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«Call of Duty»: Mord an 19-Jähriger in Brasilien schockt Gamer-Szene

Eine 19 Jahre alte E-Sportlerin ist in Brasilien ermordet worden. Der mutmassliche Täter war selbst Gamer. Offenbar handelte er aus Hass gegen Frauen.



epa08724274 Mikhail Huacan plays Call of Duty Warzone online with other Latin American players, from his home in Lima, Peru, 04 October 2020 (issued 06 October). 2020 has undoubtedly been a bad year for everyone ... except for eSports, whose

Bild: keystone

Ein Mord an einer 19-jährigen E-Sportlerin erschüttert die E-Sport-Szene in Brasilien. Die Spielerin des Smartphonespiels «Call of Duty Mobile», Ingrid Oliviera Bueno da Silva, in der Szene bekannt als «Sol», ist am Montag in Sao Paolo erstochen worden. Das berichten verschiedene lokale Medien. Bueno da Silva galt als grosses Nachwuchstalent.

Bei dem Täter soll es sich laut übereinstimmender Medienberichte um einen anderen «Call of Duty Mobile»-Spieler, Guilherme Alves Costa, unter Spielern als «Flashlight» bekannt, handeln. Der Täter habe sein Opfer «Sol» vor gut einem Monat über ihre gemeinsame Leidenschaft für das Smartphonespiel kennengelernt. Bei dem Treffen soll es sich um ihre erste Zusammenkunft in der realen Welt gehandelt haben.

Laut der Berichte soll sich der Mann der Polizei gestellt und die Tat gestanden haben. Wie das E-Sport-Portal «R7» meldet, habe «Flashlight» mehrfach auf sein Opfer eingestochen. Anschliessend habe er Fotos von der Leiche in WhatsApp-Gruppen geteilt. In einem Video der Festnahme, das im Netz kursiert, bestätigte der Mann die Tat.

Täter handelte wohl aus Hass an Frauen

In Brasilien, wie auch in vielen anderen Ländern, haben es Frauen in der Gaming-Szene schwer. Gamerinnen sind bei Spielen wie «Call of Duty Mobile» in der Minderheit. Anfeindungen sind oft an der Tagesordnung.

Auch der mutmassliche Täter scheint es gezielt auf Frauen abgesehen zu haben. So wird vermutet, dass er der Incel-Szene nahesteht, die für Hass auf Frauen bekannt ist. Morde an Frauen – sogenannte Femizide – sind in Lateinamerika, insbesondere in Brasilien, ein grosses gesellschaftliches Problem. Laut dem IPEA Atlas of Violence wurde im Jahr 2018 im Schnitt alle zwei Stunden eine Frau ermordet.

Im Internet wurde die Nachricht aus Brasilien mit Entsetzen aufgenommen. Das eSport-Team «Jaguares» schreibt in einer Twitter-Nachricht, dass Frauen täglich Übergriffen ausgesetzt seien, die von der Gesellschaft aber kaum beachtet würden. «Im E-Sport ist das nicht anders». Gamerinnen und Gamer müssten sich gegen die Gewalt stellen, so der Appell. «Femizide dürfen nicht toleriert werden.»

Auch das Team, für das «Sol» antrat, «FBI E-Sports» bekundete im Internet seine Trauer. In einer auf Instagram veröffentlichten Nachricht heisst es: «Sie war ein aussergewöhnlicher Mensch». Man werde sich jeden Tag, wenn die Sonne aufgeht, an sie erinnern.

(t-online, blu)

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