Frauen und Geld
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Frauen und Geld

Die 7 häufigsten Geldfehler und wie du sie vermeiden kannst

Wir alle haben unsere eigene Geldgeschichte. Hier sind die 7 häufigsten Fehler, welche dich langfristig wirklich Geld kosten können, und wie du sie vermeiden kannst.

Olga Miler
Olga Miler



Was haben Post-It’s, Herzschrittmacher, Mikrowelle, Dynamit und Kartoffelchips gemeinsam? Es sind alles Erfindungen, die aus kleinen Fehlern oder Zufällen entstanden sind. Kartoffelchips z.B. kamen zustande, weil sich ein Kunde im Restaurant lauthals über zu dicke Pommes beschwerte. 😁

Das ist nicht nur bei bekannten «Erfindungen» so. Je nach dem, was man macht, passiert es oft, dass man einfach mal irgendwo anfangen muss, schaut was passiert und dann darauf aufbaut. Machen, ausprobieren, schnell aus Fehlern lernen, weiterentwickeln. Wenn das bei Geld auch nur so einfach wäre!

Bei Geld sind es bei vielen Leuten die Angst davor, Fehler zu machen und Geld zu verlieren (geht mir selbst auch so), oder vergangene negative Erfahrungen (wie Valentina), welche die grösste Hürde darstellen. In meiner Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass es vor allem die einfachen Sachen sind, die langfristig wirklich viel Geld kosten. Die «Verluste» sind klein, schleichend, im Moment kaum spürbar. Aber aufsummiert ist es dann wirklich erschreckend.

Hier ist eine Sammlung der häufigsten Fehler und Ideen wie man sie vermeiden kann, die ich zusammen mit anderen Frauen in Workshops und Gesprächen gesammelt habe.

Ich habe keine Zeit, mich mit der Finanzplanung zu beschäftigen

Man kommt nicht drum herum. Jeden Monat ein bisschen Zeit einplanen und die Basics wie Budget, Kontoauszüge und jährliche Steuererklärung verstehen.

Ich weiss nicht viel darüber und finde, mein/e Partner/in kann es eh besser

Sehr viele Frauen in der Schweiz überlassen die Finanzplanung ihrem Partner. Basiswissen aneignen, egal ob Buch, Block oder Kurs, die Kommunikation mit z.B. der Bank nicht nur einer Person überlassen, grössere Entscheide wie Hypotheken etc. gemeinsam fällen.

Ich habe keine Ahnung, was ich im Fall einer Scheidung oder eines Todesfalls machen und wie ich dann dastehe würde

Finanzielle Überraschungen sind in solchen Lebensmomenten keine Seltenheit – Frauen erzählen regelmässig von versteckten Konten bis hin zu Pensionkasse-Geldern, die plötzlich nicht mehr vorhanden sind, Steuernachzahlungen usw. Transparenz hilft, das zu vermeiden: Welche Absicherung habt ihr, zahlt dir die PK eine Rente, welche Rechte hast du, gibt es Lebensversicherungen etc. und vor allem Übersicht über die wichtigsten Positionen und Konti erstellen und sicherstellen, dass du dazu auch die notwendigen Zugänge/Vollmachten und Einsicht in alle Dokumente hast.

Ich tue mich schwer bei Lohnverhandlungen und rede gar nicht gerne über Geld

Studien zeigen, dass Frauen bereits von Anfang an mit einer tieferen Lohnbasis starten und die Schere dann immer breiter wird je älter wir werden. Wissen, was die eigene Arbeit Wert ist, sich gezielt vorbereiten und vor allem nicht zögern zu fragen. Weitere Tipps in diesem Artikel.

Ich lege mein Geld nur auf dem Sparkonto an, weil ich die Alternativen nicht kenne

Das trifft nicht nur Frauen, viele junge Leute in der Schweiz sagen, dass ihr Geld auf das Sparkonto legen, weil sie die Alternativen nicht oder zu wenig gut kennen. Damit du in 10-15 Jahren nicht zurückschaust und denkst: «hätte ich das gewusst, hätte ich es anders gemacht» ist es wichtig, dass du die Grundzüge der Möglichkeiten, die dir offen stehen kennst. Egal ob du am Schluss investierst, dich nur fürs Sparen entscheidest oder beides machst, wichtig ist, dass es ein bewusster Entscheid ist.

Die 5 häufigsten Fehler beim «Investieren»

Anlagehorizont ist zu kurz: optimal mind. 10 Jahre einplanen (zumindest bei Aktien-Investments)·

Emotionen nehmen Überhand: Man ändert die Strategie oft (und meistens zu spät…) – langfristig bringt es mehr, bei einem gewählten Ansatz konsistent zu bleiben

Alle Eier liegen in einem Korb – sprich keine Diversifikation deiner Anlagen.

