DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Hunderte Gräber bei weiterer Schule für Indigene in Kanada gefunden



epa09236277 A handout photo made available by the National Centre for Truth and Reconciliation at the University of Manitoba reportedly shows a gathering at the Kamloops Indian Residential School in Kamloops, British Columbia, Canada in 1937 (issued on 29 May 2021). According to a statement issued by Chief Rosanne Casimir of the Tk'emlups te Secw

Die Kamloops Indian Residential School in Kamloops Bild: EPA NATIONAL CENTER FOR TRUTH AN

Auf dem Gelände eines weiteren früheren Internats für indigene Kinder in der kanadischen Provinz Saskatchewan sind Medienberichten zufolge Hunderte Gräber entdeckt worden.

«Die Anzahl der nicht gekennzeichneten Gräber wird die bisher bedeutendste in Kanada sein», zitierten örtliche Medien den Bund souveräner indigener Völker (FSIN) am Mittwoch (Ortszeit). Eine genaue Zahl wurde in der Mitteilung nicht genannt. Weitere Details sollen bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gegeben werden.

Vom 17. Jahrhundert bis in die 1990er wurden die als «residential schools» bekannten Einrichtungen von der Regierung verwaltet und finanziert. Betreiber waren grösstenteils Kirchen und religiöse Organisationen. Indigene Kinder wurden ihren Familien entrissen und in diesen Einrichtungen untergebracht, wo sie die Traditionen der europäischen Kolonialisten lernen mussten, um ihre eigenen Sprachen und Kulturen zu vergessen. Gewalt und sexueller Missbrauch gehörten in diesen Schulen zur Tagesordnung.

Das Marieval-Internat südlich der Stadt Regina war von 1899 bis 1997 in Betrieb. Das Volk der Cowessess übernahm den Berichten zufolge die Einrichtung in den 1980ern von der katholischen Kirche. Die Ureinwohner hätten in den vergangenen Wochen das Gelände der Schule sowie einen angrenzenden Friedhof mit Radargeräten nach menschlichen Überresten abgesucht.

Erst Ende Mai war der Fund eines Massengrabs mit 215 Kindern bei einem anderen Internat für Indigene bekanntgeworden. Die Kamloops-Schule wurde zwischen 1890 und 1978 von der katholischen Kirche und später von der kanadischen Regierung betrieben. Nach Bekanntwerden des Falls forderten Vertreter indigener Gruppen, alle früheren Einrichtungen dieser Art untersuchen zu lassen. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fluchtreflex und Schuldgefühle – so geht es den Überlebenden des Massakers von Utøya

Der 22. Juli 2011 hat Norwegen verändert. Und er hat die Überlebenden des schlimmsten Gemetzels verändert, das in diesem augenscheinlich so friedlichen Land seit dem Zweiten Weltkrieg verübt worden war. An diesem Tag tötete der rechtsextreme Terrorist Anders Breivik 77 Menschen – die meisten von ihnen Teilnehmer an einem Sommercamp der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF auf der Insel Utøya.

Breivik kam als Polizist verkleidet nach Utøya, nachdem er im Regierungsviertel von Oslo eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel