Interview
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Club oder Familie? Die meisten Ansteckungsorte können nicht klar benannt werden. bild: unsplash

Interview

Ist es am Familientisch gefährlicher als in der Disco? Das sagt der Experte

Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist nun doch nicht der Klub das grösste Ansteckungsrisiko, sondern die Familie. Was heisst das nun? Wir haben Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital Aarau, zum Statistik-Wirrwarr aus Bern befragt.

Rolf Cavalli / ch media



Herr Fux, ist Partymachen in voller Disco also weniger gefährlich als ein Essen im Familienkreis?
Christoph Fux: Man muss unterscheiden zwischen primärer Ansteckung, also ausser Haus, und der sekundären Ansteckung innerhalb einer Familie, wo jemand das Virus nach Hause bringt. Wenn jemand in der Familie infiziert ist, erwischt es häufig auch andere Familienmitglieder - Untersuchungen schätzen das Ansteckungsrisiko innerhalb eines Haushaltes auf ca. 15 Prozent. Darum kann man die beiden Ansteckungsorte nicht direkt miteinander vergleichen.

>>> Alle Entwicklungen zum Coroanvirus im Liveticker

Was heisst das nun für das Verhalten innerhalb der Familie: Müssen wir Social Distancing auch zu Hause einhalten?
Nein, eine Familie muss man als Einheit betrachten, Social Distancing ist hier weder möglich noch erwünscht. Das wäre emotional nicht zumutbar. Darum ist es umso wichtiger, dass man ausserhalb des Hauses eine Ansteckung möglichst vermeidet.

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Plädiert für Maskenpflicht auch in Läden: KSA-Infektiologe Christoph Fux. bild. © Tele M1

Offensichtlich ist die Ansteckungsgefahr im Ausgang aber viel kleiner als bisher vermutet bzw. vom BAG fälschlicherweise zuerst behauptet.
Das kann man so nicht sagen. Bei einer tiefen Fallzahl entscheidet häufig der Zufall, ob etwas passiert oder nicht. Fehlverhalten wird nur bestraft, wenn sich eine ansteckende Person in der Gruppe befindet. Klubs und Discos sind potenzielle Multiplikatoren von Viren. Aus zwei Gründen: Im Unterschied zu einem Restaurant wird in einer Disco oder einem Klub auch gesungen und geschrien, was die Übertragung einer Tröpfcheninfektion beschleunigt. Zudem sind Discobesucher meistens sehr mobil und übertragen den Virus bei einer Infektion so schnell über die Region hinaus. Das Beispiel des Skiorts Ischgl zeigt das eindrücklich.

Aber die Zahlen belegen das nicht.
Das zeigt nur, dass wir bisher Glück hatten. Wenn etwas noch nicht eingetroffen ist, heisst nicht, dass es kein Problem ist. Eines ist unbestritten: Nähe kombiniert mit Tröpfchenauswurf erhöht das Übertragungsrisiko. Darum steckt man sich in der Familie schnell an. Und deshalb sollte man Enge dort vermeiden, wo es nicht zwingend ist oder sich zumindest mit einer Maske schützen.

Plädieren Sie für eine Erweiterung der Maskenpflicht?
Ja. Wer in der Bäckerei oder im Supermarkt ansteht, kann die 1.5-Meter-Regel nicht immer einhalten. Oder ein in der Hitze aufgestellter Ventilator hilft mit, eine etwas grössere Distanz zu überbrücken. Mit einer Maske kann man dies abfangen. Es ist eine für die Wirtschaft sehr günstige Massnahme, die wenig weh tut und den Schutz erweitert. Es ist doch besser, eine Maske zu tragen und dafür fast alles ausüben zu können statt einen zweiten Lockdown zu provozieren. Alle umliegenden Länder haben das so umgesetzt und machen gute Erfahrungen damit. Darum empfehlen die Kantonsspitäler Baden und Aarau eine Maskenpflicht etwa auch in Läden. Der Entscheid liegt aber beim Kanton.

