DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

30 Jahre unschuldig im Todestrakt – jetzt bekommen sie Entschädigung in Millionenhöhe



FILE - In this Sept. 3, 2014 file photo, Henry McCollum walks out of prison after being released from Central Prison in Raleigh, N.C. Lawyers representing two former North Carolina sheriff

Henry McCollum. Bild: keystone

Mehr als drei Jahrzehnte sassen zwei Brüder in den USA zu Unrecht hinter Gittern, nun bekommen sie 84 Millionen Dollar Entschädigung.

Eine Jury im Bundesstaat North Carolina sprach Henry McCollum und Leon Brown laut US-Medien je eine Million Dollar pro verbrachtem Jahr im Gefängnis plus 13 Millionen Dollar Bussgeld zu. Zudem hatte den Berichten zufolge das Büro des Sheriffs im Bezirk Robeson separat einer Zahlung von neun Millionen Dollar zugestimmt. Damit bekommen sie umgerechnet insgesamt rund 76 Millionen Schweizer Franken.

Die Halbbrüder, die den Berichten zufolge beide geistig behindert sind, waren als Teenager für die Vergewaltigung und den Mord an einem elfjährigen Mädchen im Jahr 1983 festgenommen und später zum Tode verurteilt worden.

Sie hatten damals Geständnisse abgelegt, diese später aber widerrufen. In den 90er Jahren wurde Browns Strafe in lebenslang umgewandelt. 2014 hatte ein DNA-Test dann beiden zur Freiheit verholfen. Anhand einer Zigarette vom Tatort waren Spuren sichergestellt worden, die zu einem anderen Mann führten.

Nach ihrer Freilassung waren die beiden schwarzen Brüder den Berichten zufolge in einer Zivilklage auf Bundesebene gegen die Strafverfolgungsbehörden vorgegangen. «Die Jury hätte keine stärkere Botschaft aussenden können, dass die Bürger dieses Landes kein Fehlverhalten der Strafverfolgungsbehörden tolerieren und nicht länger blind ihren Aussagen über an den Rand gedrängte Gruppen glauben werden», sagte Anwalt Elliot S. Abrams der «Washington Post» am Sonntag.

FILE - In this Aug. 26, 2014 file photo, Leon Brown speaks with a reporter at the Maury Correctional Institution in Maury, N.C., about his incarceration. Lawyers representing two former North Carolina sheriff’s deputies agreed on Friday, May 14, 2021, to a $9 million settlement with Brown and his half brother Henry McCollum, who spent decades behind bars after being wrongfully convicted in the 1983 killing of an 11-year-old girl. (Chuck Liddy/The News & Observer via AP, File)

Leon Brown. Bild: keystone

«Ich danke Gott», hatte McCollum nach dem Urteilsspruch am Freitag unter Tränen gesagt, wie die Regionalzeitung «The News & Observer» berichtete. «Ich habe meine Freiheit», fügte er demnach später hinzu.

Aber: «Es gibt immer noch eine Menge unschuldiger Menschen im Gefängnis. Und sie verdienen es nicht, dort zu sein.» Seit ihrer Entlassung versuchten McCollum und Brown, ihr Leben neu aufzubauen – ein Prozess, der sich nach 31 Jahren Haft als schwierig erweise, schrieb das Blatt. Beide benötigten Vormunde, um ihre Finanzen zu verwalten. Brown sei als Folge der Haft pflegebedürftig. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Joe Biden beginnt seinen Kampf gegen Diktatoren mit Wladimir Putin

Der US-Präsident befindet sich nicht nur auf einer Europatournee, sondern auch auf einer Mission: Er will die Demokratie gegen Diktatoren wie Putin verteidigen.

Schon bei seiner Ankunft auf dem Stützpunkt der britischen Luftwaffe in Mildenhall stellte Joe Biden klar, welche Ziele er auf seiner Europatournee verfolgen will:

Ebenso machte der US-Präsident klar, wen er dabei besonders im Auge hat: Wladimir Putin. An die Adresse des russischen Präsidenten erklärte er, man werde auf seine «schädlichen Aktivitäten» in einer «robusten und bedeutungsvollen Art reagieren». «Wir müssen alle diskreditieren, die meinen, das Zeitalter der Demokratie sei …

Artikel lesen
Link zum Artikel