Spanien
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Altkönig flüchtet ins Exil: Juan Carlos hat Spanien heimlich verlassen



FILE - In this June 3, 2014 file photo then King Juan Carlos attends a military ceremony in San Lorenzo de El Escorial, outside Madrid, Spain. The royal family's website on Monday Aug. 3, 2020, published a letter from Spain's former monarch, King Juan Carlos I, saying he is leaving Spain to live in another country, amidst a financial scandal. (AP Photo/Daniel Ochoa de Olza, File)
Spain King Juan Carlos,Crown Prince Felipe

Juan Carlos ist nicht mehr in Spanien. Bild: keystone

Der von einem Korruptionsskandal und von Justizermittlungen bedrängte spanische Ex-König Juan Carlos hat sein Land nach Medienberichten schon vor der amtlichen Ankündigung seiner Auswanderung heimlich verlassen.

Der 82 Jahre alte Vater von König Felipe VI. sei bereits am Wochenende ausgereist, berichteten der öffentlich-rechtliche Fernsehsender RTVE und andere spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf das Königshaus. Wo sich Juan Carlos am Dienstag aufhielt, war zunächst unbekannt.

Am Montagabend hatte das Königshaus in Madrid einen Brief von Juan Carlos veröffentlicht, in dem der Bourbone seinem Sohn und Nachfolger Felipe (52) seine Absicht mitteilt, wegen der Affäre ins Ausland ziehen zu wollen. Damit gibt der «rey emérito», der emeritierte König, erstmals nach 58 Jahren seine Residenz im königlichen Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid auf.

«Angesichts der öffentlichen Auswirkungen, die gewisse vergangene Ereignisse derzeit verursachen», wolle er mit seiner Entscheidung die Arbeit seines Sohnes als Staatschef erleichtern, schrieb Juan Carlos in deutlicher Anspielung auf die vom Obersten Gericht Anfang Juni gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen.

Gattin Sofía wird laut Medien nicht mit ins Ausland gehen. Die 81-Jährige hatte bereits vor einigen Tagen ihren Sommerurlaub auf Mallorca begonnen. Auf der Mittelmeerinsel werden ihr Sohn Felipe, Königin Letizia (47), Kronprinzessin Leonor (14) und Infantin Sofía (13) am Freitag erwartet. Die «Familia real» wird wieder in ihrer Sommerresidenz unterkommen, dem Marivent-Palast bei Palma.

Im Skandal geht es um mutmassliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar kassiert haben. Damals genoss er als Monarch noch Immunität. In Zusammenhang mit dieser Zahlung wird Juan Carlos aber der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt. (aeg/sda/dpa)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Vogel 04.08.2020 16:01
    Highlight Highlight Könige....in welchem Jahr leben wir nochmal?
  • mrgoku 04.08.2020 13:24
    Highlight Highlight ist wohl im dolder jetzt
  • benn 04.08.2020 12:57
    Highlight Highlight Echt dieser königs mist in einem modernen staat geht gar nicht! Abschaffen nachdem sie sich für jahrhunderte der ausbeutung, unterdrückung, folter, mord und diebstahl entschuldigt haben und alles gestohlene geld dem volk zurück gegeben haben!
    • Baba 04.08.2020 14:49
      Highlight Highlight Offenbar wissen Sie nicht, dass Juan Carlos I als Nachfolger des faschistischen Diktators Francisco Franco (1975) den Spaniern, entgegen Francos Vorstellungen, Demokratie und Freiheit gegeben hat. Die Monarchie in Spanien wurde im November 1975 wieder hergestellt. Beim versuchten Militärputsch 1981 hat das klare Bekenntnis JCI's zur Demokratie Spanien vor dem Rückfall in eine Militärdiktatur gerettet.

      Es ist sehr schade, dass sich der ehemalige König mit seinem Eskapaden und illegalen Machenschaften seinen einst guten Ruf zerstörte und seine grossen Verdienste um Spanien so vergessen gehen.
    • Free Catalunya 04.08.2020 16:24
      Highlight Highlight Nix da. Heute weiss man ziemlich genau, dass der König eher Mittäter den Retter war. Die damaligen Bewaffneten Putschisten gingen haben ein Paar jährchen in Luxusgefängnissen ihr Luxusleben weitergeführt. Juan Carlos konnte sich als Retter feiern. Wie praktisch alle anderen spanischen Könige muss nun auch er als Dieb entlarvt ins Exil gehen
    • Liselote Meier 04.08.2020 16:25
      Highlight Highlight @Baba; Betreffend Putsch ist noch so einiges ungeklärt.

      Vor allem wer den die Autorität gewesen sein soll, auf welche die Putschisten im besetzten Parlament gewartet hatten.

      Es gibt die These, dass es Juan Carlos war, sich aber während des Putsches umentschieden hatte. Die Krone konnte er sicher, ansonsten hätte es zu der Zeit auch in eine Republik münden können (ökonomische Krise, Streiks, Internationales Umfeld usw.)