Draussen ist das Ansteckungsrisiko generell geringer. Sollte man aus infektiologischer Sicht Stadien für Sportveranstaltungen wieder richtig öffnen?
Wir müssen mit dem Virus leben lernen, darum muss man einen Weg finden, solche Veranstaltungen wieder möglich zu machen. Ein gangbarer Weg wäre etwa, das Stadion halb zu füllen, also mit jedem zweiten Platz leer - zusammen mit der Verpflichtung, bei Eintritt die Hände zu desinfizieren und für die ganze Spieldauer eine Maske zu tragen. Zudem müsste man aber bereit sein, auf Getränke und Snacks zu verzichten.

famile family abwasch händewaschen working at home

«Social Distancing in der Familie ist unmöglich und unerwünscht.» bild: unsplash

Die grösste Kategorie der Ansteckungsorte ist die Gruppe «unbekannt». Was steckt möglicherweise dahinter?
Eine wichtige Gruppe sind Reiserückkehrer. Die haben nun gegen Ende Ferien zugenommen. Es bestätigt sich auch, dass die meisten davon Balkanreisende sind. Gerade übers Wochenende hat die Rega einen intubierten Corona-Patienten ins KSA eingeflogen.

Gehört er der Risikogruppe an?
Ja, das ist ein über 60-jähriger Patient. Leute aus dem Balkan reisen oft in der Familie, darum trifft es im Gegensatz zu den Clubbesuchern auch Ältere, die dann hospitalisationpflichtig krank werden. Die jungen positiv getesteten Personen haben zwar Symptome, sind aber nicht so krank, dass sie zu Hause bleiben müssten; sie sind Überträger des Virus und müssen sich deshalb unbedingt testen lassen - und falls positiv in Isolation gehen.

Trotz dieser Fälle: Die Spitäler sind nach wie vor nicht ansatzweise am Anschlag, oder?
Im KSA haben wir zurzeit vier hospitalisierte Corona-Patienten, zwei davon sind auf der Intensivstation. Aber das kann schnell ändern. Darum ist es sinnvoll, Hygiene- und Distanzregeln einzuhalten und im Zweifelsfall eine Maske zu tragen. Wenn wir dank Maske die Ansteckungen mit unbekannter Herkunft nur schon um einen Drittel senken können, wäre das ein grosser Erfolg mit kleinem Aufwand.

(aargauerzeitung.ch)

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82Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ian Cognito 05.08.2020 13:41
    Highlight Highlight "wird in einer Disco oder einem Klub auch gesungen und geschrien"
    LOL, also der Herr ist eindeutig nicht sehr oft oder in den falschen Clubs!

    Und zum Beitrag: jaja hackt nur weiter auf den Clubbers rum, dann werden wir bestimmt besonders solidarisch NICHT
  • madu 04.08.2020 08:02
    Highlight Highlight Der Bund kennt die tatsächlichen Ansteckungspfade nicht und ist somit nicht in deer Lage adäquate Massnahmen festzulegen!
  • Rethinking 04.08.2020 07:49
    Highlight Highlight Wir sollen nun möglichst überall Masken tragen, aber von der Home Office Empfehlung für Unternehmen spricht keiner mehr...

    Dabei belegt die korrigierte Statistik des BAG dass das Risiko sich bei der Arbeit anzustecken sehr hoch ist...

    Sprecht endlich wieder eine generelle Home Office Empfehlung aus und verpflichtet Unternehmen, die ohne Probleme Home Office machen können, dazu 50% der Mitarbeitenden im Wochenzyklus im Home Office zu haben...
  • Blues 03.08.2020 23:50
    Highlight Highlight Jawohl, der Familientisch ist sehr gefährlich, sofern man 2 Töchter (21/23) hat wie mein Kollege. Er hat sich dann auch angesteckt, die 2 Frauen hatten nichts, obwohl beide COVID 19-Trägerinnen waren. Die ganze Familie hatte dafür 14 Freitage und mein Kollege wurde nach 8 Tagen aus dem Spital entlassen!
  • hairypoppins 03.08.2020 23:44
    Highlight Highlight Weniger Leute treffen, auch wenn Familie, Punkt. Kann mal etwas warten, bis keine besonderen Umstände herrschen.
  • Baumi72 03.08.2020 23:12
    Highlight Highlight Das Virus lässt sich weder durch Masken noch durch 1 oder 2 Meter Abstand bändigen.

    Hygiene erachte ich als sehr wichtig.

