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Twitter hat den Trump-Account dauerhaft gesperrt. Damit reagiert der Online-Dienst auf die fortdauernden Falschmeldungen des scheidenden US-Pr

Twitter will Fake-News bekämpfen. Bild: imago

Wie Twitter mithilfe der Community Fake News bekämpfen will



Soziale Netzwerke wissen irgendwie noch nicht so recht, wie sie mit Fehlinformationen und Falschaussagen umgehen sollen. Auf Telegram ist «Fake-Fluencer» Attila Hildmann nach wie vor aktiv, verbreitet Unwahrheiten zur Corona-Pandemie und hetzt gegen die deutsche Regierung. Facebook und Twitter versuchen zwar gegen Posts solcher Art vorzugehen, das aber auch mehr schlecht als recht.

500 Millionen Tweets pro Tag landen etwa beim Kurznachrichtendienst, nicht alle beinhalten Falschaussagen, logisch. Sie alle aber eben auf solche zu prüfen, kaum machbar. Ein neues Projekt soll Abhilfe leisten. Twitter setzt auf die Community. In dem Pilotprojekt Birdwatch sollen Nutzerinnen und Nutzer Inhalte prüfen und Informationen zum Kontext liefern, wie Produktchef Keith Coleman mitteilt. Eine Art Nachbarschaftswache fürs soziale Netzwerk. Vorerst nur in den USA.

Alle für die Wahrheit

Dabei darf sich jeder beteiligen. Sieht jemand einen Tweet mit falschen oder irreführenden Informationen, kann er im Menü, in dem Tweets auch gemeldet werden können, über die Option «zu Birdwatch beitragen» angeben, warum er diesen Tweet für problematisch hält. Ausserdem soll er angeben, wie gross der dadurch verursachte Schaden sein könnte. Zuletzt muss der User eine Erklärung mit Hintergrundinformationen abgeben. Andere Userinnen und User können diese bewerten und abstimmen, ob sie hilfreich und wahrheitsgetreu ist.

Twitter will so schneller reagieren können und irreführende Inhalte mit Kontext versehen. Coleman schreibt dazu: «Wir wissen, dass das chaotisch und zeitweise problematisch werden könnte, aber wir glauben, es ist ein Modell, das es wert ist, auszuprobieren.»

Ob das funktioniert?

Zunächst ist das Projekt auf die USA begrenzt und läuft über die Website birdwatch.twitter.com. Noch sucht Twitter wohl nach Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wobei dies vorerst nur für die Vereinigten Staaten gilt.

Bild

screenshot: twitter

Je nachdem, wie es läuft, wird Birdwatch dann fest in Twitter integriert und für jeden zugänglich gemacht.

Das Ganze erinnert an Wikipedia. Noch ist unklar, ob das Community-Prinzip auch beim Kurznachrichten-Dienst funktioniert. Immerhin könnten sich Freunde von Falschbehauptungen genauso zusammenschliessen und diese, trotz einer Meldung, weiterhin auf Twitter erhalten. Dafür müssten sie theoretisch nur eine richtigstellende Erklärung negativ bewerten. Ob das optimal gelöst ist, bleibt abzuwarten.

Quellen

(tkr)

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