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Bild: moviepilot

Warum Harry Potter in Ungarn per sofort erst ab 18 ist

Ungarn verbannt mit einem neuen Gesetz Homo- und Transsexualität aus der Werbung und schränkt die Verfügbarkeit von Filmen ein. Kritiker befürchten weitere Einschränkungen nach dem Vorbild Russlands.



Ein Artikel von

T-Online

Mit den Stimmen der Rechten hat das ungarische Parlament ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Für die Vorlage stimmten am Dienstag 157 Abgeordnete der regierenden rechtsnationalen Fidesz-Partei sowie der rechten Jobbik-Partei, die der Opposition zugerechnet wird.

Ein fraktionsloser Linker stimmte dagegen. Die Abgeordneten der linken und liberalen Parteien verliessen vor der Abstimmung aus Protest gegen das Gesetz den Sitzungssaal. Das ungarische Parlament hat 199 Abgeordnete.

Kritiker: homofeindliche Zensur nach russischem Vorbild

Das Gesetz sieht ein Verbot von Büchern, Filmen und anderen Inhaltsträgern vor, die Kindern und Jugendlichen zugänglich sind und in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen abweicht. Darüber hinaus soll jede Art von Werbung verboten werden, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität erscheinen. Kritiker sehen darin die Bemühung, im EU-Land Ungarn eine homofeindliche Zensur nach russischem Vorbild einzuführen.

Das Gesetz hat beispielsweise zur Folge, dass Filme und Serien wie «Bridget Jones», «Harry Potter» oder «Friends» jetzt eine Altersfreigabe ab 18 Jahren haben und erst spät Abends ausgestrahlt werden dürfen. Auch Werbespots von Firmen, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen, ist durch das Gesetz betroffen.

Die Bestimmungen sind Teil eines Gesetzespakets, das auch strengere Strafbestimmungen für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorsieht. Auch die Schaffung eines sogenannten «Pädophilen-Registers» ist darin vorgesehen.

Orbán gilt bei Kritikern als homofeindlich

Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orbán , dem Kritiker das Schüren von Vorurteilen gegenüber Minderheiten vorwerfen. Schon in der Vergangenheit fiel Orbán durch Äusserungen auf, die Kritiker als fremden- und homofeindlich einstuften.

Die Orbán-Regierung begründete das Gesetzespaket mit dem Bestreben, das «Recht der Kinder auf ihre bei der Geburt empfangene geschlechtliche Identität» schützen zu wollen. Verbände der LGBT-Gemeinde und Menschenrechtsorganisationen verurteilten es als diskriminierend und einer Zensur Vorschub leistend. Es würde die Rechte homosexueller und transsexueller Jugendlicher «mit Füssen treten», hiess es in ihren Stellungnahmen.

Verwendete Quellen:

(dpa/t-online)

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