    Lernen wir damit zu leben. Raschmöglichst.
  • baumi92 03.08.2020 23:05
    Highlight Highlight Die Familie gehört zum Leben. Selbst im Lockdown kamen Familien zueinander. Clubs und Bars sind statistisch nur für wenige Ansteckungen verantwortlich. Der gefährlichste Faktor ausserhalb der Familie ist also der Arbeitsplatz.
    • Rethinking 04.08.2020 07:54
      Highlight Highlight Gsnz deiner Meinung. Alle labern von Maskenpflicht in Läden aber von Home Office spricht keiner mehr. Absolut irrational...
  • Octavius 03.08.2020 22:50
    Highlight Highlight Weiss man wo alle Familienmitglieder vorher waren? Sind die Leute, die sie getroffen haben, in der Disco, im Restaurant, Urlaub gewesen? Ich weiss wie ich mich schützen muss und das tue ich auch und brauche keine unsichere und falsche Analysen und Statistiken, weder von Medien noch von falschen Propheten. Jeder weiss mittlerweile wie er sich und andere zu schützen hat. Vom vielen Reden verschwindet der Virus nicht, sondern vom richtig handeln.
    Wie es bei Nike heisst : just do it, dann kommt es gut.
  • Kruk 03.08.2020 21:43
    Highlight Highlight Wieviele Menschen haben eigentlich in den letzten Wochen wie oft Zeit in Clubs verbracht, und wieviel in der Familie und am Arbeitsplatz?

    Kann es auch damit zu tun haben dass fast alle eine Familie haben und arbeiten gehen... Ist fast klar dass diese zwei weit oben stehen.

    Das Risiko ist deshalb im Club doch eher grösser.

    2% der bekannten infektionen fanden im Club statt, wieviele gehen überhaupt in einen Club?
    Zu unser aller Glück ein verschwindend kleiner Teil.
    • Hippokrates 03.08.2020 23:28
      Highlight Highlight Lieber Kruk, du hast so was von recht. 👍
    • Rethinking 04.08.2020 07:56
      Highlight Highlight Vorallem wird der Arbeitsplatz ausgeblendet... Niemand spricht von einer Home Office Empfehlung dabei wäre dies die logische Reaktion auf die Statistik des BAG
  • De-Saint-Ex 03.08.2020 21:08
    Highlight Highlight Oufff... zum Glück habe ich das noch gelesen... gehe jetzt in den nächsten Club... dort bin ich vor diesem bösen Virus am ehesten geschützt... Tschüss Frauchen, Tschüss Kinder und viel Glück... und danke liebes BAG 😛...


    Ironie off...

    W. T. F. !!!
  • Ökonometriker 03.08.2020 20:25
    Highlight Highlight Masken schützen nicht ausreichend. Vermutlich bieten sie einen gewissen Schutz, aber sie verhindern allein die zweite Welle nicht. Dies sieht man in Hongkong.
    Die genannten 30 Prozent Reduktion der Infektionen durch Masken dürften zwar realistisch sein und decken sich auch mit den empirischen Daten. Das klappt aber nur, wenn alle ständig eine Maske tragen. Sonst sinkt der Schutz. Und wollen wir echt immer Masken tragen?

    Wir sollten lieber die Kontaktpunkte reduzieren. Weiterhin Home Office Empfehlung, Mengenbeschränkungen in Clubs und Sitzpflicht in Bars und Restaurants könnten schon reichen.
    • Garp 03.08.2020 20:42
      Highlight Highlight Also auch Masken in Lebensmittelgeschäften, das ist ein starker Kontaktpunkt.
    • Kruk 03.08.2020 21:35
      Highlight Highlight Home Office ist aber nur für einen kleinen Teil der Arbeitenden möglich, es gilt auch das Übertragungsrisiko an anderen Arbeitsplätzen zu minimieren.
      Da wird teilweise gar nichts gemacht.
    • Rethinking 04.08.2020 07:53
      Highlight Highlight @ Kruk: Home Office ist meines Erachtens für folgende Branchen ohne weiteres möglich:

      Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Informatik, Telekommunikation, Pharma, Handel, Behörden...
    Weitere Antworten anzeigen
  • AlterSack 03.08.2020 20:05
    Highlight Highlight Kann mich nicht genau erinnern. Wie war das bloss noch in Ischgl? Eine Familie?
  • Terraner 03.08.2020 20:01
    Highlight Highlight Die Tennisspieler an der Adria Tour werden sich wohl auch nicht beim Tennisspielen angesteckt haben, sondern beim Feiern nach dem Tennis im Club.
  • Doppelpass 03.08.2020 19:53
    Highlight Highlight Der Artikel scheint mir sehr erhellend und nachvollziehbar. In den Kommentaren kommt dann allerdings der Club - Familien Vergleich doch wieder auf. Mich mutet das absurd an.
  • Yogi Bär 03.08.2020 19:47
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man sich die Verhältnisse anschauen. Wie viele prozentual zur Schweizer Bevölkerung sind es die Clubs besuchen...
    Wie viele Familien gibt es prozentual an der Gesamtbevölkerung...
    Welche Quellen sind unbekannt..
  • Barracuda 03.08.2020 19:46
    Highlight Highlight Ein gutes Interview, das es genau auf den Punkt bringt. Es ist durchschaubar und billig, wenn jetzt die Clubs das kurze Zahlenwirrwarr des Bundes dankend aufnehmen, um damit zu suggerieren, dass alles halb so wild sei. Der Prozentsatz könnte 80% sein bei Familien, es ist und bleibt irrelevant. Die primären Gefahrenherde sind entscheidend. Und das sind nunmal Bars/Clubs und Auslandreisende. Es ist ja kein Zufall, dass mit diesen Lockerungen die Probleme kamen.
  • sowhat 03.08.2020 19:46
    Highlight Highlight "Offensichtlich ist die Ansteckungsgefahr im Ausgang aber viel kleiner als bisher vermutet bzw. vom BAG fälschlicherweise zuerst behauptet."

    Was für eine dümmliche Behauptung. Ich wäre sauer geworden, wenn die von einem Watsonianer gekommen wäre. Das ist billigste Effekthascherei.
    Die Kommentare hier zeigen schön auf, was so ein Stuss bringt. Nichts!

    Schreiben Sie für den Blick oder 20 Minuten, Herr Cavalli!
  • Hippokrates 03.08.2020 19:09
    Highlight Highlight Dr Fux hat völlig recht. Kleiner und billiger Aufwand mit grosser Wirkung. Endlich eine realistische, vernünftige, fachlich fundierte Aussage eines Experten ohne Polemik oder Panikmache. Merci.
    • Stinkstiefel 03.08.2020 19:25
      Highlight Highlight Die Wirkung bleibt zwar genauso unbewiesen wie davor, aber vielleicht wird es ja wahr, wenn man es nur oft genug behauptet!
    • Kruk 03.08.2020 20:12
      Highlight Highlight Gerade auch in Hinblick darauf, vor allem auch die Risikogruppe zu schützen.
      Diese müssen nicht in den Club, nicht ins Restaurant und auch nicht ins Kino. Einkaufen und die Nutzung des ÖV sollten aber allen offen stehen.

      Auch wenn es keine Garantie gibt, die möglichkeit auf eine Übertragung wird dadurch verringert.
    • sharkbait 03.08.2020 22:06
      Highlight Highlight @stinkstiefel: unbewiesen ist die Wirkung nun wirklich nicht, gab da in letzter Zeit genügend anschauliche Studien und Experimente. Mal abgesehen davon, dass sonst auch alle Ärzte im OP Saal ja auch einfach darauf verzichten könnten ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • leu84 03.08.2020 18:56
    Highlight Highlight Man kann es nicht genau sagen. In einer Disco hat es natürlich viele Unbekannte und man kennt den Gesundheitszustand der Besucher nicht. Ein Potenzial liegt da, sich dort anzustecken und den Virus nach Hause an den Küchentisch mitzunehmen. An Familienfesten kennt man meistens alle, aber man kommt natürlicherweise auch näher. Man umarmt das Gotti oder die Oma. So kann man das in der Disco aufgelesen Virus seinen nahen Verwandtschaft weitergeben. Es muss nicht die Disco sein, es kann der Bus, der Lebensmittelladen oder das Apèro sein. Anstatt Familie kann es der Verein oder die Firma treffen.
    • Garp 03.08.2020 20:12
      Highlight Highlight Und Du wirst am Arbeitsplatz angesteckt und umarmst Gotti und Omi und Deine Frau usw. . Umarmen ist derzeit keine gute Idee. Frau und Kinder ok. Besonders aber nicht das Omi, das ist rücksichtslos, ausser sie entscheidet selber bewusst, dass es ihr egal ist allenfalls das Zeitliche zu segnen und mit Corona zu sterben. Dann wohnt sie aber hoffentlich allein und nicht in einem Alters- oder Pflegeheim.
  • IchIstEinAnderer 03.08.2020 18:52
    Highlight Highlight Es ging mal darum, eine exponentielle Entwicklung und die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Im Moment sind wir von beidem weit entfernt.

