, als wenn es noch um Alles oder Nichts geht. «Das war wirklich eine der härtesten Aufgaben», erinnert sich Wenger zurück. «Oft ist es so, dass die Konzentration schwindet, wenn du Meister geworden bist und dass du dann das nächste Spiel verlierst.»

Arsenal goalkeeper Jens Lehmann holds up the English Premiership trophy to thousands of jubilant fans outside Islington Town Hall in North London, Sunday May 16, 2004, during their victory parade. (AP Photo/Lawrence Lustig, Pool)

Der Meistergoalie: Jens Lehmann. Bild: AP

«Ich will, dass ihr unsterblich werdet»

Aber Arsenal hat den Fokus weiter auf Sieg gerichtet. Und als am 15. Mai 2004 Leicester City nach Pausen-Rückstand 2:1 geschlagen ist, hat es Arsenal geschafft: Ungeschlagen holt es sich den Meistertitel zurück. «Ich sagte den Spielern: Schaut, wir sind Meister. Aber jetzt will ich, dass ihr unsterblich werdet», weiss Wenger noch heute.

«Irgendwie fanden meine Worte den Weg in den Kopf der Spieler.» 26 Siege und 12 Unentschieden in 38 Spielen bedeuten am Ende elf Punkte Vorsprung auf Stadtrivale Chelsea.

«Ich habe den Spielern gesagt, sie können Grosses erreichen, indem sie den Titel ohne eine einzige Niederlage holen – und sie haben es geschafft. Sie haben das alles noch nicht ganz realisiert, aber ich bin sehr stolz auf sie.»

Arsène Wenger, Arsenal-Trainer

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei – aber nicht die Pizza …

Die Serie der «Invincibles» ist mit dem Titelgewinn aber noch nicht zu Ende. Von den ersten zehn Spielen der neuen Saison gewinnt Arsenal acht, gegen die Bolton Wanderers gibt's ein 2:2.

Erst in einem denkwürdigen Match im Old Trafford endet Arsenals Serie der Ungeschlagenheit. Manchester United gewinnt in einer Partie, die in Grossbritannien als «Battle of the Buffet» bekannt ist, als «heisse Schlacht am kalten Buffet» gewissermassen.

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Van Nistelrooys späte Revanche. Video: YouTube/Manchester United

Ein umstrittener Penalty ebnet ManUnited in einem ruppigen Spiel den Weg zu einem 2:0-Heimsieg. Den Spitznamen erhält die Partie wegen Tumulten nach dem Schlusspfiff im Spielertunnel: United-Trainer Sir Alex Ferguson wird dabei ein Stück Pizza angeworfen. Jahre später gibt Cesc Fabregas zu, dass er der Übeltäter war.

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Fabregas erzählt, wie er damals die Pizza an Fergusons Backe geworfen hat. Video: YouTube/wy je

Den Titel gewinnt 2005 aber weder Arsenal noch Manchester United. Exakt 50 Jahre nach dem bisher einzigen Meistertitel schlägt Chelsea zu, zwei Jahre nach der Übernahme durch den russischen Milliardär Roman Abramowitsch. Während die «Blues» seitdem noch vier weitere Male die Premier League gewinnen, ist Arsenal seit den «Invincibles» im Jahr 2004 nie mehr Champion geworden.

FILE - In this Saturday, May 15, 2004 file photo. Arsenal's manager, Arsene Wenger holds up the English Premiership Trophy for Arsenal winning the 2003/2004 season at Highbury, London. Wenger will stay on as Arsenal manager, earning a new two-year contract on Wednesday, May 31, 2017 despite missing out on Champions League qualification. (AP Photo/Max Nash, File)

Wenger mit dem Meisterpokal 2004. Es ist der Höhepunkt seiner Zeit von 1996 bis 2018 als Trainer Arsenals. Bild: AP

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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