Arbeitswelt
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bundesrat lehnt Lohndeckel für Bundeskader ab



ARCHIV - ZUM SPARBESCHLUSS DES NATIONALRATS BEI DEN BUNDESFINANZEN 2017 STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Ein Chinesischer Tourist aus Shanghai laesst einige Muenzen der insgesamt 8 Millionen 5-Rappen-Stuecken im Wert von 400'000 Schweizer Franken und mit einem Gewicht von 15 Tonnen durch die Haende rieseln auf dem Bundesplatz, am Freitag, 4. Oktober 2013, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Die Löhne der Topkader von Bundesbetrieben sollen nicht gesetzlich neu geregelt werden. Der Bundesrat lehnt eine Lohnobergrenze von einer Million Franken sowie ein generelles Abgangsentschädigungsverbot ab.

Der Bundesrat sei zwar der Meinung, dass die Entlöhnung von Topkader in bundesnahen Unternehmen und Anstalten kritisch zu prüfen sei, schreibt der Bundesrat in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. Die von der Nationalratskommission vorgeschlagenen gesetzlichen Regeln seien jedoch zu starr.

Der Bundesrat nimmt zu einer Vorlage der Staatspolitische Kommission des Nationalrats (SPK-N) Stellung. Die Kommission setzt damit eine parlamentarischen Initiative von alt Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (SP/BL) um. Die Initiative verlangt, dass für Topkader oder Verwaltungsräte von sieben grösseren Unternehmen des Bundes eine Obergrenze von einer Million Franken pro Jahr gelten soll. Konkret würde diese Obergrenze für SBB, Ruag, Skyguide, Suva, SRG, Swisscom und Post festgelegt.

Bundesrat sieht keinen gesetzlichen Handlungsbedarf

Der Bundesrat verfüge bereits heute über geeignete Instrumente, um die Entlöhnung der obersten Kader und der Leitungsorgane von Unternehmen und Anstalten des Bundes zu steuern, heisst es in der Stellungnahme weiter. Er könne auch korrigierend eingreifen.

Im Kaderreporting des Bundesrats an die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte werde zudem jährlich über die Entlöhung berichtet.

Auch ein generelles Verbot für Abgangsentschädigungen lehnt der Bundesrat ab. Abgangsentschädigungen müssten massvoll eingesetzt werden, sie könnten aber situativ angebracht sein, heisst es weiter in der Stellungnahme.

Leicht sinkende Löhne

Die Löhne der Topkader in bundesnahen Betrieben sind 2019 grösstenteils leicht gesunken.

Den höchsten Lohn bezog der abgetretene SBB-Chef Andreas Meyer. Seine Entlöhnung lag gemäss dem jüngsten Kaderlohnreporting des Bundes bei knapp 932'000 Franken. Das ist etwas weniger als im Jahr zuvor (987'500 Franken).

Auf Meyer folgen Postfinance-Chef Hansruedi Köng mit 809'000 Franken und Ruag-Holding-Chef Urs Breitmeier mit fast 758'000 Franken.

Bei der Post gab es im Jahr 2019 einen Chefwechsel. Roberto Cirillo trat per April die Nachfolge von Ulrich Hurni an, der die Leitung der Post im Juni 2018 nach dem Postauto-Skandal interimistisch übernommen hatte. Den Lohnaufwand für die oberste Postleitung gibt der Bundesrat mit rund 693'000 Franken an. Im Vorjahr waren es noch knapp 1'107'500 Franken gewesen.

Als nächstes berät der Nationalrat die Vorlage. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum 60 Ökonomen finden, dass es jetzt einen Lockdown braucht – sie aber ungehört bleiben

In einem offenen Brief an den Bundesrat fordern 60 Ökonominnen einen erneuten Lockdown. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass so nicht nur weniger Menschen sterben, sondern auch der wirtschaftliche Schaden kleiner sei. Ihr Aufruf erhielt internationale Aufmerksamkeit.

Während der zweiten Corona-Welle hat sich die Schweizer Regierung für den schwedischen Weg entschieden: Sanfte Massnahmen, die vor allem auf Eigenverantwortung beruhen, sollen die hohen Infektionszahlen runterbringen und gleichzeitig den wirtschaftlichen Schaden klein halten. Einen zweiten Lockdown – so wie er in einigen Nachbarländern aufs Neue verordnet wurde – will kaum jemand. Allen voran nicht die Wirtschaftsvertreter, die seit Beginn der Pandemie vor einer schlimmen wirtschaftlichen …

Artikel lesen
Link zum Artikel