    Inzwischen scheint es einigen darum zu gehen, die Ansteckungszahlen möglichst auf Null zu senken und einen Wettkampf mit anderen Ländern um tiefere Werte auszutragen.

    Solange die Zahlen im derzeitigen Bereich bleiben, müssen wir uns doch nicht umbedingt zusätzliche Massnahmen aufbürden? Falls die Zahlen dann mal wirklich wieder steigen, bin ich dann schon wieder mit im Boot ;)
    • Kruk 03.08.2020 20:29
      Highlight Highlight Welches Ich denn? Du oder das andere? 😁

      Nein, ich bin schon der Meinung, dass wenn man mit geringen, günstigen Einschränkungen die Zahlen tief halten kann, dann soll man dies auch machen.

      Ausserdem gerät es ausser Kontrolle müssen dann ev. umso schärfere Massnahmen her.


    • IchIstEinAnderer 03.08.2020 22:03
      Highlight Highlight Da widerspreche ich (beide 😉) dir nicht.
      Aber wie der Koch immer so schön gesagt hat: Nicht die Massnahmen schützen, sondern das Verhalten.
      Ich frag mich halt ob zusätzliche Maskenpflichten nicht kontraproduktiv wirken. Ca. 2 Mal am Tag im ÖV eine frische Binde aufsetzten geht ja noch, aber wenn man sie x-fach auf und absetzten soll oder den ganzen Tag tragen soll werden sie möglicherweise eher zu Virenschleudern, weil man danneinfach die gleiche immer wieder benutzt und mit den Händen überall verteilt.
    • IchIstEinAnderer 03.08.2020 22:07
      Highlight Highlight Bei den Clubschliessungen (die auch einen wirtschaflichen Effekt haben) dasselbe. Partys werden sich je länger die Schliessungen dauern, in unreglementierte Szenen verlagern wo man dann gar kein Tracing mehr hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sarkasmusdetektor 03.08.2020 18:12
    Highlight Highlight Zahlen muss man richtig interpretieren. Wenn jeder Clubbesucher zu Hause noch drei Familienmitglieder ansteckt, haben sich 75% zu Hause und nur 25% im Club angesteckt. Trotzdem ist das Problem natürlich immer noch der Club.
    • rburri38 03.08.2020 18:24
      Highlight Highlight Und wenn ein Familienmitglied 3 Familienmitglieder ansteckt und eines dieser Mitglieder dann in einem Club ansteckt, dann sind es immer noch 75% zu 25%. Es muss also überhaupt nicht so sein wie du es darstellst. Du, wie viele und wie auch die Meiden, nimmst einfach mal an, dass trotzdem der Club der Ursprung ist. Dafür gibt es schlicht und einfach keinen Hinweis. Das erste Familienmitglied kann sich überall angesteckt haben, diese Daten gibt es nicht und wird es nie geben. Dennoch: Im Ausland sind Clubs zu und die Zahlen steigen oft genau so.
    • Ra_Do 03.08.2020 18:53
      Highlight Highlight kling für mich als wollte man einfach nicht wahr haben, dass das ansteckungsrisiko höher ist in einer disco als zu hause.
      kann schon sein das die pozent zahl von der ansteckung höher ist in der familie als in der disco bei einem positiven fall, aber in einer familie ist die zahl der teilnehmer begrenzt, meisstens auf ort und personen, in der dico allerdings kommen die leute von weissnicht woher und gehen zurück nach weissnicht wohin.
      das ausmass von nur einem fall in einer disco ist einfach 10× grösser als ein fall in einer familie.
    • Ra_Do 03.08.2020 18:56
      Highlight Highlight und dann hat man nur durch einen fall schon mindestens 10 familien angesteckt...
      umgekehrt ist es natürlich nicht besser, aber bei der eigenen familie ist der umgang im normal fall achtsamer als in einer disco mit fremden personen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toga 03.08.2020 18:01
    Highlight Highlight Es ist, wo man auch hingeht, sowieso zu eng bei uns.
    Wenn man die Covid19-Fälle pro 1Mio Einwohner anschaut, sind wir, mit 4'113 Erkrankten/1Mio, in etwa gleich auf wie Italien.
    Und wenn man bezüglich Covid19-Dichte, dann noch alle Berge, Seen und Wälder wegrechnet, sind wir eigentlich ein Risiko-Land.
    • TheUglyTruth 03.08.2020 20:05
      Highlight Highlight Danke!
      Die Schweiz hat am Anfang eine extreme Beschleunigung hingelegt, aber die Welle ist dank der Grösse der Schweiz auch relativ schnell abgeebbt.

