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Corona-Pandemie hat langfristig keine Auswirkungen auf Klimawandel



ARCHIV - 06.06.2017, Mecklenburg-Vorpommern, Sassnitz: Ein Buchenwald auf der Insel Rügen. Der Klimawandel kann durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung - dieses im Sommer veröffentlichte Studienergebnis stößt auf Kritik anderer Forscher. Das Potenzial von Baumpflanzungen zur Eindämmung des Klimawandels sei in der Studie dramatisch überbewertet, hieß es am 22.10.2019 von der Leuphana Universität Lüneburg. Als Co-Autorin war die Leuphana-Forscherin Vicky Temperton an einer aktuellen Stellungnahme im Fachmagazin «Science» zu der Anfang Juli vorgestellten Analyse beteiligt. Foto: Jens Büttner/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Klimawandel ist auch von Corona nicht zu stoppen. Bild: zb

Die bisherigen weltweiten Einschränkungen durch die Corona-Pandemie werden gemäss einer Studie wohl keine langfristigen Auswirkungen auf den Klimawandel haben.

Zwar hätten die Beschränkungen zeitweise zu einer deutlichen Reduktion von Treibhausgas-Emissionen geführt, schreiben die Wissenschaftler um John Fyfe vom Canadian Centre for Climate Modelling and Analysis in Victoria im Fachjournal «Science Advances». Die langfristigen Auswirkungen dieser Reduktion auf den Klimawandel werden aber wohl «gering», wenn nicht sogar «nicht nachweisbar» ausfallen. Das haben die Forscher mit verschiedenen Modellen nachgewiesen.

«Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass sogar grössere Absenkungen von Emissionen nur einen kleinen und wahrscheinlich nicht nachweisbaren Effekt auf das Klima haben, wenn sie nur für eine kurze Zeit bestehen», schreiben die Wissenschaftler. «Die globale Erwärmung zu reduzieren und letztendlich die globalen Durchschnittstemperaturen zu stabilisieren, würde voraussetzen, dass kontinuierlich Jahr für Jahr die Netto-Emissionen auf Null gesenkt werden.»

Deswegen komme es nun darauf an, was für Massnahmen die Länder der Welt zur Ankurbelung der Wirtschaft als Reaktion auf die Corona-Krise ergriffen. Diese könnten entweder negative oder positive langfristige Auswirkungen auf die Emissionen haben und so den Verlauf des Klimawandels entscheidend beeinflussen.

Immerhin: 2.6 Gigatonnen weniger CO2

Wissenschaftler um Corinne Le Quéré von der University of East Anglia im britischen Norwich bezifferten die Abnahme der weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie in 2020 im Vergleich zu 2019 auf sieben Prozent. Das legten sie in einer separaten Studie im Fachjournal «Nature Climate Change» dar. Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen seien 2020 im Vergleich zu 2019 um 2.6 Gigatonnen auf 34 Gigatonnen gesunken, das sei die bislang grösste beobachtete Reduktion.

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Video: srf/Roberto Krone

Zudem analysierten die Forscher die Entwicklung der Emissionen in verschiedenen Ländern seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens 2015 und verglichen sie mit der Entwicklung in den rund fünf Jahren davor. Im Pariser Klimaabkommen verpflichten sich fast alle Staaten der Welt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, besser 1.5 Grad zu begrenzen.

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Bei den untersuchten Ländern mit hohen Durchschnittseinkommen der Bewohner seien die Emissionen seit der Verabschiedung des Abkommens bis 2019 durchschnittlich um 0.8 Prozent pro Jahr gesunken, 2020 wegen der Corona-Einschränkungen noch mal um neun Prozent. Ähnlich sah es bei den Ländern mit hohen bis mittleren Durchschnittseinkommen aus, die Emissionen sanken dort 2020 allerdings nur um fünf Prozent. Bei den Ländern mit niedrigen Durchschnittseinkommen stiegen die Emissionen zwischen 2015 und 2019 um 4.5 Prozent und sanken 2020 um neun Prozent.

Klimawandel

Bild: shutterstock

Um die Ziele des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen, müssten die globalen Reduktionen bei mindestens ein bis zwei Gigatonnen pro Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts und darüber hinaus liegen, schreiben die Forscher. Auch sie betonen, wie ihre Kollegen vom Canadian Centre for Climate Modelling and Analysis, dass die vorübergehende Reduktion der Emissionen durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie wohl keine langfristigen Auswirkungen haben werde.

(aeg/sda/dpa)

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