DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Elon Musk mit Mutter Maye Musk.
Elon Musk mit Mutter Maye Musk.
Bild: keystone

Visionär, Multimilliardär, Steuervermeider: Elon Musk wird 50 und das ist sein irres Leben

Tausendsassa Elon Musk feiert seinen 50. Geburtstag auf dem Höhepunkt. Doch sein Leben ist gespickt mit Höhen und Tiefen.
21.06.2021, 20:01

An Tesla-Chef Elon Musk scheiden sich die Geister. Seine Fans sehen ihn in einer Reihe mit Unternehmerlegenden wie Steve Jobs, Henry Ford und Thomas Edison. Seine Gegner halten ihn für einen Hochstapler und Marktmanipulator. Fest steht: Seinen 50. Geburtstag feiert Musk (am 28. Juni) auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere.

Der schillernde Tech-Multimilliardär erlebte in den vergangenen Jahren zwar viele Höhen und Tiefen, doch heute hat er mehr Geld, Erfolg und Einfluss als je zuvor. Zeit zum Verschnaufen bleibt Musk trotzdem nicht – denn die nächsten Projekte laufen bereits auf Hochtouren.

Elon Musk wird am 28. Juni 2021 50 Jahre alt.
Elon Musk wird am 28. Juni 2021 50 Jahre alt.

Mit Tesla expandiert Musk weltweit – nahe Berlin zieht das Unternehmen derzeit sein erstes Werk in Europa hoch. Nachdem Tesla vor wenigen Jahren noch am Rande der Pleite stand, ist Musks Konzern an der Börse mittlerweile der mit weitem Abstand wertvollste Autobauer der Welt.

Superstar Elon Musk

Doch der eigentliche Superstar ist Musk selbst. Der Kult um den Tesla-Chef hat solche Dimensionen erreicht, dass er sich – trotz aller Eskapaden und Unberechenbarkeiten – nun sogar schon zu einem wichtigen Taktgeber der Finanzmärkte entwickelt hat.

Musk – der beim Elektroautobauer Tesla seit März den exzentrischen Titel «Technoking» trägt – mischte zuletzt vor allem die Krypto-Szene auf. Als hätte der umtriebige Geschäftsmann und sechsfache Vater nicht schon genug zu tun, jagt er mit seinen Tweets die Kurse von Digitalwährungen wie Bitcoin oder Dogecoin rauf und runter.

Obwohl Musk neben Tesla auch noch die Raketenfirma SpaceX und diverse andere Projekte betreibt, ist er hochaktiv bei Twitter, wo ihm über 57 Millionen Nutzer folgen. Das gefällt allerdings längst nicht jedem. Im März etwa verklagte ein Tesla-Investor den Konzernchef wegen «erratischer» Tweets, die das Unternehmen angeblich hohen Risiken aussetzten.

Zuletzt traf Musk der Zorn von Bitcoin-Fans, nachdem er die Cyber-Währung mit angeblichen Bedenken wegen ihres hohen Stromverbrauchs auf Talfahrt schickte. Musks Erzfeind ist jedoch die US-Börsenaufsicht SEC, die ihn bereits vor Jahren wegen ungezügelter und angeblich manipulativer Tweets sanktionierte, die Teslas Aktienkurs bewegten. Das schien den Starunternehmer aber nur weiter anzuspornen.

Die anderen Seiten von Musk

Musk wurde früh eingeschult, fand aber keine Freunde. Er zog sich zurück, schrieb ein Computerprogramm und verkaufte es mit gerade mal zwölf Jahren.

Die Jugend sei «Nonstop-Terror» gewesen, sagte er später seinem Biografen. Während der Schulzeit wurde er gemobbt und landete im Krankenhaus, nachdem ihn eine Gruppe Jugendlicher eine Treppe hinuntergeworfen und anschliessend bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt hatte.

Auch später gab es Zeiten, in denen Musk am Limit war und beinahe alles hingeschmissen hätte. Nachdem Tesla vor einer Zerreissprobe stand und zwischenzeitlich das Geld auszugehen drohte, gewährte er der «New York Times» vor drei Jahren in einem Interview ungewohnt tiefe persönliche Einblicke.

