Coronavirus
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«Gibt zurzeit keine Alternative» – Leiter von Covid-Task-Force hält an Strategie fest



Der Leiter der Covid-Task-Force des Bundes, Martin Ackermann, hält weiterhin an der eingeschlagenen Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus fest. «Zu dieser Strategie gibt es zurzeit – das ist meine Sicht – keine Alternative», sagte er der «NZZ am Sonntag».

Deshalb sei sie einfacher und billiger und weniger einschneidend als die flächendeckenden Massnahmen, die bei hohen Fallzahlen nötig wären. «Lassen Sie mich dafür ein Bild brauchen: Zurzeit gehen wir mit dem Skalpell gegen Corona vor. Im letzten Frühling brauchten wir dafür eine Axt», sagte Ackermann in dem Interview.

«Wir wollen sichergehen, dass sich die Frage von weiteren Lockdowns nicht mehr stellt.» Man müsse den Leuten erklären, dass es keinen Widerspruch zwischen dem Schutz der Gesundheit und dem Aufrechterhalten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens gebe.

Studentinnen und Studenten mit Masken an der Universitaet Zuerich am Montag, 14. September 2020, in Zuerich. An der UZH gilt eine Maskentragepflicht in oeffentlich zugaenglichen Innenraeumen, wie Korridore, Lichthoefe, Toilettenanlage, Aufzuege, Museen, Bibliotheken und Gastrobereiche. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Semesterstart an der Universität Zürich – mit Masken und Abstand. Bild: keystone

Der Professor für Mikrobiologie an der ETH Zürich glaubt, dass mit der auf auf Hygiene- und Abstandsregeln, auf Masken, Tests und Verfolgung von Kontaktpersonen sowie auf Isolationen und Quarantänen beruhenden Strategie eine zweite Welle abgewendet werden kann. «Diese Strategie funktioniert, ja, sie funktioniert gut.»

Das zeige sich auch daran, dass in der Schweiz zurzeit zehn infizierte Person elf andere anstecken. «Das ist, salopp gesagt, nur eine zu viel. Wären es zehn, läge die Reproduktionszahl bei eins. Dann wäre die Lage stabil», sagte Ackermann. Er sei zuversichtlich, dass diese Strategie auch im Herbst und im Winter funktioniere.

Kapazitäten sind entscheidend

Wichtig sei, dass das Contact Tracing auch bei steigenden Infektionszahlen aufrechterhalten werden könne. Konkret heisse das, dass die Kantone jederzeit genügend Personal, auch genügend Personal in Reserve, haben müssten, betonte Ackermann. «Sonst bricht das System zusammen.»

Auch die Testkapazitäten dürften nicht an den Anschlag kommen. Es brauche jederzeit genügend Reserven. Denn «die Strategie der Schweiz beruht darauf, dass möglichst viele Personen getestet werden».

Von der Idee einer Durchseuchung der Schweizer Bevölkerung mit dem Coronavirus hält der Task-Force-Leiter nichts. «Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten einer Durchseuchung sind viel zu hoch. Dazu kommt, dass eine zentrale Frage noch immer unbeantwortet ist: Wie lang ist man nach einer Infektion wirklich immun?» (sda)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Firefly
20.09.2020 10:01registriert April 2016
Das einzige was meiner Meinung nach fehlt ist die erneute Empfehlung für Homehoffice. Das kennen wir ja schon und es wäre einfach wieder umzusetzen mit relativ grosser Wirkung.
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Masus
20.09.2020 11:25registriert July 2020
Die Strategie ist konservativ, überlegt und versucht niemanden allzufest vor den Kopf zu stossen. Sehr schweizerisch und somit im Vergleich absolut akzeptabel.
Die grosse Frage, die sich stellt ist aber diejenige nach dem Ausstieg, dem Ziel. Oder anders gesagt: Wann ist die Situation überstanden und wir können die Massnahmen wieder aufgeben? Hier besteht Klärungsbedarf, sowohl in der Politik, wie auch in der Bevölkerung.
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Skeptischer Optimist
20.09.2020 10:24registriert February 2016
Ich habe den Eindruck, dass der Professor hier einfach rum eiert.
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40

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