      Anders in Brasilien, da gab es am Anfang eine sehr langsame Beschleunigung, wegen der enormen Grösse des Landes. Jetzt kommt aber die Bevölkerungsdichte der Grosstädte zum tragen und die Kurve steigt extrem, aber im Verhältnis immer noch weniger als in Grossbritannien oder Belgien.
    • Garp 03.08.2020 20:47
      Highlight Highlight Man könnte das sich anders anschauen. Angesichts der Tatsache, dass wir sehr eng besiedelt sind, haben wir das bislang ganz gut gemacht.
    • TheUglyTruth 04.08.2020 10:42
      Highlight Highlight @Garp

      Gut gemacht?

      Am Anfang wurde wertvolle Zeit vertrödelt bis die Grenzen geschlossen wurden.

      Masken nützen nichts, weil man keine hat.

      Man hat bis heute keine Ahnung wo man sich am häufigsten anstecken kann.

      Die Schweiz hat einen Notfallplan, welcher nur teilweise oder gar nicht umgesetzt worden ist.

      Rein in die Kartoffeln, dann raus aus die Karoffeln und wieder rein in die Kartoffeln.
      Das macht Freude und bringt Vertrauen in den BR.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Shaun 03.08.2020 18:00
    Highlight Highlight Von mir aus muss keiner in der Öffentlichkeit und im Laden eine Maske tragen ... Abstand reicht mir aus! Leider muss ich sagen, dass es überhaupt nicht eingehalten wird! Es wird weiter gedrängelt, als würden alle noch vor mir an der Kasse drankommen!
    Ich nehme unterdessen kein Blatt vor den Mund, als mir gestern eine Dame ihre Brüste fast in den Rücken gerammt hat! Die Abstandsmarkierungen in den Geschäften am Boden sind ja nicht verschwunden!?Schlafwadeln die alle?
  • bbelser 03.08.2020 17:51
    Highlight Highlight Wir müssten also alles daran setzen, das Virus möglichst selten draussen "aufzulesen", damit wir es nicht in die Familie tragen.
    Also: an möglichst allen Orten Maskenpflicht, wo es sinnvoll ist, und natürlich Handhygiene und Abstand.

    Und hilfreich wäre natürlich eine motivationsfördernde und möglichst nicht verwirrende Kommunikation vom BAG.
    • Hiker 03.08.2020 20:23
      Highlight Highlight Das denke ich auch. Ich kann nicht nachvollziehen warum diese einfache Tatsache so schwer zu begreifen ist? Aber solange es noch immer Menschen gibt die glauben es handle sich um eine harmlose Grippe, was soll man da noch sagen?
  • Othmar Buchs 03.08.2020 17:50
    Highlight Highlight 1 Person aus 1 Familie in 1 Club, diese 1 Person in 1 Club angesteckt. Zurück in eine 4 Personen Familie, drei davon anstecken, welche dann total weitere 3 Personen aus drei Familien anstecken, welche alle wiederum je eine (immer nur eine) Person in drei weiteren Familien anstecken..... man rechne auf diesen Minimalzahlen weiter und landet blitzschnell bei weit über 100 Angesteckten- ausgehend von nur einer einzigen Ansteckung in einem einzigen Club.
  • Heiri Schmid 03.08.2020 17:48
    Highlight Highlight Der Familientisch ist gefährlich, wenn ein Familienmitglied in der Disco war und dann die anderen ansteckt.
    Angenommen 10 Leute werden in einer Disco angesteckt und gehen nach hause. Dort stecken sie ihre Familienmitglieder an.
    Als Rechenbeispiel nehmen wir an jede Familie hat 4 Mitglieder.
    Am Schluss haben wir 40 angesteckte Leute wovon "nur" 10 in der Disco angesteckt wurden und die anderen 30 im Familienkreis.
    Wo liegt jetzt die Gefahr WIRKLICH ?
  • Saraina 03.08.2020 17:43
    Highlight Highlight In meiner Bäckerei gibt es eine Zutrittsbeschränkung, es dürfen nicht mehr als zwei Personen im Laden sein. Jeder Laden, den ich seit März besucht habe, begrenzt die Zahl der Kunden. Und wieso sollte man in einem Laden mehr als eine Minute näher als 1.50 bei einem anderen Kunden stehen? Das passier mir nie. Die Abstandmarkierungen werden gut eingehalten. Da finde ich Restaurants, wo man länger verweilt und angeregt plaudert und lacht einiges heikler.
    • Terraner 03.08.2020 18:01
      Highlight Highlight 1.50m sind wunderbar in einem Sitzungszimmer, im Büro und überall wo man mehr oder weniger am gleichen Ort ist.