Seit 2001, als er mit Malaria eine Zeit lang bettlägerig war, habe er nicht mehr als eine Woche freigenommen, sagte Musk. Er arbeite 120 Stunden die Woche. «Es gab Zeiten, in denen ich die Fabrik für drei oder vier Tage nicht verlassen habe», sagte Musk. Er könne manchmal nur mit dem Schlafmittel Ambien Ruhe finden.

Im Mai 2021 erklärte er in der amerikanischen Comedyshow Saturday Night Live, das Asperger-Syndrom zu haben.

Im September 2018 sorgte Musk für Aufsehen, indem er in einem Video-Podcast vor laufender Kamera an einem Marihuana-Joint zog.

Doch weder all diese Kapriolen noch seine vielen Kritiker konnten Musks steilen Aufstieg aufhalten – im Gegenteil. Dank des Erfolgs von Tesla triumphierte der Selfmade-Milliardär nicht nur über seine Zweifler, er wurde auch immer reicher.

Denn Musk besitzt rund 21 Prozent der Aktien des Unternehmens und profitierte in den vergangenen Jahren als grösster Anteilseigner enorm von deren Kursrally. Zuletzt schätzte «Forbes» sein Vermögen auf 154.7 Milliarden Dollar. Damit ist er dem Magazin zufolge der zweitreichste Mensch der Welt hinter Jeff Bezos.

Elon Musk ist nach Amazon-Gründer Jeff Bezos (rechts) der zweitreichste Mensch der Welt.
Elon Musk ist nach Amazon-Gründer Jeff Bezos (rechts) der zweitreichste Mensch der Welt.
Bild: www.imago-images.de

Aus dem immensen Wohlstand macht sich Musk aber angeblich nicht viel. Im Mai 2020 schrieb er bei Twitter, er wolle sich von fast allem physischen Besitz trennen. Tatsächlich berichteten US-Medien kürzlich, dass er auch die letzte seiner Immobilien zum Verkauf gestellt habe. Musk gilt als Workaholic, der bei Stress im Schlafsack in der Tesla-Fabrik schläft.

Ob ihm Reichtum wirklich so unwichtig ist, bleibt aber unklar. Laut Daten, die das Investigativ-Netzwerk «ProPublica» jüngst leakte, unterscheidet er sich zumindest nicht von anderen Milliardären, wenn es darum geht, Steuerabgaben zu vermeiden.

Pionier auf der Strasse und im All

Musks unternehmerische Verdienste mit Tesla sind indes relativ unbestritten. Seine Mission, die E-Mobilität in den Massenmarkt zu bringen, hat er mit dem Mittelklassewagen Model 3 erfüllt.

1 / 9
Teslas Model 3 im Test
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Auch seine Raumfahrtfirma SpaceX, die Menschen eines Tages zum Mars fliegen soll, gilt als grosser Erfolg.

Andere Projekte überzeugten bislang weniger. Mit der Boring Company etwa will Musk Verkehrschaos durch innovative Tunnel beseitigen. Hier hapert es aber noch, bisher machte die Boring Company eher durch Merchandising als durch die von Musk versprochene Revolutionierung des Personenverkehrs von sich reden.

Musks dunkle Seite

Doch allein mit dem Verkauf von Fan-Artikeln wie Flammenwerfern setzte der Tesla-Chef Millionen um und festigte seinen Ruf als Marketing-Genie. Musk ist jedoch auch immer für einen Eklat gut. Zu Beginn der Corona-Pandemie etwa spielte er die Gefahr durch das Virus herunter und bezeichnete Ausgehbeschränkungen in Kalifornien, unter denen Teslas Betrieb litt, als «faschistisch».

2018 beschimpfte er beim Höhlen-Drama in Thailand den Rettungstaucher Vernon Unsworth als «Pädo-Typ». Der Brite hatte zuvor ein von Musk angebotenes Mini-U-Boot zur Rettung der Junioren-Fussballmannschaft abgelehnt und als «PR-Trick» bezeichnet. Das Mini-U-Boot kam schliesslich nicht zum Einsatz, weil es für das Vorhaben ungeeignet war. Musk entschuldigte sich und wurde vor Gericht freigesprochen.

Auch Medienvertreter und Analysten bekommen ihr Fett weg - Fragen, die Musk nicht gefallen, lehnt er schon mal als «langweilig» oder «nicht cool» ab.

