Brexit
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Diese Studie über die Folgen eines «harten Brexit» macht den Briten keine Freude



FILE - In this Friday, Jan. 31, 2020 file photo, the Union flag is lowered and removed from outside of the European Parliament in Brussels. It

Für Grossbritannien könnte es düster werden. Bild: keystone

Exporteinbruch, Inflation, Pleitewelle: Ein harter Brexit ohne Handelsabkommen mit der Europäischen Union hätte für Grossbritannien einer Studie zufolge viele negative Folgen. Dadurch gerieten bis zu 15 Prozent der britischen Ausfuhren in die EU in Gefahr, wodurch Einbussen von fast 14 Milliarden Euro drohten, heisst es in der Untersuchung des Kreditversicherers Euler Hermes, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag.

«Ein harter Ausstieg zusätzlich zur Covid-19-Pandemie und der sowieso schon schwierigen wirtschaftlichen Lage würde vor allem Grossbritannien selbst sehr hart treffen», sagte die Leiterin Makroökonomie bei der Euler Hermes Gruppe, Ana Boata.

Bei einem harten Ausstieg rechnet sie in Grossbritannien im kommenden Jahr mit einer erneuten Rezession, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fünf Prozent einbrechen dürfte. Die Teuerungsrate dürfte über der Marke fünf Prozent liegen, vor allem bedingt durch die mit 15 Prozent stark steigenden Preisen von Importen sowie einer Abwertung des britischen Pfunds von zehn Prozent zum Euro. Deutlich mehr Geld müssten die Briten künftig etwa für Schuhe, Hüte oder Regenschirme auf den Tisch legen. Um rund 20 Prozent dürften die Preise für diese Waren anziehen, sagen die Experten von Euler Hermes voraus. Auch Textilwaren, Speisen und Getränke, Alkohol, Tabak oder Essig dürften deutlich mehr kosten.

Die Pleiten könnten in Grossbritannien ebenfalls drastisch steigen. «Wir sehen mit plus vier Prozent schon 2020 einen Anstieg bei den Pleiten in Grossbritannien, dessen Wirtschaft durch die Covid-19-Pandemie schon sehr gebeutelt ist», sagte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. «Mit einem harten Ausstieg käme es 2021 allerdings zu einem regelrechten Tsunami bei den Insel-Insolvenzen: Ein Zuwachs von voraussichtlich 53 Prozent wäre die traurige Folge.»

Ende des Jahres läuft die Übergangszeit aus, in der das Vereinigte Königreich noch EU-Regeln anwendet. Beide Seiten wollen täglich über ein Handelsabkommen und die künftigen Beziehungen zueinander verhandeln. Euler Hermes schätzt die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit auf 45 Prozent. (aeg/sda/awp/reu)

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