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Basels Cheftrainer Ciriaco Sforza erklaert sich nach dem Fussball-Qualifikationsspiel der Raiffeisen Super League am Samstag, 27. Februar 2021, im Stadion Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Christian Merz)

FCB-Trainer Ciriaco Sforza wirkt ratlos.. Bild: keystone

Verpasste Chance für Sforza – zum Fall Stocker darf der FCB-Trainer nichts mehr sagen

Tag 1 nach dem Rausschmiss von FCB-Captain Valentin Stocker. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der Verteidigungsrede von Ciriaco Sforza.

etienne Wuillemin / ch media



Vermutlich wird er diesen Geburtstag nie vergessen. Und es wird keine schöne Erinnerung sein. 51 Jahre alt wird Ciriaco Sforza heute. Grund zum Feiern gibt es nicht. Zu stürmisch sind die Zeiten gerade. Was man sich als Trainer des FC Basel denn an diesem 2. März wünsche, wird er einmal gefragt: «Einfach ein bisschen Ruhe», sagt er. Es ist ein frommer Wunsch.

40 Minuten lang sitzt Sforza an diesem Dienstagnachmittag im St.Jakob-Park auf einem Podest. Es ist der Tag nachdem der Konflikt mit Valentin Stocker öffentlich geworden ist, dem mittlerweile ausgemusterten Ex-Captain. Und es ist die Gelegenheit für Sforza, seine Sicht der Dinge darzulegen.

Aber es wird eine verpasste Chance. Sforza ist immer ruhig und gelassen, das schon. Und doch wirkt er hilflos. Der FCB verbietet jegliche Fragen rund um Stocker. «Wir dürfen gar nichts dazu sagen», erklärt Medienchef Simon Walter immer wieder. Es tönt, als würden gleich rechtliche Schritte drohen bei jeder Silbe.

FCB nimmt Stellung

Der FC Basel hat am späten Dienstagnachmittag ein kurzes Statement zu verschiedenen Meldungen und Spekulationen der vergangenen Stunden abgegeben. Dort wird festgehalten, dass die Beurlaubung von Valentin Stocker ein Entscheid der FCB-Sportkommission war – die Spieler der 1. Mannschaft hätten nichts damit zu tun. Die Mannschaft akzeptiere den Entscheid der Sportkommission, das habe sie gegenüber der Clubführung geschlossen bestätigt. (pre)

Parallelen zur Entlassung von Gross

Und doch lässt die Veranstaltung tief ins Herz des FCB-Trainers blicken. Mal dringt die pure Verzweiflung durch, als Sforza versucht, die Frage abzuwimmeln, ob sich denn Spieler bei ihm persönlich beschwert hätten, bevor sie den Gang an die Medien geplant haben. Mal spielt er Überzeugung und Gelassenheit vor, als er mit einem «absolut» antwortet auf die Frage, ob er denn das Vertrauen seiner Mannschaft spüre. Doch es bleiben viele Fragen offen.

FC Basel's head coach Ciriaco Sforza, right, and captain Valentin Stocker, left, during a training session the day before the UEFA Europa League third qualifying round soccer match between Switzerland's FC Basel 1893 and Cyprus' Anorthosis Famagusta FC in Basel, Switzerland, on Wednesday, September 23, 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

FCB-Captain Stocker und Trainer Sforza haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Bild: keystone

Die dringendste lautet für den Moment: Schafft es Sforza tatsächlich, diesen Machtkampf zu gewinnen? Gelingt es ihm, trotz den schwelenden Problemen im Amt zu bleiben? Es gibt unzählige Beispiele für Machtkämpfe zwischen Spielern und Trainern. Die Geschichte lehrt, dass am Ende immer der Trainer verliert. Gerade erst hat das die Entlassung von Christian Gross auf Schalke wieder gezeigt. Was gibt Sforza die Gewissheit, dass es bei ihm anders ist? «Sie haben die Worte unseres Präsidenten sicher auch gehört», antwortet er. In der Tat sagte Bernhard Burgener am letzten Sonntag einmal mehr: «Wir vertrauen unserem Trainer.»

Man darf gespannt sein, ob dem wirklich so ist. Entscheidend ist in naher Zukunft darum wohl vor allem eine Frage: Folgen die Spieler wirklich Ciriaco Sforza? Oder ist die Solidarität mit ihrem ausgemusterten Captain Stocker nicht doch ein bisschen grösser? Das Duell mit YB am Mittwochabend wird einige Fragen beantworten.

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