      Sobald man sich aber bewegt wie beim einkaufen, sind die 1.50m ziemlich nutzlos, da man immer wieder in Aerosole und Tröpfchen von anderen Personen hinein läuft.

      Dies einfach mal als Anregung, wieso viele Länder Maskenpflicht haben, sobald man sich bewegt.
    • MeinSenfHierUndJetzt 03.08.2020 18:04
      Highlight Highlight @ Saraina: Das passiert Ihnen wirklich nie? Mir ist es erst kürzlich wieder passiert, dass im Laden jemand in mich reingeputscht ist, obwohl ich echt versuche, die Distanz zu wahren. Aber es braucht halt mindestens 2, damit dass dann auch wirklich funktioniert...
    • Garp 03.08.2020 18:16
      Highlight Highlight Es geht auch um Aerosole, von denen man noch nicht weiss, wie ansteckend sie sind und kn das Infektionsgeschehen eingreifen. In meinem Laden haben sie zwar einen Zähler, der scheint aber auf grün gestellt worden zu sein. Bei 2m Abstand dürften 10 Leute rein, bei 1.5 sind nun manchmal über 20 drin und an der Kasse hält kaum einer noch Abstand. 🤷🏻‍♀️
      In meinem Laden wäre ich für eine Maskenpflicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fant 03.08.2020 17:43
    Highlight Highlight 'Wenn wir dank Maske die Ansteckungen mit unbekannter Herkunft nur schon um einen Drittel senken können, wäre das ein grosser Erfolg mit kleinem Aufwand.'

    Genau! Es geht darum, die Massnahmen mit dem besten Verhältnis von Aufwand (wirtschaftliche und soziale etc Kosten) zu Ertrag (Senkung der Ansteckungsrate bzw. R) umzusetzen.

    Die Schwierigkeit besteht darin, dass sowohl Aufwand als auch Ertrag zuerst nur grob abgeschätzt und erst in der mittel- bis langfristigen Rückschau genauer bestimmt werden können.
  • bokl 03.08.2020 17:40
    Highlight Highlight "Alle umliegenden Länder haben das so umgesetzt und machen gute Erfahrungen damit."

    Wirklich? Die Zahlen in der CH sind also merkbar höher als in allen umliegenden Ländern?

    Der Herr scheint nach dem Motto: "Ich bin der Experte und kenne die richtigen Massnahmen, egal was die Zahlen sagen!" zu leben.
    • MeinSenfHierUndJetzt 03.08.2020 18:03
      Highlight Highlight @ bokl: Ja, in den umliegenden Ländern sind die Zahlen besser!
      Um einiges sogar. In Deutschland zum Beispiel wurden seit dem Lockdown-Ende nie mehr als 1000 Infektionen/Tag gemeldet. Letzte Woche waren es durchschnittlich 660/Tag. Deutschland ist ca. 10x so gross wie die Schweiz. Das sind um mindestens Faktor 2 bessere Zahlen. Auch Österreich hat geringere Zahlen als die Schweiz, von Italien ganz zu schweigen...
    • El Vals del Obrero 03.08.2020 18:08
      Highlight Highlight Wenn man auf worldometers schaut:

      Ja.