Auf Kriegsfuss steht Musk mit den Gewerkschaften. Wie andere US-Tech-Konzerne versucht Tesla, die Gründung von Gewerkschaften zu verhindern. Im März ist Tesla wegen eines Anti-Gewerkschafts-Tweets von Musk sowie arbeitsrechtlichen Verstössen in den USA zur Rechenschaft gezogen worden. Unter andrem soll er Mitarbeitern damit gedroht haben, dass sie Aktienoptionen verlieren, wenn sie sich gewerkschaftlich vertreten lassen.

2018 geriet Tesla nach einem Enthüllungsbericht in die Kritik, weil Mitarbeiter der Firma vorwarfen, sie soll die Unfallstatistiken in der Fabrik in Fermont, Kalifornien, geschönt haben. Hinter dem Bericht stand das Center for Investigative Reporting, eine auf unabhängigen Investigativ-Journalismus spezialisierte Non-Profit-Organisation. Tesla sprach darauf von einem «ideologisch motivierten Angriff einer extremistischen Organisation, die direkt mit Gewerkschaftsanhängern zusammenarbeitet, um eine gezielte Desinformationskampagne gegen Tesla zu starten».

Start bei Paypal

1995 gründete Musk mit seinem Bruder Kimbal sein erstes Unternehmen, Zip2, und verkaufte es vier Jahre später an Compaq, für mehr als 300 Millionen Dollar. Mit dem Geld gründete er die nächste Firma, aus der schliesslich Paypal wurde. Durch die Übernahme durch Ebay im Jahr 2002 machte er ein Vermögen. Bei der US-Solarfirma SolarCity, die 2016 von Tesla geschluckt wurde, leistete er ebenfalls Geburtshilfe.

Paypal-CEO Peter Thiel und Mitgründer Elon Musk (rechts) im Jahr 2000.<br>
Paypal-CEO Peter Thiel und Mitgründer Elon Musk (rechts) im Jahr 2000.
Bild: AP

Der Starunternehmer ist auch in den Medien allgegenwärtig. Wenn es um seine Firmen mal ruhig bleibt, sorgt sein Privatleben für Schlagzeilen – etwa durch seine Affären mit Hollywood-Schauspielerin Amber Heard oder seine Beziehung zur kanadischen Sängerin Grimes.

Grimes und Musk sind inzwischen schon seit 2018 ein Paar und haben einen gemeinsamen Sohn, dem sie den ungewöhnlichen Namen «X Æ A-Xii» verpassten. Musk hat ausserdem fünf Söhne mit seiner Ex-Frau, der kanadischen Autorin Justine Wilson. 2010 heiratete er die britische Schauspielerin Talulah Riley. Das Paar liess sich 2012 scheiden, heiratete nochmals, reichte 2016 aber erneut die Scheidung ein.

Musk und Grimes sind seit 2018 ein Paar.
Musk und Grimes sind seit 2018 ein Paar.
Bild: Invision/Invision

Musk ist gebürtiger Südafrikaner und wanderte als Jugendlicher zunächst nach Kanada aus. Vier Jahre später zog es ihn in die USA, wo er Physik und Wirtschaft an der University of Pennsylvania studierte.

(oli/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der Cybertruck kommt – das bietet der neue Tesla-Pickup

1 / 13
Der Cybertruck kommt – das bietet der neue Tesla-Pickup
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Elon Musk postet Drohnenflug über «Giga-Factory» – und landet viralen Hit

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

VW macht Schluss mit Verbrennern +++ Renault bringt Kult-Auto als günstiges E-Auto zurück

Die wichtigsten News aus der spannenden Welt der Elektromobilität.

VW wird beim Zeitplan für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor konkreter. VW-Manager Klaus Zellmer schreibt auf LinkedIn: «Zwischen 2033 und 2035 steigen wir in Europa aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen aus. In den USA und China etwas später. In Südamerika und Afrika wird es aufgrund der noch fehlenden politischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen noch ein gutes Stück länger dauern.»

Die VW-Tochter Audi wird ab 2026 nur noch Elektroauto-Modelle neu auf den Markt bringen. Audi …

Artikel lesen
Link zum Artikel