Kosten der Anlage sind unnötig hoch und fressen einen (Gross-)Teil der Rendite auf – die Totalkosten vorher und regelmässig prüfen·

Anlage passt nicht zum deinem Risikoprofil – Profil bestimmen, z.B. hier

Ich habe keinen Plan und mache einfach ein bisschen etwas

Mit einfacher Planung holt man mehr raus, spart Zeit und verschafft sich vor allem Unabhängigkeit und Sicherheit. Dazu reicht es, wenn du die kurzfristigen Ziele kennst, weisst was du ungefähr in 3-5 Jahren willst und eine Ahnung davon hast, wieviel du langfristig für’s Alter brauchst. Die Beträge dann am besten automatisch abzweigen. Mit der Zeit entsteht eine relativ solide Basis, die dich sowohl in Krisen schützt als auch schnell neue Handlungsmöglichkeiten wie z.B. Selbstständigkeit oder Jobwechsel ermöglicht.

Ich habe keine Vertrauensperson, an die ich mich (z.B. im Notfall) wenden könnte

Leider passiert es immer wieder, dass man z.B. im Notfall ausgenutzt wird. Wissen wohin man sich wenden kann, wenn man Hilfe braucht ist in guten, aber vor allem in schlechten Zeiten sehr nützlich. Das kann ein Anwalt, ein Treuhänder, ein Finanzexperte oder Bankberater, oder auch jemand aus dem Freundeskreis oder der Familie sein, oder eine unabhängige Beratungsstelle.

Kommt euch irgendetwas davon bekannt vor? Man muss nicht alles auf einmal anpacken, aber zu wissen wo die grösseren Unsicherheiten sein können, kann helfen, langfristig euch selber und euer Geld zu schützen.

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Panic4Clicks 05.06.2020 09:19
    Highlight Highlight Ich hab einen Plan. Und dann komts sowieso immer anderst.

    Kinder, Erinnerungen und Gold sind inflationsgeschützt.

    Hab ich vom Gropapa gelernt.
    • OlgaMiler 06.06.2020 11:00
      Highlight Highlight :-)
  • mukeleven 05.06.2020 00:52
    Highlight Highlight bist Du das Olga Miller - global retirement initiative @ubs, du warst fuer ZIEL am start?
    • OlgaMiler 06.06.2020 10:58
      Highlight Highlight Ja, genau! GRI und ZIEL:-)
  • Hauswurz 04.06.2020 23:53
    Highlight Highlight 8. Ich verdiene einfach zu wenig Geld, um mich überhaupt mit Finanzplanung zu beschäftigen.
  • Botti 04.06.2020 20:24
    Highlight Highlight Bitte entschuldigt mich, als ganz böser chauvinistisch und paternalistisch veranlagter Mann habe mir die Tipps ebenfalls zu herzen genommen. Auch ich stehe in jungem Alter vor denselben Ptoblemen und bin dankbar für diesen Artikel. Auch wenn mir gewisse Kreise vorhalten, dass ich von Wirtschaft und Gesellschaft sowieso nur bevorzugt werde. Danke trotzdem.
  • ueilaa 04.06.2020 15:35
    Highlight Highlight Eigentlich könnte man den Titel dieser Serie mal abändern? Männer haben mindestens genau so oft wenig Plan. Gerade die jüngere Generation wie mich...

    ...ein paar geben es vielleicht weniger offen zu. Aber wer nicht lern- und kritikfähig bleibt ist selbst Schuld!
    • Derdada 04.06.2020 22:57
      Highlight Highlight Ich, Mann, hab auch kein plan. (Damit du nich alleine da stehst ;) )
    • Back in Time 05.06.2020 11:07
      Highlight Highlight @ueliaa: Ich stimme Dir 100% zu. Auch ich kapiere nicht, warum diese Artikelserie als 'Frauen und Geld' bezeichnet wird, statt sie neutral für alle zu machen.
    • OlgaMiler 06.06.2020 11:51
      Highlight Highlight Danke für diesen offenen, sehr mutigen und erfrischenden Kommentar. Ich freue mich sehr wenn der Blog allen hilft den einen oder anderen Tipp mitzunehmen.
      In einer Welt in der Geld sehr lange Männern vorbehalten war - Frauen dürfen z.B. erst seit 1976 ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes ein Bankkonto eröffnen, haben wir diesen Blog "Frauen und Geld" genannt. Um bewusst ein Signal zu setzen das Frauen willkommen sind. Das heisst nicht dass es Männer ausschliessen soll. Im Gegenteil:-). Ideal wäre es doch, wenn wir in Zukunft gar keine solchen Titel mehr brauchen.



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