  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 04.08.2020 12:42
    Highlight Highlight Könige sollte man verbieten. Sie saugen das Volk aus.
  • Free Catalunya 04.08.2020 12:23
    Highlight Highlight Juan Carlos wurde von Franco eingesetzt und die Spanier hatten bei der Verfassungsabstimmung die Möglichkeit einen König zu akzeptieren oder bei der Diktatur zu bleiben. Er kam aus dem Exil mit einem Vermögen von ungefähr Null und geht wieder ins Exil mit einem geschätzten Vermögen durch forbes von etwa 2,5 Milliarden Euros. Sänger Valtonyc musste sich in Belgien in den Exil begeben weil im in Spanien 3Jahre Gefängniss erwarten. Sein Verbrechen: Er hat den König als Dieb besungen. Staatschef, Regierung und der grosse Teil der Opposition applaudieren die grosse Geste des Diebes. Crazy
    • bebby 04.08.2020 14:36
      Highlight Highlight Wenn ich mich richtig erinnere, hat Juan Carlos nach Franco immerhin verhindert, dass eine weitere Miliärdiktatur entstand und das Militär in die Kasernen verbannt. Andere junge Monarchen hätten das Rückgrad kaum gehabt.
      Aber einem Katalonen kann man es wohl nie recht machen.
    • Free Catalunya 04.08.2020 16:15
      Highlight Highlight Mann weiss heute, dass der König selbst dass ganze mittorganisiert hat und dan etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Kein Retter, Mittäter! Und ja in Katalonien hat der König Zustimmungsraten von 20%. Wir Haben keinen König
  • Der Rückbauer 04.08.2020 12:13
    Highlight Highlight Dominikanische Republik oder so?
    • dä dingsbums 04.08.2020 14:07
      Highlight Highlight Spanische Royals sind in Lateinamerika nicht sehr beliebt.
  • ein_dicken_huhn 04.08.2020 12:00
    Highlight Highlight Schade hat er nicht gleich die ganze Königsfamilie mitgenommen. Es wäre an der Zeit für eine Republik Spanien ohne diese Königsfamilie die viel zu viel Macht und Einfluss hat.

    Was ich nicht ganz verstehe, warum haben die Saudis an den spanischen König Schmiergeld bezahlt?

    Die Saudis haben ja den Auftrag vergeben, den eine Spanische Firma erhalten hat.

    Hätte da die Schmiergeldzahlung nicht in die andere Richtung fliessen sollen?

    Normalerweise schmiert man ja den Auftraggeber um an den Auftrag zu kommen und nicht umgekehrt.
    • Franz Schütz 05.08.2020 05:32
      Highlight Highlight König nimmt Sp. Unternehmer nach SA auf Reise. Unternehmer schreiben danach überhöhte Offerten und Rechnungen. Teile der Begleichung fliessen als "Schenkung" an den "comisionista" via Banktransfer an eine Panamastiftung mit CH-Kto. Zahlungen von Sp. Unternehmen direkt an JC wären zu offensichtlich korrupt und STEUERPFLICHTIG.
      BTW Spanien hat SA 18 und 19 auch für etwa 500MIo. Euro Waffen verkauft. SA bombt den Jemen in die Steinzeit. Der König ist u. A. auch Staatsoberhaupt und Armeechef und gem. Spaniens Verfassung Art. 56.3 unantastbar und keinerlei Rechenschaft schuldig.
  • fabsli 04.08.2020 11:59
    Highlight Highlight Kommt er bald in die Schweiz?
    • hgehjvkoohgfdthj 04.08.2020 13:02
      Highlight Highlight Gut möglich, er hat eine ganz besondere Beziehung zur Schweiz, da er einen Teil seiner Kindheit in Fribourg und Lausanne verbracht hat.
    • NullAchtFünfzehn 04.08.2020 13:06
      Highlight Highlight Ja, fabsli, wahrscheinlich schon.
      Vorher wird er, seiner Gewohnheit entsprechend, noch Elefanten jagen gehen.
    • dä dingsbums 04.08.2020 14:05
      Highlight Highlight Gut möglich.

      Eine Tochter von ihm (dessen Ehemann der zu 6 Jahren Gefängnis wegen Veruntreuung verurteilt wurde) lebt seit Jahren in Genf.
  • Glenn Quagmire 04.08.2020 10:18
    Highlight Highlight Er kann ja in ein afrikanisches Land gehen, dann kann er wieder nach Lust und Laune Elefanten und andere Wildtiere erschiessen.
  • Hades69 04.08.2020 10:09
    Highlight Highlight Eine Schande so einen König zu haben. Der Filz zieht sich durch alle Etagen, alle Länder, alle Medien. Wird mal Zeit aufzuräumen. Aber so richtig!!
    • lilas 04.08.2020 14:43
      Highlight Highlight Der Filz schwimmt meist ziemlich weit oben
    • Hades69 04.08.2020 16:32
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