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Talfahrt geht weiter: CS-Aktie fällt auf neues Jahrestief



ARCHIVBILD ZUM VERLUST UND DEN UMSTRUKTURIERUNGEN BEI DER CREDIT SUISSE --- Das Logo der Credit Suisse anlaesslich einer Medienkonferenz der Credit Suisse zur lancierung ihres neuen digitalen Angebotes und zukunftweisendes Geschaeftsstellenkonzept am Donnerstag, 10. September 2020 in Zuerich.(KEYSTONE/Urs Flueeler).

Es geht weiter abwärts bei der Credit Suisse. Bild: keystone

Die Talfahrt der Credit Suisse-Aktie hat sich auch am Freitag fortgesetzt. Gegen Mittag sind die Titel der Grossbank auf neue Jahrestiefstände abgesackt. Nach den Debakeln um den Hedgefonds Archegos und die Greensill-Fonds sehen Markbeobachter noch viele ungeklärte Fragen und erwarten eine längere Periode der Unsicherheit.

Gegen 13.50 Uhr notieren die CS-Titel noch 1,6 Prozent im Minus bei 9.87 Franken, nachdem sie kurz zuvor bei 9.73 Franken ein neues Jahrestief markiert hatten. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus der CS-Aktien nun rund 14 Prozent, seit dem Jahreshoch von Ende Februar sind die Titel gar um 27 Prozent abgesackt.

Innert zwei Wochen sei die Börsenkapitalisierung, also der rechnerische Gesamtwert aller sich in Umlauf befindlichen CS-Aktien, um gegen 6 Milliarden Franken geschrumpft, stellt die Morgan Stanley-Analystin Magdalena Stoklosa fest. Das sei deutlich mehr als der Verlust von 4,4 Milliarden, den die CS wegen dem Zusammenbruch von Archegos vermelden musste.

Wie andere Beobachter auch wünscht sich die Morgan Stanley-Expertin eine baldige Klärung von offenen Fragen. So sei zum einen unklar, ob sich die Verluste wegen Archegos auch in das zweite Quartal hineinziehen würden.

Zum anderen erwarte sie weitere Informationen zur Abwicklung der «Greensill-Fonds». Hier sei ungewiss, ob die in den Medien zwischen 1 und 3 Milliarden geschätzten Verluste aus der Auflösung der mit Greensill Capital erstellten «Lieferketten-Finanzierungsfonds» von den Investoren getragen werden. Zuletzt hatten Medien berichtet, dass die CS-Führung keine Absicht habe, ihre Kunden für Verluste zu entschädigen.

Allerdings drohen der Grossbank wohl wegen der Angelegenheit – neben Reputationsschäden – langwierige juristische Auseinandersetzungen. Klar ist auch, dass die CS-Investment Bank nach den hohen Verlusten und dem Abgang ihres Chefs Brian Chin neu aufgestellt wird.

Ungewiss ist des weiteren die Zukunft der Asset Management-Sparte. Diese war nach der Affäre um die Greensill-Fonds Mitte März aus der Vermögensverwaltungs-Einheit herausgelöst und unter die Leitung von Ulrich Körner gestellt worden. Gerüchteweise ist auch ein Verkauf der Einheit nicht ausgeschlossen. (sda/awp)

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