      In Italien blieben die Zahlen der täglichen neuen Fälle nach dem Ende der ersten Welle bis jetzt praktisch gleich.
      In Deutschland und Frankreich ist nur ein leichte Erhöhung sichtbar. In Oesterreich etwas mehr, aber relativ zur Zwischenerholungsphase gesehen immer noch weniger als in der Schweiz.
      (Liechtenstein ist wohl so klein, dass der Zufall bestimmend ist.)
  • Stinkstiefel 03.08.2020 17:39
    Highlight Highlight Die Schweiz muss ja ein unfassbar glückliches Volk sein, wenn‘s bisher nur Glück war, dass es ohne Ausgangssperre und Lockdown geklappt hat. So viel Glück, dass auch das Kantonsspital Aarau im März/April auf Kurzarbeit war...

    Auf Übertreibung folgt Übertreibung, auf Panikmache folgt Panikmache und auf völlig Überzogene Prognosen folgen willkürliche Ansteckungsstatistiken und Schuldzuweisungen in alle Richtungen.

    *Gähn*

    Das beste Mittel zur Gesundheitsförderung scheint im Moment die selektive Medienabstinenz zu sein.
    • sowhat 03.08.2020 19:40
      Highlight Highlight Und warum liest du dann hier mit, Stinkstiefel?
    • Hiker 03.08.2020 20:31
      Highlight Highlight Dann geh raus, am besten jeden Abend in eine andere Disco. Oder noch besser melde dich freiwillig ohne Schutz zum Dienst in einer Corona Abteilung in einem Spital. Da kannst du dann nach Herzenslust gähnen. Weil das Virus ist ja sooo harmlos. Überhaupt ist das ganze nur Panikmache der Medien nicht wahr? Leuten wie dir ist echt nicht zu helfen.
    • Stinkstiefel 03.08.2020 23:32
      Highlight Highlight @somwhat

      Mach ich doch! Wollte bloss mal wieder den Puls hochjagen.

      @Hiker
      Mach ich doch! Habe trotz Kneipentour und Balkanreise das verflixte Virus immer noch nicht bekommen... oder ich hatte es, hab‘s aber nicht gemerkt.
  • Chalbsbratwurst 03.08.2020 17:37
    Highlight Highlight Ein Kranker geht in einen Club und steckt dort 3 Besucher an. Diese 3 gehen nachhause und stecken dort jeweils 3 Familienmitglieder an. Ansteckungen im Club 3, Ansteckungen zuhause 9. Logisch sind die Zahlen zuhause höher!
  • rüpelpilzchen 03.08.2020 17:22
    Highlight Highlight Man muss aber auch unterscheiden zwischen Familie im selben Haushalt und Familie mitsamt Angehörigen.
    Bei einem Familienfest kommen mehrere Haushalte zusammen, und das wesentlich näher als in einem Club. Da knutschen und drücken sich nicht alle mit allen ab, reichen den Löffel und die Schüssel weiter usw.

    Es bringt nichts, die Augen davor zu verschliessen.
  • sansibar 03.08.2020 17:18
    Highlight Highlight Vielleicht verbringt der Durchschnitts-Schweizer ja einfach mehr Zeit pro Woche mit der Familie als in der Disco 🤔
    • {Besserwisser} 03.08.2020 17:46
      Highlight Highlight Zudem wird die Infektion in der Familie mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht in die Gruppe "unbestimmter Ansteckungsort" fallen.
    • Garp 03.08.2020 18:03
      Highlight Highlight Der Durchschnittsschweizer steckt sich aber irgendwo an und trägt das Virus in die Familie. Manche Durchschnittsschweizer scheinen das nicht zu verstehen.
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 03.08.2020 17:09
    Highlight Highlight In die Disco muss niemand, sollte als Antwort reichen .
    Die Ansteckung zu Hause kann zu 0% verhindert werden, die Ansteckung in der Disco um 2%.
    • Garp 03.08.2020 19:22
      Highlight Highlight Sollen Familien einfach nur noch zu Hause hocken und nicht mehr raus gehen? Irgendwo steckt sich eine Person der Familie an. Dass das der Club ist, steh nirgends. Arbeitsplatz ist da dann doch noch relevanter.

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